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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik Hagsfeld

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
991
Im Güterbuch des Abtes Edelinus von Weißenburg aus dem 13. Jahrhun­dert wird für das Jahr 991 der Ort erstmals unter dem Namen "Haba­ches­felt" erwähnt.
1261, 2. Dez.
Papst Urban IV. bestätigt, daß die Höfe in "Hages­vel­t" mit allem Zubehör dem 1094 gegrün­de­ten Kloster Gottesaue gehören.
1373
Erwähnung von Einnahmen der Mecht­hil­dis von Sponheim, Markgrä­fin­witwe von Baden, aus dem "Hens­ten­hof" in Hagsfeld.
1453
Markgraf Jakob I. vermacht Hagsfeld seinem Sohn Georg.
1499
Erwähnung der Lauren­ti­us­kir­che als Eigentum des Klosters Gottesaue.
1556
In der Markgraf­schaft Baden-Durlach, zu der Hagsfeld seit 1535 gehört, wird die Refor­ma­tion eingeführt. Der letzte katho­li­sche Pfarrer von Hagsfeld, Peter Koch, stirbt wenig später als letzter Mönch im Kloster Gottesaue.
1637
Infolge des Dreißig­jäh­ri­gen Krieges zählt der Ort nur noch elf Familien. 1650 sind es noch 45 Einwohner.
1656
Erste Erwähnung eines Lehrers.
1689
Die Schule wird im Rathaus oder im Haus des Schul­meis­ters abgehalten.
Bis auf wenige Häuser, z. B. das Rathaus, wird der Ort im Pfälzi­schen Erbfol­ge­krieg von franzö­si­schen Truppen zerstört.
1735
Neubau des Gasthauses zur Krone.
1739
Erwei­te­rung der Lauren­ti­us­kir­che.
1741
Hagsfeld zählt 268 Einwohner. Die Auswan­de­rungs­wel­le zur Jahrhun­dert­mitte wird durch Gesetze eingedämmt, so daß 1813 im Ort 489 Einwohner leben, die sich haupt­säch­lich von Ackerbau und Viehzucht ernähren.
1754
Errichtung des ersten Schul­hau­ses am heutigen Rusch­gra­ben.
1755
Pflas­te­rung der Haupt­straße und Anlage einer Abfluß­rinne.
1784
Vollendung des Pfarr­haus­baus.
1818
Einzäunung des Hardt­wal­des zum Schutz des Jagdre­viers und der Felder vor Wildschä­den.
1828
Nach dem Hardt­ver­trag wird der Bau- und Brenn­holz­be­zug aus dem Hardtwald für Hagsfeld und acht andere Gemeinden erstmals urkundlich festgelegt.
1846
Erbauung der zweiten Schule durch Residenz­bau­meis­ter Carl Küntzle.
1851
Hagsfeld zählt 908 Einwohner und 110 Häuser.
1864
Einrich­tung einer "Kinder­pfle­ge­schule für Kinder von Indus­trie­ar­bei­tern".
1866-69
Abriß des alten Rathauses und Neubau am Platz des alten Hirten­hau­ses nach Plänen von Leopold Heinrich. Nach dem Krieg von 1870/71 werden am alten Platz des Rathauses ein Krieger­denk­mal errichtet und zwei Linden gepflanzt, die dem Platz seinen heutigen Namen geben.
1870
Bau des Jäger­hau­ses, das nach 1963 dem Ausbau der Waldstadt weichen muß.
1873
Gründung des Gesang­ver­eins "Bürger­ver­ein Lieder­kranz".
1874
Gründung der Freiwil­li­gen Feuerwehr, die sich 1925 einen Spiel­manns­zug angliedert.
1883
Erbauung der dritten Schule im Rusch­gra­ben.
1890
Gründung des Gesang­ver­eins "Frohsinn" durch Indus­trie­ar­bei­ter.
1891
Anschluß an die Karlsruher Lokalbahn Durmers­heim - Spöck, die den etwa 300-350 Fabrik­ar­bei­tern den Weg zur Arbeit nach Karlsruhe verkürzt. Im Ort gibt es nur noch neun Voller­werbs­bau­ern.
1895
Anschluß an die Bahnlinie nach Mannheim und Bau eines Bahnhofs.
Gründung des Turnver­eins.
1898
Es existieren drei Fußball­ver­eine.
1909
Verlegung einer Gasleitung.
1911
Eröffnung des vierten Schul­hau­ses. Hagsfeld hat 2.000 Einwohner.
1920
Gründung der Schuh­fa­brik Raupp, die bis 1974 produziert.
1922
Stillegung der Lokalbahn zwischen Hagsfeld und Spöck.
1930
Aufteilung der "abge­son­der­ten Gemarkung Hardtwald" an die angren­zen­den Gemeinden. Hagsfeld erhält einen fast hundert­pro­zen­ti­gen Gebiets­zu­wachs.
1933
Die 1907 gegründete "Freie Turner­schaft" und der "Arbei­ter­sport­ver­ein" werden von den Natio­nal­so­zia­lis­ten verboten.
1936
Verlegung des Bahnhofs der Lokalbahn vor den Bahnüber­gang der Eisen­bahn­stre­cke nach Mannheim.
1937
Anstelle des 1818 angelegte Hirsch­ka­nals, der zur Wildträn­kung diente, wird der Pfinz­ent­las­tungs­ka­nal gebaut, der vor Hochwasser schützen soll.
1938, 1. Apr.
Einge­mein­dung nach Karlsruhe auf Anordnung des Reichs­statt­hal­ters in Baden, Robert Wagner. 1933 hatte die NSDAP den Hagsfelder Wunsch auf Einglie­de­rung nach Karlsruhe noch abgelehnt. Hagsfeld zählt 2.962 Einwohner.
Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.

Die Chroniken der Karlsruher Stadt­tei­le sind diesem Buch entnommen.