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Karlsruhe: Stadtteile

Geschichte der Nordstadt

Wohnhäuser der ehemaligen"Amisiedlung" in der Erzbergerstraße

Wohnhäuser der ehemaligen"Amisiedlung" in der Erzbergerstraße


Spielplatz beim Schulgelände

Spielplatz beim Schulgelände


Heisenberg-Gymnasium, einstige High School

Heisenberg-Gymnasium, einstige High School


Ökomenisches Zentrum Rhode-Island-Allee

Ökomenisches Zentrum Rhode-Island-Allee


Alter Flughafen

Alter Flughafen


 
Die Nordstadt wurde 1996 nach dem Abzug des US-ameri­ka­ni­schen Militärs aus Karlsruhe einge­rich­tet und besteht aus der Hardt­wald­sied­lung, der ehema­li­gen Ameri­ka­ner­sied­lung und dem ehemals nördlichs­ten Teil der Weststadt.

Das sandige Gebiet der heutigen Nordstadt war mit Heide und Wald bewachsen; erst um 1820 wurde der Große Exerzier­platz auf der Fläche des heutigen Alten Flugplat­zes angelegt. In den 1890er Jahren wurden neben dem Exerzier­platz zwei Militär­ge­bäude errichtet: die Kadet­ten­an­stalt und die Infan­te­rie­ka­serne an der Moltke­straße (heute Oberfi­nanz­di­rek­tion und Behör­den­zen­trum).
Angesichts der Wohnungs­not nach dem Ersten Weltkrieg begann die "Mieter- und Handwerker-Genos­sen­schaft", die sich später in "Gemein­nüt­zi­ge Bauge­nos­sen­schaft Hardt­wald­sied­lung" umbenannte, 1921 mit der Bebauung mit Einfa­mi­li­en­häu­sern im Grünen. Mitte der 1920er Jahre wurde den Stadt­vä­tern die Anlage eines Flugplat­zes wichtiger als der weitere Ausbau der Hardt­wald­sied­lung: der "Verkehrs­lan­de­platz" wurde auf dem alten Exerzier­platz einge­rich­tet.

1938 zogen Soldaten der Telegra­fen­ein­hei­ten in die mitten im Wald am Kanalweg errich­te­te "General-Forstner-Kaserne" ein, und in der Erzber­ger­straße wurde ein Luftschutz­hoch­bun­ker für die Bewohner der Hardt­wald­sied­lung, vor allem aber für das militä­ri­sche Personal des Flugplat­zes, gebaut. Flugplatz und Kaserne wurden nach der Befreiung von den US-Ameri­ka­nern übernommen. 1945 waren in der Forstner-Kaserne zeitweise bis zu 1.700 Displaced Persons, ehemalige Zwangs­ar­bei­ter, aus Polen und der Sowje­tu­nion unter­ge­bracht. 1947 übernahm die US-Armee in die nunmehr "Smiley Barracks" genannte Kaserne.

Die Wohnungs­not nach dem Zweiten Weltkrieg sollte durch die rasche Errichtung von Häusern gelindert werden. Östlich der Erzber­ger­straße begann die "Gemein­nüt­zi­gen Genos­sen­schaft der Eigen­woh­ner" damit, Zeilen­häu­ser zu bauen. Wegweisend sollte die parkähn­li­che Anlage sein, die von der US-Armee übernommen wurde, als sie für die Familien ihrer Offiziere und Soldaten Häuser bauen ließen. Die "Amisied­lung" wurde seit 1954 "Paul-Revere-Village" genannt. Ebenso wie der deutsche Stadtteil wurde sie in in 1950er Jahren weiter ausgebaut. In den nächsten Jahrzehn­ten entstand eine nahezu autarke Infra­struk­tur mit PX-Laden, Kinder­ta­ges­stätte, Elementary School, High-School, Ambulanz und Kiefer­kli­nik.

Die Vermin­de­rung der NATO-Streit­kräfte in Deutsch­land nach 1989 war mit dem Komplett­ab­zug der US-Streit­kräfte aus Karlsruhe verbunden. Die Stadt kaufte das Gelände vom Bund zurück, die Volks­woh­nung übernahm die Wohnungen und sanierte den Bestand.