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Karlsruhe: Stadtteile

Inhalte des Kulturkonzepts GrötzingenInhalt

„Malerdorf Grötzingen“ Live-Grafik von Robert Kraus während dem Ideencafé am 13.Oktober 2015.

„Malerdorf Grötzingen“ Live-Grafik von Robert Kraus während dem Ideencafé am 13.Oktober 2015.


Inhalte des Kultur­kon­zepts Grötzingen

Das Kultur­kon­zept für Grötzingen ist eine stadt­teil­be­zo­ge­ne ­Fort­füh­rung des Kultur­kon­zepts 2025 der Stadt Karlsruhe. Es greift die Grundzüge des Karlsruher Kultur­kon­zepts auf, das das Recht auf Kultur als Richt­schnur des kultu­rel­len Handelns und Ent­schei­dens setzt und den Zugang zu Kultur als ein Grund- und Men­schen­recht versteht. Ebenso orientiert es sich an den Hand­lungs­fel­dern des Karlsruher Kultur­kon­zepts und schneidet sie auf die Grötzinger Gegeben­hei­ten zu. Es benennt als Leitli­ni­en ­der Kultur­po­li­tik für Grötzingen Maßnahmen zur Kultur­ent­wick­lung ­des Stadtteils, die im Einzelfall Gegenstand zukünf­ti­ger ­po­li­ti­scher Entschei­dun­gen sein werden.

Das Stadt­teil­kul­tur­kon­zept für Grötzingen nimmt die gesam­te ­Gröt­zin­ger Kultur­szene in den Blick. Dabei entziehen sich jedoch Ein­rich­tun­gen wie die Stadt­teil­bi­blio­thek und die Volks­hoch­schule, das Jugendhaus, die Gemein­schafts­schule, die Kin­der­gär­ten, die Kirchen und Religi­ons­ge­mein­schaf­ten, die Stif­tung für Grötzingen und die Karl-Martin-Graff-Stiftung als Kul­tur­trä­ger dem unmit­tel­ba­ren kultur­po­li­ti­schen Einwirken von Gröt­zin­ger Seite. Das gleiche gilt für die weitest­ge­hen­d u­n­ab­hän­gig agierende Kunst- und Kultur­szene vor Ort, die zahl­rei­chen profes­sio­nel­len wie von Ehrenamt und Eigen­mo­ti­va­tion ­ge­tra­ge­nen Akteure im Stadtteil, die Vereine, Betriebe und sons­ti­gen Einrich­tun­gen. Das Kultur­kon­zept kann all diesen ­Kul­turak­teu­ren keine inhalt­li­chen oder strate­gi­schen Vorga­ben ­ma­chen. Es stellt vielmehr eine Selbst­ver­pflich­tung des Stadt­teils und der Stadt Karlsruhe in Bezug auf das kultu­rel­le Le­ben und dessen Entwick­lung in Grötzingen dar. Es versteht sich als verbind­li­cher, tragfä­hi­ger Orien­tie­rungs­rah­men für das künf­tige kultur­po­li­ti­sche Handeln im und für den Stadt­teil ­Gröt­zin­gen. Im Erstel­lungs­pro­zess ging es darum, sich mit den Kul­turak­teu­ren vor Ort gemeinsam Gedanken zu machen, welche ak­tu­el­len und zukünf­ti­gen Heraus­for­de­run­gen und Chancen die Kul­tur­be­tei­lig­ten vor Ort erwarten und wie diesen begeg­net wer­den kann. Dabei wurde auch eine Vielzahl an mögli­chen Stra­te­gien und Maßnahmen zusam­men­ge­tra­gen, die sich allein im Ent­schei­dungs­be­reich der jeweiligen Kulturak­teu­re wei­ter­ver­fol­gen lassen.

So benennt das Stadt­teil­kul­tur­kon­zept Grötzin­gen ­fol­gende Ziele für das Kultur­kon­zept:

1. Grötzingen nimmt eine gut sichtbare Stellung als indivi­du­ell ­ge­präg­ter Kultur­stadt­teil ein.
2. Grötzingen lebt eine Stadt­teil­kul­tur der Teil­ha­be­ge­rech­tig­keit und der demokra­ti­schen Werte.
3. Grötzin­gens Stadt­teil­kul­tur spannt einen schlüs­si­gen, vor Ort nach­voll­zieh­ba­ren Bogen von der Historie bis zur Ge­gen­wart.
4. Grötzin­gens Ortsmitte ist ein belebtes kultu­rel­les ­Zen­trum.
5. Die die Stadt­teil­kul­tur tragende Vereins­ar­beit vor Ort ist ge­si­chert.
6. Kultur­schaf­fende finden eine gute Raumsi­tua­tion vor.

