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Karlsruhe: Feuerwehr

Hinweise zur Sanierung nach Bränden in Wohnbereichen

Liebe Mitbür­ge­rin, lieber Mitbürger,

Sie haben sich, nach Rückspra­che mit Ihrer Versi­che­rung und uns - Ihrer Feuerwehr - dazu entschlos­sen, die Sanierung Ihres Wohn­be­rei­ches selber durch­zu­füh­ren.

Hierfür möchten wir Ihnen einige Tips und Hinweise geben, die Sie unbedingt beachten sollten. Diese Hinwei­se er­he­ben keinen Anspruch auf Vollstän­dig­keit.
Treten trotz Beachtung dieser Hinweise Gesund­heits- oder Sach­schä­den auf, können daraus keine Ansprüche gegenüber der Stadt Karlsruhe abgeleitet werden.

Weiter­ge­hende Infor­ma­tio­nen können Sie z.B. der Empfehlung des In­sti­tu­tes für Wasser-, Boden- und Lufthy­giene beim Umwelt­bun­des­amt zur Rei­ni­gung von Gebäuden nach Bränden

oder

den Leitlinien zur Brand­scha­densa­nie­rung des Verbandes der Schaden­ver­si­che­rer entnehmen, die Sie bei Ihrer Feuerwehr erhalten können.

Gefähr­dungs­ab­schät­zung

Bei jedem Brand entstehen, abhängig unter anderem von Art und Menge des Brandgutes, der Verbren­nung­stem­pe­ra­tur und des Sau­er­stoff­ge­hal­tes der Luft im Brandraum unter­schied­li­che Schad­stoffe, die zum einen während des Brandes mit den Rauch­ga­sen in die Umluft abziehen, sich anderer­seits aber auch an Brandrück­stände wie Ruß oder Asche anlagern.

Im allge­mei­nen sind die Schad­stoffe nach Erkalten der Brand­stelle fest an die Brandrück­stände gebunden.
Die so gebundenen Schad­stoffe können durch die Aufnahme von Ruß oder Asche in den Körper gelangen. Bei der Sanierung sollten Sie die nachfol­gen­den Sicher­heits- und Verhal­tens­re­geln beachten, um eine Gesund­heits­ge­fähr­dung weitest­ge­hend auszu­schlie­ßen.

Sicher­heits- und Verhal­tens­re­geln

1.Schutz­klei­dung
Während der Sanie­rungs­ar­bei­ten sollten Sie zu Ihrem Schutz ­fol­gende Schutz­klei­dung tragen:

  • Schutz­an­zug mit Kapuze aus verstärk-tem Papier­flies oder ­Kunst­stoff.
  • Insbe­son­dere bei staubenden Arbeiten Atemschutz, beste­hen­d aus einer textilen Halbmaske der Schutz­klasse P3
  • Schutz­hand­schuhe aus Leder- / Textil-kombi­na­tion für Tro­cken­ar­bei­ten
  • Gummi­hand­schuhe für Naßar­bei­ten. Bei länger dauern­den Sa­nie­rungs­maß­nah­men sollte die Atemschutz­maske gelegent­lich ­ge­wech­selt werden. Alle Gegen­stände sind im Fachhan­del er­hält­lich.
2.Schad­stoff­ver­schlep­pung vermeiden
Um eine Verschlep­pung von Ruß und Schad­stof­fen aus den ver­schmutz­ten Bereichen in saubere Bereiche zu vermeiden, sollten Sie die Türen zu den nicht verschmutz­ten Räumen nach Mög­lich­keit geschlos­sen halten.

Türschlitze sind abzudich­ten und unnötiger Luftdurch­zug ist zu ver­mei­den. Gehwege in Wohnbe­rei­chen, insbe­son­dere aber die Über­gangs­be­rei­che zwischen verschmutz­ten und nicht verschmut­zen Räu­men, sind möglichst mit feuchten Tüchern auszule-gen.

Gegen­stände, die aus dem verschmutz­ten Bereich in den saube­ren ­Be­reich überführt werden sollen, müssen zuvor gesäubert werden (s. Pkt. 4 dieser Broschüre). Vermeiden Sie eine unnöti­ge ­Auf­wir­be­lung von Ruß und Asche.
3. Hygiene Bei längeren Unter­bre­chun­gen der Rei­ni­gungs-maßnahmen, insbe­son­dere zur Nahrungs­auf-nahme, und vor Raucher­pau­sen, ist großer Wert auf Sauberkeit zu legen.

