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Karlsruhe: Stadt und Verwaltung

Aufwandserstattung und Honorar

Aufwandsertattung

Wer sich ehren­amt­lich engagiert, kann eine Erstattung für tatsäch­lich entstan­dene Kosten erhalten. Diese kann auch pauschal gewährt werden. Am häufigsten entstehen Aufwen­dun­gen durch Fahrt­kos­ten, aber auch durch den Verbrauch von Materia­lien wie Drucker­pa­tro­nen, Versand­kos­ten für Einla­dun­gen oder Telefon­kos­ten.

Was unter­schei­det den Ausla­ge­n­er­satz, die Aufwands­ent­schä­di­gung, die Übunglei­ter­pau­schale und das Honorar?


Auslagenersatz

Hier wird genau abgerech­net. Es müssen Belege über die ent­stan­de­nen Aufwen­dun­gen vorgelegt werden. Es wird exakt der Betrag erstattet und verbucht, der entstanden ist.

Die Vorge­hens­weise wird vorwiegend im Vereins­we­sen prak­ti­ziert, wenn Mitglieder Aufwen­dun­gen haben und diese ­er­stat­tet werden sollen. Bei gemein­nüt­zi­gen Vereine können die Aufwen­dun­gen auch gespendet werden. Das betref­fen­de ­Mit­glied kann eine Spenden­be­schei­ni­gung erhalten, die steu­er­min­dernd bei der Einkom­mens­steu­er­er­klä­rung wirkt.

 

Aufwandsentschädigung

Um eine pauscha­li­sierte Form der Aufwand­s­er­stat­tung handelt es sich bei der Aufwands­ent­schä­di­gung. Hier müssen in der Regel k­eine Belege vorgelegt werden. Die Aufwän­dun­gen für die eh­ren­amt­li­che Tätigkeit werden geschätzt und in einem gerun­de­ten ­Ge­samt­be­trag abgegolten.

Diese Form wird häufig in gemein­nüt­zi­gen Organi­sa­tio­nen wie zum Bei­spiel Wohlfahrts­ver­bän­den verwendet, die ehren­amt­lich ­be­stimmte Tätig­kei­ten ausüben. Beispiels­weise kann ein be­stimm­ter Betrag pro ehren­amt­li­chen Einsatz gewährt werden.

 

Honorar

Erhält jemand für seine Tätigkeit einen Geldbetrag pro Stunde, handelt es ich nicht um eine Aufwands­ent­schä­di­gung oder -erstattung, sondern um ein Honorar. Die Erklärung ist einfach: Ein Kosten­auf­wand entsteht beispiels­weise durch die Anfahr­t und Rückfahrt vom Wohnort zum Einsatzort und zurück, also vor und nach, aber nicht während der ehren­amt­li­chen Tätigkeit.

 

Steuerfreies Honorar: Übungsleiterpauschale

Für regel­mä­ßige pädago­gi­sche ehren­amt­li­che Tätig­kei­ten wurde ein Freibetrag in Höhe von 2.400 Euro pro Jahr oder ­durch­schnitt­lich 200 Euro pro Monat geschaffen. Die be­kann­tes­ten Tätig­kei­ten sind zum Beispiel ­Trai­ning­stun­den im Sport oder bei Musik- und Ge­sang­ver­ei­nen. Die Tätigkeit als Jugend­be­glei­te­rin oder Ju­gend­be­glei­ter, Hausauf­ga­ben­be­treu­ung, Sprach­kur­se fal­len beispiels­weise darunter. Hier kann ein Entgelt pro Stunde bezahlt werden. Wer ein höheres Honorar als die Übungs­lei­ter­pau­schale erhält, muss dieses ab dem 2.401-sten Euro versteuern und Sozial­ab­ga­ben bezahlen.

 

Steuerfreies Honorar: Ehrenamtspauschale

Vereine können gem. § 3 Nr. 26 a EStG ihrem Vorsit­zen­den, Kassen­wart oder anderen aktiven Mitglie­dern ein steuer­frei­es Ent­gelt in Höhe von 720 Euro pro Jahr bezahlen. Es handelt sich um eine Pauschale für Aufwen­dun­gen, die mit dem Ehren­am­t ­ver­bun­den sind. Neben der Ehren­amts­pau­schale kann ­gleich­zei­tig die Übungs­lei­ter­pau­schale geltend gemacht wer­den, auch wenn die Tätig­kei­ten im selben Verein ausge­üb­t wer­den und vonein­an­der abgrenzbar sind. Voraus­set­zung ist, dass die Tätigkeit der Förderung von gemein­nütz­gen, mild­tä­ti­gen oder kirch­li­chen Zwecken dient und ne­ben­be­ruf­lich ausgeübt wird. Darüber hinaus­ge­hen­de ­Zah­lun­gen müssen versteuert werden.

Der Verein muss über die notwen­di­gen finan­zi­el­len Mittel ­ver­fü­gen. Die Zahlung darf nicht mit der Bedingung einer S­pende verknüpft sein. Das nach Satzung zuständige Gremi­um muss daüber einen Beschluss fassen.

 

Aufwandserstattung beim Bezug von Grundsicherung und Arbeitslosengeld

Wer Grund­si­che­rung oder Arbeits­lo­sen­geld bezieht, darf sich ehren­amt­lich engagieren und eine Aufwand­s­er­stat­tung in Höhe von bis zu 200 Euro monatlich erhalten. Es empfiehl­t ­sich, seinen Ansprech­part­ner bei der Arbeit­s­agen­tur über die ehren­amt­li­che Tätigkeit zu infor­mie­ren. Die Einnah­me aus einer Aufwands­ent­schä­di­gung muss angegeben werden.

Wer Arbeits­lo­sen­geld erhält muss dem Arbeits­markt zur Ver­fü­gung stehen. Ehren­amt­li­che Tätig­kei­ten können je­der­zeit beendet werden, so dass auch ein zeitin­ten­si­ve­s En­ga­ge­ment möglich ist. Bestimmten Tätig­kei­ten wie zum Bei­spiel ein Auslands­auf­ent­halt bei der Betreuung einer Ju­gend­frei­zeit oder Hilfe­leis­tung in Krisen­ge­bie­ten muss die Geneh­mi­gung eingeholt werden.