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Karlsruhe: Stadtteile

Sitzungen des Ortschaftsrats Wettersbach

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Ratsdokumente

 

Beratungen und Beschlüsse in der Sitzung vom 12.11.2019

TOP 1

Gestal­tungs­grund­sätze für private Erneue­rungs­maß­nah­men in dörflich geprägten Sanie­rungs­ge­bie­ten


In der Sitzung erläuterte Sibylle Rosenberg vom Stadt­pla­nungs­am­t ­dem Ortschafts­rat umfassend über die geplan­ten ­Ge­stal­tungs­grund­sätze für private Erneue­rungs­maß­nah­men in dörf­lich geprägten Sanie­rungs­ge­bie­ten. Diese sollen künftig die Grund­lage für die Beratung von Bauherren sein. Rosenberg hob hervor, dass jeder Stadtteil sein eigenes charak­te­ris­ti­sches Orts­bild besitze, das es von anderen Stadt­tei­len unter­scheide. Sei es bei der energe­ti­schen Gebäu­des­a­nie­rung, bei Neu- oder Er­satz­be­bau­ung oder bei Umnut­zun­gen, der historisch-typolo­gi­sche Ort­s­cha­rak­ter soll erhalten bleiben. So gibt es beispiels­wei­se Re­geln für die Baustruk­tur, für Dachland­schaf­ten, für die Fassa­den der Häuser und deren Fenster, Türen, Balkone und Win­ter­gär­ten. Auch auf die Farbge­stal­tung der Gebäude oder ­ge­werb­li­che Werbe­an­la­gen wird einge­gan­gen. Sicherlich treffen ­kon­kur­rie­rende Vorstel­lun­gen aufein­an­der: Die ortsty­pi­sche ­Ge­stal­tung anhand des Ortsbildes und die Wünsche nach moder­nem Wohn­raum, doch immer soll in Abstimmung mit den Bauherren ein guter Kompromiss gefunden werden.
Schnell entstand eine rege Diskussion, während der sich alle Ort­schafts­räte und Ortschafts­rä­tin­nen einver­stan­den zeigten, einen Orien­tie­rungs­plan zu schaffen. Anderer­seits schiene ihnen ­zu­nächst der Verwal­tungs­vor­schlag für die Bauherren oftmals zu eng gefasst. So wurde befürchtet, dass die Bereit­schaft der Ei­gen­tü­mer für Sanie­rungs­maß­nah­men maßgeblich gehemmt werden und in­fol­ge­des­sen Leerstand im Ortskern entstehen könnte. Auch der Aus­zah­lungs­mo­dus der finan­zi­el­len Förderung, hier ausschließ­lich als Gesamt­be­trag, wurde kritisch gesehen.
Zusam­men­fas­send war der Ortschafts­rat mehrheit­lich ein­ver­stan­den, die Weitergabe der Verwal­tungs­vor­lage dem Pla­nungs­aus­schuss so zu empfehlen.


Top 2

Konzept zur Förderung der Streu­obst­wie­sen in den Schutz­ge­bie­ten Wetters­bach


Frau Ulrike Rohde vom Amt für Umwelt- und Arbeits­schutz ­in­for­mierte über das geplante Konzept zur Förderung der Streu­obst­wie­sen in den Schutz­ge­bie­ten in Wetters­bach. Zunächst wies Rohde auf einige Beson­der­hei­ten in Wetters­bach hin; ein großer Teil aller Wiesen ist Bestand­teil des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets, dessen besondere Schutz­ge­gen­stän­de das magere Flachland, die Mähwiesen und die Streu­obst­wie­sen ­sind. Betreiber sind vertrag­lich verpflich­tet, ihre Mähwiesen zu er­hal­ten und bei Bedarf sogar wieder­her­zu­stel­len. Des Weite­ren le­ben in Wetters­bach sehr seltene Schmet­ter­lings­ar­ten wie der Wie­sen­knopf-Ameisen-Bläuling oder der Große Feuer­fal­ter. Hervor­zu­he­ben ist der gute Bestand an Apfel­bäu­men. Die zwi­schen­zeit­lich durch­ge­führte Kartierung aller Obstbäume ist eine gute Empfehlung für Nachpflan­zun­gen.
Für Fragen rund um die Wiesen­pflege oder den Arten­schutz gibt es Über­le­gun­gen, bei der OV Wetters­bach eine Vermitt­lungs­stelle zum Amt für Umwelt- und Arbeits­schutz und dem Liegen­schaft­sam­t ein­zu­rich­ten. So sollen Fehler­quel­len vermieden werden, wie bei­spiels­weise die Verwendung von ungeeig­ne­tem Saatgut. So darf ab Mai 2020 nur noch autochtho­nes Saatgut ausge­bracht werden. Rode schlägt vor, aus Mähgut Samen aufzu­fan­gen und diese am We­ges­rand auszu­brin­gen.


