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Karlsruhe: Städtepartnerschaften

Die Partnerstadt Krasnodar - Von Kosaken am Kuban gegründet

Entstehung der Partner­schaft
Die langjäh­ri­gen und freund­schaft­li­chen Kontakte spielten eine entschei­dende Rolle, als sich der Karls­ru­her Gemein­de­rat im Jahr 1992 für eine Städte­freund­schaft mit der russischen Partner­stadt Krasnodar entschie­den hat. Die Kontakte im kultu­rel­len und sport­li­chen Bereich, Jugend­be­geg­nun­gen wie auch ein lebendiger Austausch zwischen den Verwal­tun­gen war Anlass, dass aus der Freund­schaft eine offizielle Städte­part­ner­schaft wurde.

Krasnodar, die Hauptstadt der Kuban-Region, ist die südlichste Bezirks­haupt­stadt Russlands. Die Stadt an den Ufern des zum Asowschen Meer fließenden Kuban-Flusses hat heute über 765.000 Einwohner; neben Russen auch Ukrainer, Armenier, Griechen und Deutsche. Rund um die Metropole zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer dehnt sich eine äußerst fruchtbare Landwirt­schafts­re­gion aus, die von den ertrag­rei­chen Böden und dem milden Klima gleicher­ma­ßen profitiert. So liegt in der Region um Krasnodar auch das nördlichste Teean­bau­ge­biet der Welt. Getreide, Sonnen­blu­men, Obst und Reis werden in 69 Staaten exportiert.

Krasnodar ist ein zentraler Verkehrs­kno­ten­punkt. Neben wichtigen Fernstra­ßen­ver­bin­dun­gen, die hier zusam­men­lau­fen, verfügt die Stadt über zwei Fernbahn­höfe und einen inter­na­tio­na­len Flughafen. Von der früheren Sowje­tu­nion einst gezielt zu einem indus­tri­el­len Zentrum ausgebaut, haben in Krasnodar heute vor allem Raffi­ne­rien sowie große Betriebe zur Herstel­lung von Werkzeugen und Landwirt­schafts­ma­schi­nen ihren Platz. Die Kuban-Metropole wird jedoch nicht nur von Industrie und Landwirt­schaft geprägt, sondern gilt auch als Stadt der Wissen­schaft und der Kultur. Seit 1920 ist Krasnodar Sitz der Kuban-Univer­si­tät mit ihren zwölf Fakultäten. Außerdem widmen sich hier fünf weitere Hochschu­len und eine Reihe von Insti­tu­tio­nen der wissen­schaft­li­chen Forschung, besonders in der Landwirt­schafts­pro­duk­tion und der Lebens­mit­tel­tech­no­lo­gie. Kunst und Kultur finden in zahlrei­chen Theatern, Biblio­the­ken und Museen Entfal­tungs­mög­lich­kei­ten.

Zwei auffal­lende Gemein­sam­kei­ten verbinden Krasnodar mit der Fächer­stadt: Wie Karlsruhe liegt Krasnodar genau auf einem geogra­phi­schen Breiten­grad, nämlich dem 45., und damit vier Breiten­grade südlicher als die ehemalige badische Landes­haupt­stadt. Ebenso wie Karlsruhe ist Krasnodar eine junge Gründung. Vor über zwei Jahrhun­der­ten, im Jahr 1793, schenkte die russische Zarin Katharina II. den Schwarz­meer­ko­sa­ken für ihre Verdienste um die Krone bewaldetes Land am rechten Ufer des Flusses Kuban. Katharina zu Ehren erhielt die zukünftige Stadt den Namen "Jeka­te­ri­no­dar" - Geschenk Katharinas. "Die Perle Russlands", so wird das Kuban­Ge­biet am Fuße des schnee­be­deck­ten Kaukasus unweit des Schwarzen Meeres genannt. Nicht nur Kosaken hatte die Zarin ins Land geholt: Deutsche Bauern erschlos­sen die frucht­ba­ren Böden am Kuban. Rund 30.000 Deutsche leben noch heute in der Region. 1867 erhielt Jekate­ri­no­dar den Status einer "zivilen Stadt". Zu Beginn des 20. Jahrhun­derts fuhren dort Straßen­bah­nen. Es gab ein Elektri­zi­täts­werk, Telefon und Kinos. Die Stadt wurde wegen ihrer schönen Parks und Kathe­dra­len berühmt, und ihre Gebäude in den Haupt­stra­ßen standen den Bauten in der russischen Hauptstadt in nichts nach. An der Spitze der Stadt­ver­wal­tung regierte das Stadt­par­la­ment, die "Duma". Aber die Oktober­re­vo­lu­tion erreichte auch den Kuban. Die Regie­run­gen wechselten. Ein neuer Stadtname wurde befohlen: Seit 1920 heißt die Stadt Krasnodar (aus dem Russi­schen krasnyi für rot). Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt von deutschen Truppen besetzt und im weiteren Kriegs­ver­lauf zerstört. So prägen heute überwie­gend moderne Bauten das Stadtbild. Grün und großzügig präsen­tiert sich die Metropole: Das mediter­rane Klima und die großen Alleen im Zentrum erinnern mehr an einen Urlaub im Süden als ein vom früheren Sozia­lis­mus geprägtes Stadtbild.

