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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik Palmbach

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
1701
Aus Hessen-Darmstadt kommend, gründen 28 Waldens­er­fa­mi­lien den Ort La Balme. Sie dürfen sich auf der Gemarkung Grünwet­ters­bach, die seit dem Dreißig­jäh­ri­gen Krieg und den Verwüs­tun­gen durch franzö­si­sche Truppen 1689 zum Teil verödet ist, nieder­las­sen. Der Ortsname erinnert an das Heimatdorf La Balme im Chisonetal in den Alpen, von wo die Waldenser wegen ihres Glaubens vertrieben worden waren. Noch im 18. Jahrhun­dert bürgert sich für den Ort der Name Palmbach ein.
1720
Da das den Waldensern überlas­sene Land zur Ernährung nicht ausreicht, erhalten 12 Familien die Erlaubnis zur Auswan­de­rung.
1722
Palmbach erhält mit Jaques Resplandin seinen ersten eigenen Pfarrer.
1725
Bau der ersten Kirche. Der schlichte Fachwerk­bau wird am 25. November eingeweiht.
1729
Errichtung eines Pfarr­hau­ses
1806
Palmbach, bisher dem Amt Neuenbürg (Würt­tem­ber­g) zugehörig, wird infolge der Bildung des Großher­zog­tums Baden dem Amt Durlach angeglie­dert und damit badisch.
1809
Errichtung des ersten Schul­hau­ses und Anstellung des ersten deutschen Lehrers. Zuvor wurden die Kinder von Ortsan­säs­si­gen franzö­sisch und deutsch unter­rich­tet.
1829
In Palmbach sind nach einem amtlichen Bericht über die Vermö­gens­ver­hält­nisse "zwei Drittel der Gemeinde vergantet, die übrigen hart mit Schulden gedrückt". Es existieren zwei Gastwirt­schaf­ten.
1844
Einrich­tung des Rathauses in einem 1790 erbauten Wohnhaus.
1870
In Palmbach zeichnet sich ein Struk­tur­wan­del ab. Viele Bauern verdienen in nahege­le­ge­nen Stein­brü­chen oder den entste­hen­den Fabriken in Durlach, Karlsruhe und Ettlingen ein Zubrot. In den Jahren 1830-1870 entschie­den sich 84 der etwa 300 Einwohner für die Auswan­de­rung nach Übersee, um ihre Existenz­be­din­gun­gen zu verbessern.
1886
Gründung eines Gesang­ver­eins "Harmonie".
1892
Die Wasser­ver­sor­gung wird durch den Beitritt der Gemeinde zum Wasser versor­gungs­ver­band des Alb-Pfinz-Plateaus langfris­tig gesichert.
1902
Bau eines neuen Rat- und Schul­hau­ses.
1905
Gründung eines Turnver­eins. Er wird 1947 in "Turn- und Sport­ver­ein" umbenannt.
1906
Bau einer neuen Kirche im neugo­ti­schen Stil.
1914
Fertig­stel­lung des neuen Pfarr­hau­ses.
1925
Einrich­tung einer Buslinie nach Durlach. Im Ort leben 392 Einwohner.
1935
Der Dorfbach ist kanali­siert.
1939
Gründung einer Freiwil­li­gen Feuerwehr.
1944, 4. Dez.
Palmbach wird bei einem Luftan­griff auf Karlsruhe in Mit leiden­schaft gezogen. Ein Einwohner stirbt, der Chor der Kirche wird zerstört.
1954
Die Einwohner­zahl ist durch den Zustrom von Flücht­lin­gen aus den ehemaligen deutschen Ostge­bie­ten von 427 im Jahre 1938 auf etwa 550 angestie­gen. Im Ort existieren 60 landwirt­schaft­li­che Klein- und Neben­er­werbs­be­triebe. Über 100 Palmbacher arbeiten in Fabriken in Durlach, Karlsruhe, Ettlingen und auch Pforzheim.
1958/1964
Mit der Erschlie­ßung von 33 bzw. 66 Bauplät­zen vollzieht sich der Wandel des Ortsbildes, das Dorf wird zum ländlichen Wohnort.
1966
Die Zahl der Bauern hat sich von 48 im Jahre 1946 auf 14 verringert, die Zahl der Arbeiter ist von 112 auf 249 gestiegen.
1972, 1. Jan.
Palmbach bildet mit Grünwet­ters­bach die neue Gemeinde Wetters­bach. Die Hoffnung, damit die Selbstän­dig­keit zu sichern, erfüllt sich nicht.
1975, 1. Jan.
Einge­mein­dung von Wetters­bach nach Karlsruhe. Danach erhält Palmbach als Karlsruher Ortsteil wieder den ursprüng­li­chen Namen. Der Ortsteil zählt 1.373 Einwohner.
Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.

Die Chroniken der Karlsruher Stadt­tei­le sind diesem Buch entnommen.