Top 3

Lärmak­ti­ons­plan - Anpassung an aktuel­le Recht­spre­chung


In der Lärmak­ti­ons­pla­nung hat sich viel bewegt. Aufgrund neuer Richt­li­nien können nun weitere Straßen­ab­schnitte als ganztä­gi­ge Tempo-30-Zonen ausge­wie­sen werden. Nun gilt in Grünwet­ters­bach ­zwi­schen der "Reickert­stra­ße" und "Am Wiesen­acker" und in Palm­bach zwischen der "Wald­bron­ner Straße" und "Auf der Rö­mer­stra­ße" künftig Tag und Nacht die Obergrenze von 30 km/h. Damit werden sich die Emissi­ons­werte der stark befah­re­nen ­Durch­fahrt­straße beider Stadtteile enorm senken. Die Reduzie­rung ­der Geschwin­dig­keit bedeute allerdings längere Fahrzeiten für den ÖPNV. Herr Norbert Hacker vom Amt für Umwelt- und Ar­beits­schutz zeigte verschie­dene Ideen zur Einsparung von Fahr­zei­ten auf durch Steigerung der Durch­läs­sig­keit der Orts­durch­fahrt oder durch die Schaffung von Be­schleu­ni­gungs­mög­lich­kei­ten an Ampeln.
Alle im Ortschafts­rat vertre­te­nen Fraktionen zeigten sich er­freut über die verän­der­ten Richt­li­nien zu Tempo-30-Zonen in unseren beiden Stadt­tei­len. Ergänzend erhielt das Amt für 'Um­welt- und Arbeits­schutz den Prüfauf­trag, zwischen der Straße "Am Kloth" und der "Wald­bron­ner Straße" ebenfalls ein ganz­tä­gi­ges Tempo-30-Limit einzu­füh­ren.


Top 4

Bebau­ungs­plan "An der Ochsen­straße, 2. Änderung", Karlsruhe- Stupferich;

Anhörung im Rahmen der Behör­den­be­tei­li­gung nach § 4 Abs. 1 BauGB


Die Physik Instru­mente (PI) GmbH und Co.KG beabsich­tigt weite­re ­bau­li­che Entwick­lung in dem Gebiet "An der Ochsen­stra­ße". In meh­re­ren Abschnit­ten sollen neue Gebäude für Büros, für die For­schung, für die Produktion und ein Parkhaus für Mitar­bei­ten­de ent­ste­hen. Für das Vorhaben muss ein inves­ti­ti­ons­be­zo­ge­ner ­Be­bau­ungs­plan aufge­stellt werden. Der dafür erfor­der­li­che Um­welt­be­richt, eine arten­schutz­recht­li­che Unter­su­chung und ein Ver­kehrs- und Lärmgut­ach­ten wurden bereits erstellt und be­rück­sich­tigt. Der Entwick­lungs­plan soll stufen­weise in ca. 10-15 Jahren erfüllt werden. Der Ortschafts­rat begut­ach­tete die Ein­bet­tung, die Gebäu­de­hö­hen und Optik der geplanten Gebäude in das vorhandene Gelände. Ein besonderes Augenmerk richteten die Räte auf das hohe Büroge­bäude und den Verkehrs­fluss zum Parkhaus und den Produk­ti­ons­stät­ten. Gemäß ihrer Betriebsphi­lo­so­phie ­be­rück­sich­tigte PI in ihren Plänen genügend Ausgleichs­flä­chen, eine anspre­chende Gebäu­de­ge­stal­tung durch inter­na­tio­na­le Ar­chi­tek­ten­wett­be­werbe und eine gute Verkehrs­pla­nung.
Als vorweg­ge­zo­gene Maßnahme für den Arten­schutz wird die Aus­gleichs­flä­che etwas verändert und im Bereich "Unte­re ­Kohl­plat­te" ein Fleder­maus­kor­ri­dor entstehen.
Aufgrund dieser Infor­ma­tio­nen stimmt der Ortschafts­rat dem wei­te­ren Verfahren zu.