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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik von Knielingen

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
786
Früheste urkund­li­che Erwähnung als "Cnut­lin­ga" im Codex des Klosters Lorsch. Verschie­dene Grabungs­funde auf Knielinger Gemarkung verweisen auf eine Besiedlung des Raumes schon in der Bronzezeit.
817
Schen­kungs­bü­cher des Klosters Lorsch verzeich­nen die letzte Schenkung aus Knielinger Grund­be­sitz.
1110
Bestä­ti­gung Kaiser Heinrichs V. von Besitz­tü­mern des Klosters Gottesaue in Knielingen.
1256
Erwähnung eines Dekans in Knielingen.
1283
Markgraf Hermann von Baden verpfändet seine Einkünfte aus Knielingen und Neureut an Peter Schöneck von Straßburg.
1398
Aufteilung von Fische­rei­rech­ten zwischen Knielin­gen und Wörth.
1464
Bestä­ti­gung der St. Sebas­tians­kapla­nei durch den Speyerer Domprobst.
1480
Erbauung einer Kirche im gotischen Stil.
1535
Bei der Teilung der Markgraf­schaft fällt der Ort an Baden-Durlach.
1563
Markgraf Karl II. befreit die Knielinger von der Abgabe des Besthaup­tes (des besten Stück Viehs) beim Todesfall des Bauern.
1581
Tod des verdienten Schult­hei­ßen Bernhard Metz.
1637
Erste Erwähnung eines Lehrers.
1688
Im Pfälzi­schen Erbfol­ge­krieg brennen franzö­si­sche Truppen den Ort fast vollstän­dig nieder.
1700-02
Wieder­her­stel­lung der Kirche nach Plänen des Baumeis­ters Thomas Lefèvre.
1712
Bau des ersten Schul­hau­ses.
1714
Im Ort leben 570 Einwohner.
1719
Wieder­auf­bau des Rathauses.
1727
Die Knielinger klagen vergeblich gegen den Markgra­fen auf Befreiung vom Zehnten.
1728
Die Gastwirt­schaf­ten "Schwanen" und "Krone" erhalten die Schild­ge­rech­tig­keit, die 1754 auch der "Adler" erhält.
1770
Das Hochwasser des Rheins verursacht hier große Schäden.
1816
Die etwa 1.200 Einwohner leben vor allem vom Hanf- und Flachs­an­bau wie von der stark betrie­be­nen Pferde­zucht. Der Ortsvor­ste­her bezeichnet Knielingen als "reichste Gemeinde im Landamts­kreis".
1817
Beginn der Rhein­re­gu­lie­rung durch Oberst­leut­nant Johann Gottfried Tulla mit dem "Knie­lin­ger Durch­stich". Der Widerstand der Bauern dagegen resultiert aus dem Verlust wertvoller Wiesen und Goldgründe, die links­rhei­nisch werden.
1835
Erwerb der Rheininsel Abtsgrün­del durch Markgraf Maximilian von Baden und Errichtung des Hofgutes Maxau.
1838
Tausch des Knielinger links­rhei­ni­schen Waibel­wal­des gegen den rechts­rhei­ni­schen Wörther Hörnles­grund.
1840, 25. Aug.
Einweihung der Schiff­brücke über den Rhein. Dort entsteht auch ein Rheinbad, das bis 1939 betrieben wird, und ein Gasthof.
1842
Erteilung der Freiha­fen­rechte für den Rhein­ha­fen Maxau.
Gründung des Gesang­ver­eins "Eintracht".
1845
Bau einer neuen Schule.
1848/49
Starke Auswan­de­rung aus Knielingen.
1849
Während der badischen Revolution ziehen die pfälzi­schen Freischa­ren über die Knielinger Schiff­brücke nach Karlsruhe.
1858/60
Abbruch des alten Langhauses der evange­li­schen Kirche und Neubau im neugo­ti­schen Stil durch Baumeister Carl Küntzle.
1862
Eisen­bahn­an­schluß durch die Maxau-Bahn herge­stellt. Ausbau des Maxauer Hafens.
1865
Einweihung der neuen Eisenbahn- und Straßen­schiff­brücke über den Rhein.
1869
Gründung des Gesang­ver­eins"Froh­sinn".
1870
Starke Einquar­tie­run­gen während des Deutsch-Franzö­si­schen­Krie­ges. Im Ort leben 2.000 Einwohner.
1871
Gründung der Freiwil­li­gen Feuerwehr. Ackerbau und Viehzucht bleiben die Lebens­grund­lage des Ortes, aber ein Trend zur Indus­trie­ar­beit läßt sich schon feststel­len.
1875
Wie das Rathaus werden zahlreiche alte Häuser abgerissen und im neuen Stil wieder­er­rich­tet.
1884
Bau der Zellu­lo­se­fa­brik von Vogel und Bernheimer in Maxau.
1887
Bau eines weiteren Schul­hau­ses.
1889
Neugrün­dung des 1849 aufge­lös­ten Gesang­ver­eins "Eintracht".
1891
Gründung des Turnver­eins, der 1908 eine eigene Halle erhält.
1895
Errichtung der Stein­koh­len-Brikett­fa­brik Maxau, die nur zehn Jahre besteht.
1902
Schließung des Maxauer Hafens nach Eröffnung des Rhein­ha­fens. Unter den etwa 3.200 Einwohnern wächst der Anteil der Arbeiter nur langsam und beträgt bei der Einge­mein­dung etwa 10 Prozent.
1903
Gründung des Gesang­ver­eins"­Lie­der­kranz".
1907
Arbeiter gründen den "Sänger­bund".
1912
Ein ehrgei­zi­ger Bebau­ungs­plan sieht u. a. großzü­gi­ge Parkan­la­gen vor. Er wird nur zum Teil verwirk­licht.
1913
Fertig­stel­lung der Viktor-von-Scheffel-Schule.
1918
Im Ersten Weltkrieg haben 132 Knielinger ihr Leben verloren. Besetzung der Rhein­brücke durch die Franzosen.
1922
Einrich­tung einer Notkirche der katho­li­schen Gemeinde im Gasthaus "Zum Hirschen".
1923, März
Besetzung durch eine franzö­si­sche Kompanie infolge des Ruhrkon­flik­tes bis September 1924.
1924
Aus den pferde­sport­li­chen Veran­stal­tun­gen im Zusam­men­hang mit dem Pferde- und Fohlen­markt seit den 1870er Jahren entsteht der Reit- und Rennverein.
1924-25
Bau der Straßen­bahn­li­nie Karlsruhe - Knielingen.
1933
Bürger­meis­ter Jakob Dörr wird seines Amtes enthoben und durch einen linien­treuen Natio­nal­so­zia­lis­ten ersetzt. Der "Sänger­bund" wird verboten und der Arbei­ter­fuß­ball­ver­ein von 1926 mit der "Germania" von 1905 zum "VfB Knielin­gen" vereinigt.
1935, 1. Apr.
Einge­mein­dung in die Stadt Karlsruhe durch Anordnung des "Reichs­statt­hal­ters" in Baden Robert Wagner. Knielingen zählt 5.250 Einwohner.
Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.

Die Chroniken der Karlsruher Stadt­tei­le sind diesem Buch entnommen.