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Karlsruhe: Städtepartnerschaften

Die Partnerstadt Nancy - Stadt der Wirtschaft und Kultur

Entstehung der Partner­schaft

Ein erfolg­rei­cher Schüler­aus­tausch zwischen dem Lessing-Gymnasium Karlsruhe und dem Lycée Jeanne d'Arc in Nancy gab die Initi­al­zün­dung für die Städte­part­ner­schaft zwischen Karlsruhe und Nancy. Die beiden Oberbür­ger­meis­ter Günter Klotz und Pierre Weber besie­gel­ten 1955 die Verbindung per Handschlag und legten damit den Grundstein für eine große und tiefe Verbindung in Freund­schaft.

In einer grünen Fluss- und Hügel­land­schaft gelegen, ist Nancy eine moderne Großstadt mit großer Tradition. Die Randlage im zentra­lis­tisch orien­tier­ten Frankreich hat Nancy stets mit Selbst­be­wusst­sein ausge­gli­chen: gegründet vor allem auf seine eigen­stän­dige Geschichte, die jahrhun­der­te­lang mit dem freien Herzogtum Lothringen verbunden war, und aufbauend auf seine Leistungs­fä­hig­keit als wirtschaft­li­ches und kultu­rel­les Ballungs­zen­trum, das sich im modernen Frankreich zu profi­lie­ren weiß. Nancy ist Univer­si­täts­stadt, Verwal­tungs­zen­trum, Kongress­stadt, Finanz­zen­trum und Mittel­punkt einer Region, deren Schwer­punkt Eisen- und Stahl­in­dus­trie um moderne Indus­trie­zweige erweitert wurde. Ein Beispiel der jüngsten Geschichte ist der Techno­lo­gie­park im Südwesten der Stadt, ein Projekt mit futuris­ti­scher Dimension.

Nancy ist ein Verkehrs­kno­ten­punkt, etwa gleich weit entfernt von Paris, Lyon, Brüssel und dem Ruhrgebiet (rund 300 Kilometer). Karlsruhe liegt etwas näher (rund 230 Kilometer). Die großen Nord-Süd-Routen und Ost-West-Verbin­dun­gen berühren sich hier. Die Nähe zu Luxemburg, Belgien und Deutsch­land schafft eine ideale Lage im Zentrum Westeu­ro­pas. Vielleicht ein Grund für das europäi­sche Engagement, denn die Jumelage Nancy-Karlsruhe ist eine der ältesten deutsch-franzö­si­schen Städte­part­ner­schaf­ten überhaupt. Ein Platz in Nancy trägt heute den Namen "Place de Karlsruhe".

Die zentrale geogra­phi­sche Lage hatte auch Einfluss auf die Geschichte der Stadt Nancy und des Herzog­tums Lothringen, das sich lange Zeit zwischen den Großmäch­ten behaupten konnte. Im 16. Jahrhun­dert gehörte der lothrin­gi­sche Hof zu den glänzends­ten Europas. Zuvor war 1477 in der berühmten "Schlacht von Nancy" der Angriff Karls des Kühnen abgewehrt worden. Das Stadttor "Porte de la Craffe", das älteste Bauwerk Nancys, ist als Teil der damaligen Festungs­an­la­gen bis heute erhalten geblieben.

Immer waren die Blüte­zei­ten von Nancy verbunden mit archi­tek­to­ni­schen Glanz­leis­tun­gen. Das gilt für die Stadt­er­wei­te­rung im 16. Jahrhun­dert, als neben der beste­hen­den Altstadt eine "neue Stadt" mit gerade gezogenen Straßen und italie­nisch orien­tier­ter Archi­tek­tur entstand. Und dies gilt auch für die pracht­volle Stadt­an­lage, die nach 1700 unter Stanislaw Leczc­zyn­ski gebaut wurde. Eine Anlage, die der Stadt das Attribut "könig­li­ches Nancy" einbrachte. Der ehemalige polnische König war der Schwie­ger­va­ter Ludwigs XV. Ihm sind die berühmten Plätze "Place de la Carrière" und "Place Stanislas" zu verdanken, die jeder kennt, der einmal Nancy besucht hat. Ein Triumph­bo­gen verbindet die beiden Plätze, die mit den herrlichen vergol­de­ten Gittern von Jean Lamour und den schönen Fontänen und Brunnen mit barockem Figuren­schmuck das charak­te­ris­ti­sche Lebens­ge­fühl einer Epoche zum Ausdruck bringen.

