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Karlsruhe: Städtepartnerschaften

Die Partnerstadt Halle - Auf dem Boulevard zu Händel

Entstehung der Partner­schaft
Mit maßgeb­li­cher Unter­stüt­zung des damaligen Minis­ter­prä­si­den­ten Dr. Lothar Späth konnte Karlsruhe mit Halle noch vor der Wende Kontakt aufnehmen. Karlsruhe war 1987 eine der ersten bundes­deut­schen Städte, die eine Städte­part­ner­schaft mit einer Stadt im Osten Deutsch­lands einging. Behutsame Annäherung und eine strikte Einhal­tung von Verein­ba­run­gen kennzeich­ne­ten die Begeg­nun­gen bis zum Fall der Mauer. Danach verän­der­ten sich Qualität und Inhalt der geschlos­se­nen Partner­schaft. Karlsruhe machte durch konkrete Hilfe den Bürge­rin­nen und Bürgern in Halle Mut zu einem Neuanfang.

Das mehr als tausend­jäh­rige Halle gehört zu den alten Kultur­städ­ten Deutsch­lands. Seine Geschichte wird geprägt von stolzem Bürgersinn, von Reichtum und von geist­li­chem Leben. Jahrhun­der­te­lang war Halle erzbi­schöf­li­che Residenz, wovon zahlreiche kirchliche Bauten zeugen, die sich noch heute im Stadtbild neben moderner Hochhaus-Archi­tek­tur behaupten. Die Martin-Luther-Univer­si­tät hat eine Reihe berühmter Denker und Lehrer hervor­ge­bracht.

Die Salzvor­kom­men begrün­de­ten schon im Mittel­al­ter den Wohlstand der ehemaligen Hansestadt. Heute ist Halle eine Großstadt im Braun­kohl­e­re­vier, umgeben von chemischer Industrie - ein Standort der produ­zie­ren­den Wirtschaft mit all seinen Vor- und Nachteilen. Zugleich ist es eine Stadt der Kunst und Lebens­freude, und auch der Sport hat hier einen hohen Stellen­wert.

Am grünen Strand der Saale liegt die Stadt Halle einge­bet­tet in eine Einbuch­tung der Norddeut­schen Tiefebene. Burgruinen schmücken bewaldete Hügel, zwischen denen sich weite Flächen ausdehnen. "Roman­tisch" würde man sagen, wären da nicht die Belas­tun­gen moderner Industrie. Halle vereint in sich viele Gegensätze und viele Schichten der Historie werden hier offenbar. Wer sich auf Entde­ckungs­reise begeben will, der wird reichlich Anschau­ungs­ma­te­rial finden. Dazu muss man nicht unbedingt ins Museum gehen, obwohl es deren mehrere in Halle gibt. Schon die ersten Schritte auf dem "Boule­vard", den der soeben am Haupt­bahn­hof Angekom­mene betritt, führen mitten hinein in Vergan­gen­heit und Gegenwart. Der "Boule­vard" zieht sich als Fußgän­ger­zone fast einen Kilometer lang vom Bahnhof bis zum Marktplatz hin. Hier befindet sich das Geschäfts- und Einkaufs­zen­trum inmitten einer eindrucks­vol­len archi­tek­to­ni­schen Kulisse. Die meisten Gebäude stammen aus der Zeit vor 1900 und reprä­sen­tie­ren die unter­schied­lichs­ten Stilrich­tun­gen, vom Mittel­al­ter über die Renaissance bis zum Jugendstil.

Der Marktplatz, auf den der Boulevard mündet, ist das Zentrum der Altstadt. 14 Straßen und Gassen treffen auf ihm zusammen. An ihrem Schnitt­punkt steht der vor kurzem restau­rierte "Rote Turm", den sich im 15. Jahrhun­dert die selbst­be­wuss­ten Bürger bauten. Er und die viertür­mige Marien­kir­che bilden als Ensemble das Wahrzei­chen der Stadt. Auf dem Marktplatz steht auch das Denkmal Georg Friedrich Händels, der in Halle geboren wurde.

Wenige Kilometer vom alten Stadtkern entfernt wurde Halle-Neustadt gebaut, eine Großstadt vom Reißbrett für 100.000 Menschen, in der allein die Zweck­mä­ßig­keit die Form bestimmt. Das älteste Gebäude ist außerhalb des Stadtkerns auf einem Porphy­r­fel­sen zu finden. Von der Burg Giebi­chen­stein blieb bis heute der weithin sichtbare Bergfried aus dem 10. Jahrhun­dert erhalten. Der Name "Giebich" stammt aus germa­ni­scher Zeit und bedeutet "gütiger Geber", womit der Götter­va­ter Wotan gemeint ist.

