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Karlsruhe: Stadtteile

Der Kirschenhügel in Hohenwettersbach

Brunnen in der Ortsmitte von Hohenwettersbach

Brunnen in der Ortsmitte von Hohenwettersbach


De Kerschdebuckel (Kirschenhügel)

Vom Kutscher­weg (Verbin­dungs­weg zwischen Ochsen­straße und Bergwald) weit hinunter in Richtung Durlach, im Gewann Grünberg, erstrecken sich alte Kirsch­bau­m­an­la­gen mit z.T. riesigen Bäumen. Ein schöner Anblick, über dem jungen Grün der Wiesen die herrlichen weißen Blüten der Kirsch­bäume, im Hinter­grund die Rheinebene und über Durlach der Turmberg.

Hohen­wet­ters­ba­cher Kirschen in den Sorten Pfälzer Riesen, Rote Kracher, Schuppige und andere waren bis in die Nachkriegs­zeit sehr gefragt. Heute ist das Abernten der hohen Bäume unrentabel geworden. Im Interesse der Umwelt und der Lebens­qua­li­tät, die von ihnen ausgeht, sollten wir sie jedoch unbedingt erhalten.

Was ist das Besondere an den Kirschen in Hohenwettersbach?

Auf dem Brunnen in der Ortsmitte sind auf einem Schild Ähren, Kirschen und Wäsche­klam­mern abgebildet. Kirschen und Klammern stehen für einen Teil der Arbeit und des Einkom­mens der ehemaligen Taglöhner, die wie der Name schon sagt, nur zeitweise auf dem Gut für Taglohn arbeiten konnten.

Das war ein karges Einkommen, die Ernährung der Familie mußte durch die Erträge aus den Taglöh­ner­gär­ten sicher­ge­stellt werden. Selbst­ver­ständ­lich mußte auch dafür, wie auch für die kargen Behau­sun­gen, Pacht an den Grund­herrn bezahlt werden. Der Anbau der Kirschen brachte im Sommer ein Zubrot, im Winter wurden Wäsche­klam­mern, Zündhölz­chen und andere Klein­ar­ti­kel herge­stellt und von Haus zu Haus verkauft. Daher der Übername "Spengler" für die alten Hohen­wet­ters­ba­cher. Bei der Neugrün­dung der selbstän­di­gen Gemeinde Hohen­wet­ters­bach im Jahre 1864 – das alte Dürren­wet­ters­bach war 1615 bei einem Brand und im 30-jährigen Krieg unter­ge­gan­gen -, verkaufte der Grundherr Wilhelm Friedrich Schilling von Cannstatt 291 Morgen Land. Die Stadt Durlach wurde gezwungen, 196 Morgen Land abzugeben. Dadurch erst konnte die Gemeinde Hohen­wet­ters­bach neu entstehen. Aus Kolonisten, so hießen die mehr oder weniger abhän­gi­gen Einwohner, wurden Bürger. Aus dieser Zeit stammt auch das heute so wichtige gemein­de­ei­gene Bauland. Bei der Einge­mein­dung im Jahre 1972 waren es 34 Hektar.

Auf dem Grünberg (= Grasland) wurden Kirschen angepflanzt. Das Gras und Heu wurde dringend für die Klein­tier­hal­tung benötigt. Heu wird auch heute noch geerntet und an Pferde­hal­ter und den Tierpark verkauft. Was auf jeden Fall geblieben ist, ist eine einmalige Flora und Fauna, was im Übrigen für einen Großteil der Gemarkung gilt.