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Karlsruhe: Städtepartnerschaften

Die Partnerstadt Temeswar - "Klein Wien" an der Bega

Entstehung der Partner­schaft

Auf Initiative des ehemaligen Stadtrats Günther Rüssel wurde nach dem politi­schen Umbruch in Rumänien eine Städte­freund­schaft mit Temes­war/Ti­mi­soa­ra/Te­mesch­burg angeregt. Die Kontakte wurden auf einer breiten Basis gelebt, so dass im Jahr 1997 die Umwandlung in eine Städte­part­ner­schaft erfolgte.

Das nahe der ungari­schen Grenze liegende Temeswar ist mit über 330.000 Einwohnern heute die dritt­größte Stadt Rumäniens. Seit September 1992 ist die Stadt an der Bega freund­schaft­lich, seit November 1997 durch einen Partner­schafts­ver­trag mit Karlsruhe verbunden. Karitative Organi­sa­tio­nen knüpften nach der rumäni­schen Revolution von 1989 erste Kontakte zwischen den beiden Städten. Es folgten umfang­rei­che Hilfs­lie­fe­run­gen aus der Fächer­stadt, vor allem technische und medizi­ni­sche Geräte oder Medika­mente. Aber auch so schlichte Hilfsgüter wie Bettwäsche und Bügeleisen konnten die Not in den Kranken­häu­sern und sozialen Einrich­tun­gen Temeswars ein wenig lindern helfen.

Dem ersten Besuch einer Delegation des Karlsruher Gemein­de­rats folgten zahlreiche Gegen­be­su­che. So waren etwa bereits im Herbst 1992 fünfzig Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums in Temeswar Gäste des Rüppurrer Max-Planck-Gymnasiums, 1993 fand das erste Bundes­tref­fen der Temeswarer in Karlsruhe statt. Studenten-, Trachten- und Volks­tanz­grup­pen, Orchester, Ballett­com­pa­gnien und Theate­ren­sem­bles kamen, rumänische Sportler nahmen am Rot-Kreuz-Marathon teil und auch Univer­si­täts­rek­to­ren tauschten sich aus. Ende 1997 öffnete auf Initiative der beiden Städte im Karlsruher Rathaus das deutsch-rumäni­sche Wirtschafts­büro, das Kontakte zwischen Unter­neh­men hier und dort knüpft. Mittler­weile bestehen auf vielen Ebenen enge freund­schaft­li­che Verbin­dun­gen, die nicht zuletzt durch den Freun­des­kreis Karlsruhe-Temesch­burg nachhaltig gepflegt und gefördert werden.

Temeswar hat eine wechsel­volle Geschichte. Die Hauptstadt des Banat wurde 1177 erstmals als "Demen­si­en­sis castrum" urkundlich erwähnt. Nach der Zerstörung durch die Tataren im Jahre 1241 rief der ungarische König Bela IV. deutsche Siedler in das entvöl­kerte Land, die die Stadt wieder aufbauten. 1443 durch ein Erdbeben erneut zerstört, wurde Temeswar 1552 von den Türken einge­nom­men und erst 1716 von der öster­rei­chi­schen Armee unter Prinz Eugen endgültig zurück­ero­bert.

Die Stadt, die unter den Kriegs­ein­wir­kun­gen schwer gelitten hatte, wurde erneut wieder­auf­ge­baut. Öster­rei­chi­scher Barock prägt seither das Stadtbild Temeswars, "Klein Wien" nannte man die Stadt deshalb vor dem Ersten Weltkrieg. Dom, Rathaus und viele Adelspa­läste aus dem 18. Jahrhun­dert blieben bis heute erhalten und vermitteln die typische Ausstrah­lung einer Provinz­haupt­stadt der früheren Donau­mon­ar­chie. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Banat von Ungarn abgetrennt und seither gehört Temeswar zu Rumänien. Die Auswir­kun­gen der Ceausescu-Diktatur, die Rumänien herun­ter­wirt­schaf­tete und aus den Menschen ein Volk der Hungernden, Frierenden und medizi­nisch Unter­ver­sorg­ten machte, hinter­las­sen allerdings auch heute noch einige Spuren. Doch von Temeswar aus kam 1989 das Signal zum Sturz des Regimes. Nachdem die Bevöl­ke­rung im Dezember das Partei­ge­bäude der Stadt gestürmt hatte, griff die Revolu­tion auf das ganze Land über. Einige Tage später war das Ende der Ceausescu-Herrschaft gekommen.