Als überge­ord­nete Heraus­for­de­run­gen benennt das Kul­tur­kon­zept folgende Heraus­for­de­run­gen für den Stadt­teil:

1. Alterung der Gesell­schaft
2. Diver­si­fi­zie­rung der Gesell­schaft und beschleu­nig­ter ­Kul­tur­wan­del
3. Steigende rechtliche Auflagen für öffent­li­che ­Ver­an­stal­tun­gen
4. Wachstum, Stadt­teil­ent­wick­lungs­pro­zess und Sanie­rungs­stau


Anlehnend an das Kultur­kon­zept Karlsruhe 2025 benennt das Stadt­teil­kul­tur­kon­zept Grötzingen folgende Handlungs­fel­der:

1. Handlungs­feld 1: Kultu­rel­les Erbe
2. Handlungs­feld 2: Stadtteil: Raum für Kultur
3. Handlungs­feld 3: Kulturelle Bildung und gesell­schaft­li­che ­Öff­nung
4. Handlungs­feld 4: Stärkung der Verbindung zwischen Kunst, Handwerk und Natur
5. Handlungs­feld 5: Kultur und Wirtschaft.


Handlungs­feld 1- Kultu­rel­les Erbe - nimmt ­zu­nächst die Sicherung der sich auf den Stadtteil bezie­hen­den ­Kul­tur­gü­ter in den Blick. Als besondere Heraus­for­de­run­gen werden der Wunsch, wichtige Kultur­gü­ter im Stadtteil zentral zu er­fas­sen und präsent zu halten, ebenso genannt wie das In­ter­esse, Kultur­gü­ter in städti­schen Archiven und Sammlungen zu sichern.

Unter das Handlungs­feld Kultu­rel­les Erbe subsumiert das Stadt­teil­kul­tur­kon­zept auch die einzig­ar­tige Kultur­land­schaft ­Gröt­zin­gens. Als Heraus­for­de­run­gen werden die Heraus­ar­bei­tung ­der historisch gewach­se­nen Indivi­dua­li­tät und die Wahrung der his­to­ri­schen Zeugnis­kraft und Eigenart der umlie­gen­den ­Kul­tur­land­schaft benannt. Dritter Hauptpunkt im Handlungs­feld ­Kul­tu­rel­les Erbe ist das Brauchtum, das es in seiner Vielfal­t an­zu­er­ken­nen und in der Pflege zu unter­stüt­zen gilt.

 

Gruß aus Grötzingen



Die 1968 gegründete Hottscheck-Narrenzunft aus Grötzingen.

Die 1968 gegründete Hottscheck-Narrenzunft aus Grötzingen.


 

Handlungs­feld 2 - Stadtteil: Raum für Kultur - legt den Finger in die Raum-Wunde im Stadtteil. Es besteht ­großer Bedarf an Atelier- und Ausstel­lungs­flä­chen für die Bil­dende Kunst, aber auch an Räumen für das sehr aktive ­Thea­ter­le­ben im Stadtteil.

In Bezug auf die Bildende Kunst lebt Grötzingen von seiner ­Ge­schichte als ehemalige Künst­ler­ko­lo­nie. Das Attri­but "­Ba­di­sches Malerdorf" als Marken­zei­chen knüpft an diese Tra­di­tion an. Sicht- und nachvoll­zieh­bar ist diese Geschichte im Orts­bild jedoch kaum. Weder sind alte Künst­ler­häu­ser zu be­sich­ti­gen, noch kann die in der Maler­ko­lo­nie entstan­dene Kunst an einem zentralen Ort präsen­tiert werden; eine Ausnahme bildet hier der Bürgersaal im Rathaus, der jedoch nur begrenz­t ­zu­gäng­lich ist. Die Sicht­bar­keit der Geschichte gilt es ebenso zu erhöhen wie die Arbeits- und Präsen­ta­ti­ons­mög­lich­kei­ten für ak­tu­ell in Grötzingen arbeitende zeitge­nös­si­sche Künst­le­rin­nen und Künstler. Hier - wie auch im Zusam­men­hang mit anderen Hand­lungs­fel­dern - wird der Grötzinger Wunsch laut, in der Orts­ver­wal­tung eine Anlauf­stelle, ein Büro zur Förderung und Bün­de­lung der Stadt­teil­kul­tur einzu­rich­ten.

Als besondere Heraus­for­de­rung im Spannungs­feld von Tradition und Zeit­ge­nös­si­schem wird die Frage aufge­wor­fen, in wieweit die Marke "Badisches Malerdorf" noch eine geeignete Positio­nie­rung ­des auch das aktuelle Kunst­schaf­fen in den Blick nehmen­den ­Kul­tur­stadt­teils Grötzingen darstellt und ob diese Marke auch die aktuelle Bühnen­kunst mit abdeckt.

