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Karlsruhe: Stadtteile

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Wildere Wiesen

Vor den Türen von Wetters­bachs erstreckt sich das
Landschafts­schutz­ge­biet und ein Natura-2000-Gebiet, die zum Ziel haben, die Landschaft als Kultur­land­schaft zur Erholung des
Menschen und die Lebens­stät­ten von zahllosen Tier- und
Pflan­zen­ar­ten zu schützen und zu erhalten.
Um eine Kultur­land­schaft erhalten zu können, ist die Bewirt­schaf­tung durch den Menschen eine Grund­vor­aus­set­zung. So müssen die Wiesen jährlich gemäht werden, damit sie nicht verfilzen, verbuschen und zuwachsen.
Es stellt sich allerdings die Frage nach der Häufig­keit der Mahd, dem Zeitpunkt und der "Gründ­lich­keit" der Flächen­pflege. So will man doch eine Wiese reich an Kräutern haben und keinen Rasen, der nur Löwenzahn oder Gänse­blüm­chen beherbergt. Wir wünschen uns eine Landschaft, die reich ist an Arten, wie Vögeln, Schmet­ter­lin­gen, Grillen, Käfern, Bienen etc. in allen Formen und Farben.
Solch einen Arten­reich­tum schafft man durch Reichtum an Strukturen, das heißt unein­heit­lich gepflegte Landschaft, mit zu unter­schied­li­chen Zeiten gemähten Abschnit­ten - da kann ruhig mal ein Streifen stehen bleiben - auch über den Winter - bietet er doch
Insekten und Klein­tie­ren Wohnort, Unter­schlupf und
Nahrungs­grund­lage.
Auch die Häufigkeit der Mahd ist entschei­dend. Denn: eine häufige Mahd fördert Gräser und die meisten Blüten­pflan­zen erreichen keine Samenreife - ihr Bestand geht nach und nach zurück und die Wiese verarmt an Pflanzen- und in der Folge auch an Tierarten. Also ist es förderlich die Wiesen erst zu mähen, wenn die Kräuter ausgesamt haben und sie auch in Teilen stehen zu lassen. Weiterhin sollte man das Heu noch einige Tage auf der Fläche verbleiben lassen, damit die Pflanzen ihre "Notreife" vollziehen können und die Samen somit nicht verloren gehen.
Weniger ist oft mehr und die "Sauber­keit und Ordnung" mancher Gärten ist in der Natur nicht angebracht - wild wachsende Bereiche, die im mensch­li­chem Bewusst­sein unordent­lich erscheinen mögen, sind für Vögel, Insekten und Klein­s­äu­ger oft wichtiger Lebensraum - schon klein­flä­chig erhalten bieten sie ihnen Lebens­grund­lage. Wenn Sie auf nur kleinen Teilen Ihrer Wiesen dies zulassen, werden Sie bald den sich einstel­len­den Reichtum an Leben und Vielfalt bewundert können.

Weitere Infor­ma­tio­nen zu den Wetters­ba­cher Wiesen erhalten Sie gerne vom Umwelt- und Arbeits­schutz der Stadt Karlsruhe unter der Telefon­num­mer: 0721 - 133 3124 (Frau Hahne) oder im Internet (s. Link unten).
Alle Kartie­run­gen mit Karten zum Natura 2000-Gebiet "Wiesen und Wälder bei Ettlingen" können Sie bei der LUBW einsehen unter: http://www.lubw.baden-wuert­tem­berg.de - Publi­ka­tio­nen

Weitere Informationen zu den Wettersbacher Wiesen

 

Böschungs­­ab­­stich für Wildbie­nen


 

Böschungs­ab­stich für Wildbie­nen

In der Wingert­gasse in der Nähe des Schwarz­wald­ver­ei­nes wurde Ende März/­An­fang April auf Veran­las­sung des Umwelt- und Arbeits­schut­zes der Stadt Karlsruhe die Böschung steil abgesto­chen, um neuen besie­del­ba­ren Raum für Wildbienen zu schaffen.
In Deutsch­land leben ca. 600 Wildbie­nen­ar­ten, damit sind alle Bienen­ar­ten gemeint, ausge­nom­men der Honigbiene. Die meisten von ihnen leben solitär (einzeln) und bilden keine Stämme. Sie nutzen als Brutplät­ze modriges Holz, markige Pflan­zen­stän­gel oder den Erdboden. Sämtliche heimische wildle­bende Bienen sind besonders geschützt, denn fast die Hälfte der Arten ist in Deutsch­land in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Doch Bienen zählen zu den wichtigs­ten Pflan­zen­be­stäu­bern - ihre Bewahrung und Förderung ist eine grund­le­gende Aufgabe.
Solche Böschungen und Steilwände wie hier in der Wingert­gasse werden gerne von erdbe­woh­nen­den Wildbienen als Nistplatz genutzt, z.B. von Erd- oder Sandbienen, Furchen- und Schmal­bie­nen. Die Weibchen beginnen im April mehrere Zentimeter tiefe Löcher zu graben, in denen in mehreren Brutzellen jeweils ein Ei abgelegt wird. Die Brutkam­mern werden verschlos­sen. Je nach Bienenart schlüpfen die Tiere im Sommer und überwin­tern als erwach­se­nes Insekt, andere überwin­tern als Larve.
Sie lieben die warme Südex­po­si­tion und den offenen Erdboden - deshalb soll von nun an der steile Bereich Böschung durch regel­mä­ßige Pflege weitgehend offen gehalten werden. Der Rest der Böschung wird sich im Laufe des Jahres schnell wieder selbst begrünen.
Übrigens: Solitäre Wildbienen sind für den Menschen völlig ungefähr­lich! Sie greifen Menschen nicht an und vertei­di­gen ihre Nester in Gegensatz zu sozialen Bienen nicht.
An der Schaffung dieses Biotopes können sich auch andere Tiere wie z.B. Zaunei­dech­sen erfreuen, die ähnliche Ansprüche haben. Schauen Sie doch mal nach!