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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik Groetzingen

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
991
Erste urkund­li­che Erwähnung von Grötzingen als Besitztum des Klosters Weißenburg.
1255
Erste urkund­li­che Erwähnung der Dorfkirche.
1272
Markgraf Rudolf I. von Baden ist Lehns­trä­ger von Grötzingen, das Dorf seitdem im Herrschafts­ge­biet der Markgrafen von Baden, ab 1535 (nach der Teilung der Markgraf­schaft) von Baden-Durlach.
1505/06
Abtrennung der Durlacher Gemarkung, die aus der Grötzinger entstanden ist.
1556
Einführung der Refor­ma­tion.
1563
Befreiung vom Besthaupt, d. h. der Abgabe des besten Stück Viehs beim Tode des Bauern an den Markgrafen.
1583
Bau des Rathauses, das 1668 seine heutige Gestalt erhält. Grötzingen ist mit 281 Fronpflich­ti­gen eine blühende Gemeinde.
1618/1648
Der Dreißig­jäh­rige Krieg und die Pest lassen die Bevöl­ke­rung verarmen. Das Dorf liegt darnieder und die wirtschaft­li­che Entwick­lung wird um Jahrzehn­te zurück­ge­wor­fen.
1689, Aug.
Das Dorf wird im Pfälzi­schen Erbfol­ge­krieg verwüstet und teilweise nieder­ge­brannt.
1698
Das Grötzinger Schloß, seit Markgraf Christoph I. (1475-1527) in markgräf­li­chem Besitz, wird zeitweise, bis die zerstörte Karlsburg in Durlach wieder aufgebaut ist, zum Wohnsitz des Markgrafen Friedrich Magnus. Seine Gattin Augusta Maria läßt das Schloß zu seiner heutigen Gestalt ausbauen, seitdem heißt es nach ihr Augus­ten­burg.
1698-1715
Für den Wieder­auf­bau Durlachs und die Errich­tung Karlsruhes wird in Grötzin­gens Stein­brü­chen der Buntsand­stein gebrochen, für dessen Transport 1766/67 der Stein­schiff­ka­nal angelegt wird.
1798
Einweihung der Synagoge, die auch die Durlacher Juden besuchen.
1839
Vertrag über die Zehnt­ablö­sung, für die das Dorf 24.987 Gulden zahlen muß. In den folgenden Jahren wandern viele Einwohner aufgrund der wirtschaft­li­chen Not aus.
1847
Gründung des Gesang­ver­eins "Eintracht", der 1849 verboten wird.
1848, 10.-12. März
Gewalt­tä­tig­kei­ten gegen die Juden, die auf ihr Bürger­recht verzichten müssen.
1849
Während der Revolution hat das Dorf eine Bürgerwehr, die sich jedoch an den Kämpfen nicht beteiligt. Am 25. Juni wird Grötzingen von preußi­schen Truppen besetzt.
1859
Eröffnung der Bahnlinie Durlach - Wilfer­din­gen.
1868
Gründung der Privatspar­kasse.
1888
Friedrich Kallmorgen läßt sich nieder. Es entsteht die Maler­ko­lo­nie, der Otto und Jenny Fikent­scher, Gustav Kampmann, Franz Hein u. v. a. angehören.
1890
Eröffnung des Zweigwerks der seit 1896 so firmie­ren­den Karlsruher Deutschen Waffen- und Muniti­ons­fa­brik ("Patron"), die 1900 240 Arbeiter beschäf­tigt. Das Grötzinger Eisenwerk hat 1914 380 Arbeiter.
1910
Anschluß an das Durlacher Gas- und Wasserwerk.
1920
Das nachfol­gende Jahrzehnt ist eine Blütezeit des Vereins­le­bens.
1930
Zunahme der Arbeits­lo­sig­keit. Die Gemeinde läßt in Notstands­ar­bei­ten einige Straßen kanali­sie­ren und das Rathaus renovieren. Zur Behebung des Wohnungs­man­gels wird das Gasthaus "Bären" zum Wohnhaus umgebaut.
1931, 7. Mai
Letzte große Überschwem­mung des Dorfes durch die Pfinz.
Im November wird die katho­li­sche Heilig-Kreuz-Kirche eingeweiht.
1933
Absetzung des bisherigen Bürger­meis­ters und Auflösung der Arbei­ter­ver­eine "Bahnfrei", "Lieder­kranz" und des "Musik­ver­eins".
1934
Beginn der Pfinz­kor­rek­tion und Bau der Wiese­näcker­sied­lung.
1938, 10. Nov.
Zerstörung der Synagoge durch Natio­nal­so­zia­lis­ten.
1940, 22. Okt.
Die 21 noch in Grötzingen lebenden Juden werden nach Gurs deportiert.
1944, 24./25. Apr.
Großer Luftan­griff auf Grötzingen. Das Dorf wird zu 24 Prozent zerstört.
1945, 5. Apr.
Kampflose Besetzung durch die Franzosen. In den folgenden Jahren kommen Flücht­linge und Vertrie­bene in das Dorf. Bis 1950 wächst die Zahl der Einwohner von 4.232 im Jahre 1939 auf 5.255.
1949
Gründung der Arbeits­ge­mein­schaft "Heimat­freun­de". Die Vereine erwachen zu neuem Leben.
1954-1958
Erstellung von sieben Bauern­hö­fen im "Brühl".
1957
Eröffnung der Heinrich-Dietrich-Schule. Der Erwei­te­rungs­bau wird 1975 eingeweiht.
1963
Kauf der Augus­ten­burg durch das Land, die bis 1979 zum Wohnstift umgebaut wird.
1966
Beginn der Erschlie­ßung des Gewer­be­ge­bie­tes Roßweid.
1969
Das Dorf gewinnt den 1. Preis des Dorfver­schö­ne­rungs­wett­be­wer­bes des Landkrei­ses.
1974, 1. Jan.
Mit der Einge­mein­dung nach Karlsruhe, deren Vertrag Bürger­meis­ter Herbert Schweizer und Oberbür­ger­meis­ter Otto Dullenkopf am 12. Dezember 1973 unter­zeich­net haben, endet das mehrjäh­rige Ringen um den Zusam­menschluß mit Karlsruhe oder mit den heute zur Gemeinde Pfinztal zusam­men­ge­schlos­se­nen Orten Berghausen, Söllingen, Klein­stein­bach und Wöschbach. 1975 zählt der Ort 7.264 Einwohner.
1976
Baubeginn für den Wohnpark Grötzingen auf dem Gelände der "Patron".
1977
Errichtung des Sport­zen­trums mit der Emil-Arheit-Halle.
1979
Fertig­stel­lung der Renovie­rungs­ar­bei­ten an der Augus­ten­burg.
1986/1987
Einweihung der Begeg­nungs­stätte und Neuge­stal­tung des Rathaus­plat­zes.
1991
Tausend­jahr­feier von Grötzingen. Der Stadtteil zählt ca. 9.200 Einwohner.
1994
Baubeginn für den B 10-Tunnel.
1995
Einweihung der Unter­füh­rung Kirch­straße.
1999
Verkehrs­frei­gabe des B 10-Tunnels.
2001
Einweihung des Glock­en­turms auf dem Friedhof.
2005
Freigabe der Rodberg­weg­brücke.

Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.

Die Chroniken der Karlsruher Stadtteile sind diesem Buch entnommen.