Verschie­dene Natio­na­li­tä­ten, die insgesamt 40 Glaubens­ge­mein­schaf­ten angehören, prägen auch heute das Leben der Stadt, darunter die Nachfahren der Ungarn und Deutschen als zahlen­mä­ßig stärkste Minori­tä­ten neben Serben, Roma und Bulgaren. Die Kultur hat dabei einen hohen Stellen­wert. In Temeswar gibt es ein Natio­nalthea­ter, die rumänische Oper, ein deutsches und ein ungari­sches Staats­thea­ter, ein Puppen­thea­ter und die Staats­phil­har­mo­nie. Auch in der Bildung stehen Stadt und Umgebung ganz vorne: Die insgesamt sieben Hochschu­len werden von mehr als 20.000 Studie­ren­den besucht. In Politik und Wirtschaft des Landes spielt Temeswar ebenfalls eine bedeutende Rolle und ist überdies eine wichtige Verkehrs­dreh­scheibe mit einem inter­na­tio­na­len Flugplatz.

 

Domplatz

Domplatz


Türme der Orthodoxen Mitropolitenkathedrale

Türme der Orthodoxen Mitropolitenkathedrale


Serbisch-orthodoxes Bischofspalais

Serbisch-orthodoxes Bischofspalais


Häuser am Domplatz

Häuser am Domplatz


Dom mit Dreifaltigkeitssäule

Dom mit Dreifaltigkeitssäule


Barockschloss und altes Geschäftshaus

Barockschloss und altes Geschäftshaus


Romulus und Remus Säule und Wohnhäuser bei der Kathedrale

Romulus und Remus Säule und Wohnhäuser bei der Kathedrale


Orthodoxe Mitropolitenkathedrale

Orthodoxe Mitropolitenkathedrale



Llyod Palais, Prunkstück am Siegesplatz (hist. Postkarte)

Llyod Palais, Prunkstück am Siegesplatz (hist. Postkarte)


Rathaus

Rathaus


 

Daten und Fakten zu Temeswar

Lage: Größte Stadt im Westen Rumäniens, Hauptstadt des Regie­rungs­be­zirks Timis und dritt­größ­te Stadt des Landes.

Fläche: 130 Quadrat­ki­lo­me­ter.

Einwohner: 332.631.

Wirtschaftss­truk­tur: Tradition haben hier elektro­ni­sche und elektro­tech­ni­sche Industrie (Elek­tro­mo­to­ren, digitale Telefon­zen­tra­len, Software), Holzver­ar­bei­tung, Bauwesen, Chemie und Petro­che­mie, Maschi­nen­bau (Indus­triero­bo­ter, Maschinen für Landwirt­schaft und Lebens­mit­tel­in­dus­trie), Textilien, Lederwaren, Handel und Dienst­leis­tun­gen. Nieder­las­sun­gen bekannter Automo­bil­her­stel­ler, wie Mercedes Benz, Renault, Daewoo und Ford, aber auch großer inter­na­tio­na­ler Konzerne wie Coca-Cola, Conti­nen­tal oder Alcatel.

Wissen­schaft und Bildung: Sieben Hochschu­len mit über 20.000 Studie­ren­den, Univer­si­tät für Agrar­wis­sen­schaf­ten, Univer­si­tät West (Recht, Philologie, Journa­lis­mus), Polytech­ni­kum. Sport und

Freizeit: Ein großes, zwei kleine Fußball­sta­dien, zehn Bäder.

Kultur: Natio­nalthea­ter, rumäni­sche Oper, deutsches und ungari­sches Staats­thea­ter, Puppen­thea­ter und Staats­phil­har­mo­nie "Banatul", Museen und Kunst­ga­le­rien.

Verkehr: Inter­na­tio­na­ler Flughafen Temeswar (7.800 Flüge pro Jahr), der die Stadt mit New York, Chicago, Amsterdam, London, Frankfurt, Zürich, Kopenhagen, Moskau, Tokio, Teheran, Wien und Budapest verbindet. Der Kreis Timis verfügt über eines der dichtesten Eisen­bahn­netze Rumäniens. Wieder­er­öff­nung der Schiff­fahrt auf dem Bega-Kanal, Binnen­ha­fen.

(Bild- und Textquelle: Stadt Karlsruhe, Hauptamt)

 

Weitere Partnerstädte von Temeswar

Faenza Italien, seit 1991
Gera Deutsch­land, seit 1998
Mühlhausen Frankreich, seit 1991
Rueil-Malmaison Frankreich, seit 1993
Szeged Ungarn, seit 1998
Treviso Italien, seit 2003
Palermo Italien, seit 2005
Novi SadSerbien, seit 2005
Graz Österreich, seit 1987
Nottinham Großbri­tan­nien, seit 2008