Die Silbe "hall" im Ortsnamen deutet immer auf Salzlager hin. Das "weiße Gold" früherer Zeiten ist allerdings nicht mehr gefragt. In der Sole wird heute gebadet, die Salzge­win­nung findet im Museum statt. Aber die "Halloren", die ehemaligen Salzar­bei­ter, halten ihre Tradition aufrecht. Sie sind in der "Salzwir­ker­brü­der­schaft" zusam­men­ge­schlos­sen und pflegen ihre eigenen Bräuche und ihre Fachspra­che.

Die musische Seite kam nie zu kurz in dieser Stadt: Händels Geburts­haus ist heute Museum und Zentrum der Händel­for­schung. Die alljähr­li­chen Händel­fest­spiele gelten als Musiker­eig­nis ersten Ranges. Das Landes­thea­ter Halle und die Hallesche Philhar­mo­nie sind weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. An geistige Tradi­tio­nen wird der Besucher erinnert, wenn er die Wohnung von Friedemann Bach besichtigt oder das Wohnhaus von Martin Luthers Freund, Justus Jonas. Luther hat in Halle gepredigt, Goethe hat hier Vorle­sun­gen gehört; Namen wie Grünewald, Cranach und Dürer sind mit der Stadt verbunden. Sie war lange als Mittel­punkt des Pietismus und der Aufklärung von europäi­scher Bedeutung. Auch moderne Kunst hat ihren Platz: In der Moritzburg befindet sich die Gemäl­de­ga­le­rie. Im Tor-Turm der Burg hat in den 20er Jahren Lyonel Feininger gemalt und gezeichnet, darunter die berühmte "Markt­kir­che zu Halle".

 

Marktplatz mit den fünf Türmen und Händel Denkmal

Marktplatz mit den fünf Türmen und Händel Denkmal


Moritzburg

Moritzburg


Händel Haus

Händel Haus


Technisches Halloren- und Salinemuseum

Technisches Halloren- und Salinemuseum


Opernhaus

Opernhaus


Burg Giebichenstein

Burg Giebichenstein


Blick von der Burg Giebichenstein auf die Saale. Bilder: Stadt Karlsruhe - Hauptamt

Blick von der Burg Giebichenstein auf die Saale. Bilder: Stadt Karlsruhe - Hauptamt


 

Weitere Partnerstädte von Halle

Oulu,Finnland seit 1972
Linz, Österreich seit 1975
Coimbra, Portugal seit 1976
Grenoble, Frankreich seit 1976
Ufa in Basch­kor­tos­tan,Russland seit 1997
Hildesheim, Deutsch­land seit 1992

 

Daten und Fakten zu Halle

Lage: Nordrand der Leipziger Tieflands­bucht, 128 m über NN, in reizvoll geglie­der­ter Kultur­land­schaft an der Saale.

Fläche: 135 Quadrat­ki­lo­me­ter.

Einwohner: 270.000.

Wirtschaftss­truk­tur: Produ­zie­ren­des Gewer­be/­In­dus­trie, Anlagenbau, Druck-, Verlags­ge­werbe, Schie­nen­fahr­zeug­bau, Lebens­mit­tel­in­dus­trie, Handel, Dienst­leis­tun­gen (über 20 Banken und Sparkassen mit großem Filialnetz, alle wichtigen Versi­che­rungs­ge­sell­schaf­ten).

Wissen­schaft und Bildung: Martin-Luther-Univer­si­tät (gegr. 1694), Pädago­gi­sche Hochschule Halle-Köthen, Hochschule für Kunst und Design, Ingenieur­schule für Agrochemie und Pflan­zen­schutz, Medizi­ni­sche Fachschu­len, Akademie der Natur­for­scher "Leopol­di­na", Zentral­in­sti­tut für Schweiß­tech­nik.

Sport und Freizeit: Kurt-Wabbel-Stadion, Pferde­renn­bahn, Eissport­halle, Sporthalle Burgstraße, Tennis­an­la­gen, Botani­scher und Zoolo­gi­scher Garten, Naher­ho­lungs­ge­biete Saaleaue, Dölauer Heide, Saale­schiff­fahrt.

Kultur: Opernhaus, Neues Theater, Kinder- und Jugend­thea­ter, Puppen­thea­ter, Philhar­mo­nie, Kabarett "Die Kiebit­zen­stei­ner", Steintor-Varieté, Staatliche Galerie Moritzburg, Klubhaus "Schorre", Händel­fest­spiele, Later­nen­fest, Händelhaus, Stadt­mu­seum, Landes­mu­seum für Vorge­schichte, Botani­scher Garten der Univer­si­tät u.a.

Verkehr: Anschluss an Autobahn A14/A9 (Leipzig 35 km, Berlin 160 km, Dresden 135 km), Zugver­bin­dun­gen Richtung Berlin, Cottbus, Erfurt, Halber­stadt, Leipzig-Dresden, Magdeburg, Nordhausen, Saalfeld, Airport Leipzig Halle. Saale bis Halle schiffbar.

(Bild- und Textquelle: Stadt Karlsruhe, Hauptamt)