1979 wurden über einen Austausch des Stadt­ju­gend­aus­schus­ses erste Kontakte zwischen Karlsruhe und Krasnodar geknüpft. Seit 1992 verbindet ein offizi­el­ler Freund­schafts­ver­trag beide Städte, seit Dezember 1997 sind sie Partner. Zahlreiche Aktivi­tä­ten und Besuche von beiden Seiten haben die Beziehung seither mit Leben erfüllt. Dabei steht neben dem kultu­rel­len Austausch und persön­li­chen Begeg­nun­gen die materielle und ideelle Hilfe beim derzei­ti­gen Prozess der Umgestal­tung im Vorder­grund. Die Städte­part­ner­schaft­si­ni­tia­tive Karlsruhe - Krasnodar ist dabei einer der wesent­li­chen Motoren der Unter­stüt­zung.

 

Krasnodar Alexander Nevski Kirche

Krasnodar Alexander Nevski Kirche


Theater und Rathaus

Theater und Rathaus


Ekatherina Platz

Ekatherina Platz


Ekatherinadenkmal

Ekatherinadenkmal


Tanzgruppe mit traditionellen Trachten

Tanzgruppe mit traditionellen Trachten


 

Weitere Partnerstädte von Krasnodar

Talla­has­see USA
Bourgas Bulgarien
Ferrara Italien

 

Daten und Fakten zu Krasnodar

Lage: In Südruss­land an den Ausläu­fern des Kaukasus, etwa 100 km vom Schwarzen Meer entfernt, am Fluss Kuban, 21 bis 34 m über NN. Hauptstadt der Kuban-Region.

Fläche: 840 Quadrat­ki­lo­me­ter.

Einwohner: 765.000.

Wirtschaft­li­che Struktur: Wirtschaft­li­ches Zentrum der Kuban-Region, metall- und holzver­ar­bei­tende Industrie, Porzel­lan­ma­nu­fak­tur, Lebens­mit­tel­in­dus­trie, Tabak­fa­brik. Zahlrei­che Landwirt­schafts­be­triebe (u.a. Reisanbau am Kubans­tau­see sowie Tee und Wein), Sitz mehrerer Großbanken.

Wissen­schaft und Bildung: Staatl. Kuban-Univer­si­tät, staatl. Agrar-Univer­si­tät, techni­sche Univer­si­tät, Fachhoch­schule für Medizin, Kunst und Kultur, Sport. Über 40.000 Studenten. Mehrere wissen­schaft­li­che Forschungs­in­sti­tute, u.a. für Erdöl, Gas, landwirt­schaft­li­che Produkte.

Sport und Freizeit: Stadion Kuban (40.000 Zuschauer), mehrere kleine Stadien, fünf Schwimm­bä­der, Pferde­renn­bahn.

Kultur: Philhar­mo­nie, Schau­spiel­haus, Operet­ten­thea­ter, Puppen­thea­ter, Zirkus, Orgelsaal im Rathaus, Rimskij-Korsakow-Musik­hoch­schule, Sinfonie- und Kammer­or­che­s­ter, staatl. Kuban-Kosaken-Chor. Städt. Gemäl­de­ga­le­rie, historisch-archäo­lo­gi­sches Museum, "Kras­no­da­rer Arbat" (Stra­ßen­aus­stel­lung von Kunst­ge­gen­stän­den), Puschkin-Bibliothek.

Verkehr: Inter­na­tio­na­ler Flughafen (rd. 5 Mio. Passagiere jährlich), vier Bahnhöfe (Verbin­dun­gen: Moskau, Kaukasus, Schwarzes und Asowsches Meer), Knoten­punkt mehrerer Fernstra­ßen, Flusshafen am Kuban.

(Bild- und Textquelle: Stadt Karlsruhe, Hauptamt)