Legen Sie hierzu die angelegte Schutz­klei­dung sowie die Schuhe im Übergangs­be­reich zwischen verun­rei­nig­tem und saube­rem Be-reich auf Tüchern ab. Achten Sie dabei darauf, daß hierbei ­die Innenseite der Schutz­klei­dung nicht verun­rei­nigt wird. Nehmen Sie, bevor Sie den sauberen Bereich betreten, eine ­gründ­li­che Reinigung evtl. verschmutz­ter Körper­teile vor.

4. Reinigung verschmutz­ter Kleidung, von Spiel­zeu­gen und sons­ti­gen Haushalts-gegen­stän­den Als Grund­re­gel ­gilt:

Alle erkennbar mit Ruß oder sonstigen Brandrück­stän­den ­ver­schmut­zen Ge-genstände sind vor erneutem Gebrauch gründ­lich zu säubern. Kriterium für den Reini­gungs­er­folg ist die Ent­fer­nung sichtbarer Rußspuren.
Besondere Sorgfalt sollten Sie bei der Reinigung von Kin­der­spiel­zeug walten lassen. Verschmutzte oder mit Brandrück­stän­den in Kontakt gekommene Kleidungs­stücke müssen Sie vor erneutem Gebrauch waschen bzw. reinigen.
Abwasch­bare Gegen­stände, die mit Ruß oder Asche beauf­schlag­t ­sind, waschen Sie am besten mit einer warmen Spülmit­tel­lö­sung ab.
Textilien können in der Wasch­ma­schine gewaschen werden. Wenn Sie lo­ckere Ruß- oder Asche­be­läge mit einem Haushalts­staub­sau­ger ­auf­neh­men wollen, müssen Sie beachten, daß nicht alle Schmutz­teil­chen in den haushalts­üb­li­chen Geräten abgeschie­den, sondern daß kleine Staub­teil­chen wieder in die Umgebungs­luft ­aus­ge­bla­sen werden.
Sie können, um den Staubaus­stoß zu verringern, ein feuchtes Tuch über die Ausstoß­schlitze legen. Unter Umständen ist die Ver­wen­dung eines gekap­sel­ten Staub­sau­gers empfeh­lens­wert.

Während dieser Arbeiten sollten Sie unbedingt den unter Pkt. 1.2 genann­ten Atemschutz tragen. Anhalts­punkte zur Säuberung von Wänden, Decken, Tapeten, Wand- oder Decken­ver­klei-dungen, Fußböden und deren Beläge können Sie den Empfeh­lun­gen des In­sti­tu­tes für Wasser-, Boden- und Lufthy­giene beim Um­welt­bun­des­amt entnehmen.
5. Entsorgung Bei der Entsorgung des Brand­schutts ­sind die geltenden Vorschrif­ten zu beachten.

Die Kontakt­auf­nahme mit dem Amt für Ab­fall­wirt­schaft der Stadt Karlsruhe vor Beginn der Sa­nie­rungs­ar­bei­ten empfiehlt sich. Alle vom Brand direk­t ­be­trof­fe­nen Lebens­mit­tel, sind als Hausmüll zu entsorgen. Gleiches gilt für alle Lebens­mit­tel, auf denen sich Ruß oder Asche nieder­ge­schla­gen haben und die sich nicht in festen, geschlos­se­nen Behält­nis­sen wie z.B. Gläser oder Dosen ­be­fan­den.

Schon bei den Aufräu­mungs­ar­bei­ten ist auf eine getrenn­te Er­fas­sung der Brandrück­stände wie normaler Brand­schutt (Möbel, Textilien usw.), Bauabfälle, angekohlte oder verbrann­te ­Kunst­stoff­pro­dukte und Rückstände aus den Sanie­rungs­maß­nah­men (­ver­schmutzte Anzüge, Filter usw.) zu achten.

Verkohlte oder angebrannte Kunst­stoff­pro­dukte sowie die ver­schmutzte Schutz­klei­dung sind in staubdicht verschließ­ba­re ­Be­hält­nisse oder Säcke zu verpacken.

Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie sich jeder­zeit wie­der an uns wenden.
Sie erreichen uns, rund um die Uhr, unter der Rufnummer:
Brand­di­rek­tion: 133 - 37 50

Darüber hinaus stehen Ihnen neben der Brand­di­rek­tion weite­re Fachäm­ter der Stadt Karlsruhe zur Verfügung.

Sie erreichen diese Ämter unter den folgenden Rufnummern:

Umweltamt: 133 - 10 02
Amt für Ab­fall­wirt­schaft: 133 - 70 28