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Karlsruhe: Millenniums-Erklärung

Millenniums-Erklärung der Mitgliedskommunen des Deutschen Städtetags

Die acht Millenniumsziele

1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger.

2. Sicherung der Grund­schul­bil­dung für alle Kinder.

3. Gleich­stel­lung der Geschlech­ter und Stärkung der Rolle der Frau.

4. Verrin­ge­rung der weltwei­ten Kinders­terb­lich­keit.

5. Verbes­se­rung der Gesund­heits­ver­sor­gung der Mütter.

6. Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krank­hei­ten.

7. Gewähr­leis­tung einer ökolo­gi­schen Nachhal­tig­keit.

8. Aufbau einer globalen Partner­schaft für Entwick­lung.
 
Die Staats- und Regie­rungs­chefs von 189 Mitglieds­staa­ten der Vereinten Nationen haben im Jahr 2000 eine Strategie für eine neue globale Partner­schaft für Entwick­lung verab­schie­det. Die hieraus entwi­ckel­te "Mill­en­ni­ums-Erklärung" ist ein weltweites Abkommen zwischen Industrie- und Entwick­lungs­län­dern. Acht konkrete und messbare Ziele wurden festge­schrie­ben und setzen klare Vorgaben, zu denen sich die 189 Regie­run­gen bekannt haben. Am 14.02.2007 verab­schie­dete der Deutsche Städtetag die Millen­ni­ums-Erklärung. Mit kommunalem Einsatz soll eine breite Veran­ke­rung in der Bevöl­ke­rung erreicht werden. Der Gemein­de­rat der Stadt Karlsruhe hat der Millen­ni­ums-Erklärung des Deutschen Städte­ta­ges mit Beschluss vom 26.06.2007 zugestimmt.

Wortlaut der Millenniums-Erklärung:

Die Stadt Karlsruhe

begrüßt die von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 verab­schie­de­ten Millen­ni­ums-Entwick­lungs­ziele für eine bessere, gerechtere und sicherere Welt.

betont, dass sich die Verpflich­tun­gen aus der Millen­ni­ums-Erklärung der Vereinten Nationen zwar in erster Linie an die Regie­run­gen der 189 Mitglied­staa­ten der Vereinten Nationen richten, die die Erklärung unter­zeich­net haben,

äußert aber gleichwohl ihren Willen, im Rahmen ihrer Möglich­kei­ten an der Verwirk­li­chung der Millen­ni­ums-Entwick­lungs­ziele mitzu­wir­ken und

will in diesem Sinne prüfen, inwieweit folgende Aktivi­tä­ten realisiert werden können:

1. Maßnahmen der Infor­ma­tion und Bewusst­seins­bil­dung

  • Durch­füh­rung eigener Aktionen und die Unter­stüt­zung von Aktionen Dritter mit dem Ziel, die Infor­ma­tion über die Millen­ni­ums-Entwick­lungs­ziele in der Bevöl­ke­rung zu verbrei­tern und somit das Bewusst­sein für die damit angespro­che­nen Probleme zu wecken und Denkan­stöße zu geben.
  • Förderung von Dialog und Zusam­men­ar­beit mit auslän­di­schen Mitbür­gern/­Mit­bür­ge­rin­nen, insbe­son­de­re aus den Weltre­gio­nen, auf die sich die Anstren­gun­gen der Millen­ni­ums-Entwick­lungs­ziele richten, in kommunalen Einrich­tun­gen (z.B. Kinder­gär­ten, Schulen, Jugend­zen­tren, Biblio­the­ken, Museen, Volks­hoch­schu­len, Freizei­tein­rich­tun­gen), um so durch direkte Kontakte ein für viele Mitbür­ger/in­nen vergleichs­weise abstraktes Thema begreif­li­cher zu machen.

2. Maßnahmen der Vernetzung und Konzen­tra­tion von Aktivi­tä­ten

  • Werbung für und Unter­stüt­zung eines breiten Bündnis­ses von lokalen Akteuren (Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, Schulen, Univer­si­tä­ten, örtliche Wirtschaft und örtliches Handwerk, Kirchen usw.), um den Bestre­bun­gen und Aktivi­tä­ten zur Erreichung der Millen­ni­ums-Entwick­lungs­ziele eine möglichst breite Veran­ke­rung und Bestän­dig­keit zu geben.
  • Ausrich­tung der kommunalen Partner­schafts­ar­beit auf Erreichung der Millen­ni­ums-Entwick­lungs­ziele (z.B. Aufnahme des Themas in die Arbeits­pro­gramme mit den Städte­part­nern und Austausch über Aktivi­tä­ten in den Partner­kom­mu­nen bzw. Durch­füh­rung gemein­sa­mer Aktionen).

3. Maßnahmen zur Förderung einer global denkenden und in diesem Sinne Verant­wor­tung überneh­men­den Kommu­nal­po­li­tik

  • Überprü­fung des eigenen kommunalen Handelns auf Verhal­tens­mus­ter, die dem Grundsatz der Einen Welt verpflich­tet sind und die damit auch die allge­mei­ne Grundlage der Millen­ni­ums-Entwick­lungs­zie­le unter­stüt­zen (z.B. Einsatz fair gehan­del­ter Produkte in der Verwaltung, Schulen, Kranken­häu­sern, Kinder­gär­ten und auf kommunalen Veran­stal­tun­gen, faires und nachhal­ti­ges Beschaf­fungs­we­sen in den Bereichen Energie, Baustoffe, Dienst­be­klei­dung, Bürobedarf, Einsatz energie­spa­ren­der Fahrzeuge, Maßnahmen zur Energie­ef­fi­zi­enz usw.)

4. Maßnahmen zur Unter­stüt­zung der Kommunen in den Ländern des Südens

  • Erwei­te­rung des beste­hen­den Partner­schafts­net­zes auf Dreiecks­part­ner­schaf­ten mit einer oder mehreren Kommunen aus EU-Ländern und einer Kommune aus den Ländern des Südens Förderung starker, selbst­ver­wal­te­ter Kommunen in den Entwick­lungs­län­dern durch Unter­stüt­zung des kommunalen fachli­chen Wissen­strans­fers im Rahmen des Einsatzes von kommu­na­len Exper­ten/­Ex­per­tin­nen in kommu­na­len Entwick­lungs­pro­jek­ten erfahrener Einrich­tun­gen der Entwick­lungs­zu­sam­men­ar­beit.

ist der Überzeu­gung, dass das kommunale Engagement im Rahmen der Millen­ni­ums-Entwick­lungs­ziele auch dazu beitragen kann, der wachsenden Armuts­wan­de­rung nach Europa entge­gen­zu­wir­ken.

fordert die Bundes­re­gie­rung auf, den Willen der Kommunen, ihren Beitrag zur Erreichung der Millen­ni­ums-Entwick­lungs­ziele zu leisten, anzuer­ken­nen und sie stärker als Akteure der Entwick­lungs­zu­sam­men­ar­beit zu berück­sich­ti­gen.


gez.
Heinz Fenrich
Oberbür­ger­meis­ter