Nach dem Tode von Stanislaw kam Lothringen zu Frankreich. Nancy wurde 1777 Bischofs­sitz. Erst nach 1871 begann ein neues Wachstum. Das ehemalige höfische Nancy entwi­ckel­te sich nun zur Wirtschafts- und Indus­trie­me­tro­pole. 1909 fand hier die Weltaus­stel­lung statt. Die Kunst aber blieb bis heute ein bedeu­ten­der Faktor. Um 1900 entstand die "Ecole de Nancy" an der Spitze der Jugend­stil­be­we­gung, deren progres­sive Formen­spra­che nach wie vor Gültigkeit hat. Unter den vielen Museen Nancys befinden sich das Musée des Beaux-Arts, das histo­ri­sche Museum mit Zeugnissen aus römischer und merowin­gi­scher Zeit, das geolo­gi­sche Museum, das Eisen-Museum und schließ­lich das zoolo­gi­sche Museum mit dem tropischen Aquarium, das die reichste Sammlung der Welt beher­ber­gen soll.

Kunst und Wissen­schaft sind ständig gegen­wär­tig. Stanislaw gründete einst eine Ärzte­schule, aus der die berühmte medizi­ni­sche Fakultät Nancy hervorging. Heute ist die natur­wis­sen­schaft­li­che Univer­si­tät Nancys die dritt­größte Frank­reichs.

Die Stadt profitiert davon, dass sich ihre Industrie außerhalb befindet und das histo­ri­sche Stadtbild nicht berührt. Es bleibt in seiner vollkom­me­nen Schönheit erhalten. Und es ist ein Magnet für ein breites Publikum, vor allem im Sommer mit den nächt­li­chen "spec­tacles son et lumière" auf dem wohl schönsten Platz der Stadt.

 

Place Stanislas

Place Stanislas


Place Stanislas


Arc Héré

Arc Héré



Brunnen an der Place Stanislas

Brunnen an der Place Stanislas



Blick vom Rathaus zum Gouverneurspalast

 

Daten und Fakten zu Nancy

Lage: Im Osten Frank­reichs, an den Flüssen Meurthe und Rhein-Marne-Kanal, 197 m über NN, größte Stadt Lothrin­gens, Hauptstadt des Dépar­te­ments Meurthe-et-Moselle.

Fläche: 149 Quadrat­ki­lo­me­ter. Einwohner: 330.000 einschließ­lich der Vororte.

Wirtschaftss­truk­tur: Tradi­tio­nel­le Eisen- und Stahl­in­dus­trie, Salinen, Brauereien, Großmühlen, Kristall­her­stel­lung, moderne Techno­lo­gie, Finanz- und Banken­zen­trum, Messe­ge­lände, Kongress­stadt.

Wissen­schaft und Bildung: Seit 1768 Univer­si­tät mit geistes- und natur­wis­sen­schaft­li­chen Fakultäten, Nationales Zentrum für wissen­schaft­li­che Forschung, Ingenieur­schu­len, Verwal­tungs­aka­de­mie, Akademie der Künste, Konser­va­to­rium, insgesamt 14.900 Studenten.

Kultur: Theater, Sympho­nie­or­che­s­ter, Ballett, Jazz-Festival, Weltthea­ter­fes­ti­val, Museen, berühmte Stadt­ar­chi­tek­tur.

Sport und Freizeit: Sportpark "Marcel Picot", Olympi­sches Schwimm­sta­dion von Fentilly, Eislauf­bahn, Reitplatz, Pferde­renn­bahn, Golf und Tennis, "Open des tennis de Lorraine" im März.

Verkehr: Flugplatz mit Verbin­dun­gen nach Paris und Lyon, Autobahnen A4 und A31, Eisen­bahnk­no­ten­punkt, Schiffs­ver­bin­dun­gen über den Rhein-Marne-Kanal bis zur Nordsee und zum Mittelmeer.

(Bild- und Textquelle: Stadt Karlsruhe, Hauptamt)

 

Weitere Partnerstädte von Nancy

Newcastle-upon-Tyne, Großbri­tan­nien seit 1954
Lüttich, Belgien seit 1954
Padua, Italien seit 1964
Konazawa, Japan seit 1973
Kirjat Schmana, Israel
seit 1984
Lublin, Polen seit 1988
Cincinnati, Ohio, USA
seit 1991