In Bezug auf die Bühnen­kunst wird insbe­son­dere das Fehlen von Probe- und Auffüh­rungs­räu­men beklagt. Die in den letzten Jahren hier stark gewachsene Theater­szene ist in ihren räumli­chen Mög­lich­kei­ten im Stadtteil sehr begrenzt.

 

Guntram Prochaska. "Europa im Fluss" T-Installation 13

Guntram Prochaska. "Europa im Fluss" T-Installation 13



Auftaktveranstaltung 125 Jahre Malerkolonie

Auftaktveranstaltung 125 Jahre Malerkolonie



Jugendliche aus der Betreuten Wohngruppe der ITL "Haus am Bach" mit dem Flüchtlingshelferkreis Grötzingen in der Kunsthalle Karlsruhe.

Jugendliche aus der Betreuten Wohngruppe der ITL "Haus am Bach" mit dem Flüchtlingshelferkreis Grötzingen in der Kunsthalle Karlsruhe.


 

Handlungs­feld 3 - Kulturelle Bildung und ge­sell­schaft­li­che Öffnung - benennt die Bedeutung der Kul­tu­rel­len Bildung für die Stadt­teil­ent­wick­lung. Sie ermög­licht es, das Gemeinsame in der wachsenden Vielfalt auch im Stadt­teil zu fördern, unter anderem mit sozial­rau­m­ori­en­tier­ten, anti­dis­kri­mi­nie­ren­den und mit genera­ti­ons­über­grei­fen­den ­Kul­tu­r­an­ge­bo­ten, die entspre­chend ermöglicht und geför­der­t wer­den sollen. Von besonderer Bedeutung wird dabei auch die ziel­grup­pen­be­zo­gene, barrie­re­freie kulturelle Bildungs­ar­beit ­ge­se­hen.

 

"Brückengalerie", sozialraumorientiertes Kunstprojekt der Augustenburg Gemeinschaftsschule

"Brückengalerie", sozialraumorientiertes Kunstprojekt der Augustenburg Gemeinschaftsschule


 

Handlungs­feld 4 nimmt die Stärkung der Verbin­dung ­zwi­schen Kunst, Handwerk und Natur in den Blick. Das Hand­lungs­feld zeigt auf, dass in Grötzingen Handwerks­be­trie­be an­säs­sig sind, die tradi­tio­nelle kunst­hand­werk­li­che Techni­ken pfle­gen und gleich­zei­tig an der Schnitt­stelle zwischen Handwerk, Kunst­hand­werk und Kunst arbeiten. Das Kultur­kon­zept formu­lier­t ­die Aufgabe, diesen Bereich zu stärken. Die Betriebe und Akteu­re ­sol­len in Grötzingen ein gutes Pflaster für ihre Betrie­be ­fin­den, in inhalt­li­cher, struk­tu­rel­ler und in räumli­cher Hin­sicht. Grötzingen sieht sich als prädes­ti­nier­ter Standort für kultur- und kreativ­wirt­schaft­li­che Betriebe und ist bemüht, für eine weitere Stärkung in diesem Bereich entspre­chen­de Räume anbieten zu können.

 

Aus Tonerde gestaltete der 2010 verstorbene Grötzinger Künstler und gelernte Keramiker Stefan Holzmüller Skulpturen

Aus Tonerde gestaltete der 2010 verstorbene Grötzinger Künstler und gelernte Keramiker Stefan Holzmüller Skulpturen


 

Handlungs­feld 5 thema­ti­siert die besondere Verbin­dung ­zwi­schen Kultur und Wirtschaft. Es zeigt auf, dass ­kul­tu­relle Aktivi­tä­ten im Stadtteil auf die Unter­stüt­zung durch die lokale Wirtschaft angewiesen sind, dass aber auch die Wirt­schaft vor Ort von einem geschärf­ten kultu­rel­len Profil des Stadt­teils und entspre­chen­den kultu­rel­len Aktivi­tä­ten pro­fi­tiert. So möchte das Kultur­kon­zept - auch mit Blick auf die Wirt­schaft - die Außen­wir­kung des Grötzinger Kultur­le­bens ­ver­bes­sern und die Kommu­ni­ka­tion zwischen Kultur und Wirtschaft er­leich­tern.

Ebenso ist es das Anliegen des Kultur­kon­zepts, Grötzingen für An­sied­lun­gen aus dem Bereich der Kunst- und Kultur­schaf­fen­den wie der Kultur- und Kreativ­wirt­schaft attrak­ti­ver zu machen.

 

Künstlerförderung, Imagekampagne und Kundenbindung durch ein mittelständisches Unternehmen

Künstlerförderung, Imagekampagne und Kundenbindung durch ein mittelständisches Unternehmen


 

Prozessbeteiligte und Ausblick

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