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Karlsruhe: Feuerwehr

ELW 2 Technik

ELW 2 Technische Realisierung

ELW vor dem Cannstatter Stadion, WM 2006


Grund­sätz­li­che Überle­gun­gen

Grundlage für den neuen ELW der Feuerwehr Karlsruhe sind die DIN 14507-3, die Feuerwehr-Dienst­vor­schrift 100 und deren Umsetzung in das Führungs­kon­zept der Feuerwehr Karlsruhe, sowie Einsat­zer­fah­run­gen aus Arbeits­ab­läu­fen in verschie­de­nen Einsatz­leit­fahr­zeu­gen und Befehls­stel­len. Die Entschei­dung zur Wahl des Grund­fahr­ge­stells eines Doppel­de­cker-Linienbus wurde nach Gegen­über­stel­lung der am Markt erhält­li­chen Systeme aufgrund der Optimie­rung der Raumnut­zung bei gegebener Grund­flä­che gewählt. Durch die Plazierung des Stabes und der Fachbe­ra­ter im Oberdeck ist ein ungestör­tes und effektives Arbeiten möglich. Diese kann durch die Zugangs­kon­trolle im Bereich des hinteren Eingangs, ohne Störung der Fernmelder im Unterdeck gewähr­leis­tet werden. Bei der techni­schen Ausstat­tung waren die Systeme einerseits an derzeit verfüg­ba­ren und organi­sa­to­risch beherrsch­ba­ren Infor­ma­ti­ons­sys­tem und anderer­seits an zukunfts­wei­sen­den, mittel­fris­tig reali­sier­ba­ren Techno­lo­gien zu orien­tie­ren.

Besprechungsraum als Zeichnung

Besprechungsraum als Zeichnung

Aufteilung der Räume

Der ELW Karlsruhe ist in vier Räume aufgeteilt. Im Unter­ge­schoss befindet sich ein ca. 10m2 großer Techni­kraum im Heck des Fahrzeugs und der davon abgetrennte, ca. 12 m2 große Funkraum mit drei Funkar­beitsplät­zen, zwei Arbeitsplät­zen für Nachweiser und Sichter sowie der Fahrer­ar­beits­platz. Zwischen den beiden Räumen befindet sich im Bereich der Hecktüre ein abgeschlos­se­ner Eingangs­be­reich. In der oberen Ebene ist im Heckbe­reich der Raum für die Fachbe­ra­ter mit 6 Arbeitsplät­zen, aufgeteilt auf einen Doppel- und einen Vierer-Arbeit­s­tisch sowie zwei PC-Arbeitsplätze und im vorderen Bereich ein großer Bespre­chungs­raum für den Stab mit 8 Sitzplät­zen an einem ergono­misch geformten Arbeit­s­tisch unter­ge­bracht. Zusätz­lich können im Bespre­chungs­raum noch drei Klappsitze genutzt werden. Die Räume sind flächen­gleich zu denen des Unter­ge­schos­ses. Zwischen den beiden Räumen im Oberdeck befindet sich eine Garderobe und zwei beleuch­te­te Dachaus­stiege zur Bestückung der pneuma­tisch ausfahr­ba­ren Anten­nen­mas­ten.

Untere Ebene - Technik

ELW Technikraum, sichtbar sind die Computer und Funkgeräte


Die Technik ist durch den Einbau von Geräterah­men aus Vierkan­t­roh­ren in modularen Einheiten im Fahrzeugheck unter­ge­bracht. Es wurden insgesamt 7 Einbau­be­rei­che realisiert auf die die Technik verteilt ist. Die Kabel­füh­rung erfolgt über offene Kabel­prit­schen in zwei Ebenen getrennt nach Signal­ver­ka­be­lung und Strom­ver­ka­be­lung. Die Klima­ti­sie­rung des Raumes erfolgt über zwei im Raum angeord­nete Klimasp­litt-geräte. Die einzelnen Techniken sind in den Geräterah­men übersicht­lich montiert. Die räum-liche Zuordnung ist der Abb.1 zu entnehmen.

ELW Funkarbeitsplatz, mit berührbaren Bildschirm


Funkraum:

Im Funkraum wurde unter Berück­sich­ti­gung der techni­schen Möglich­kei­ten bei der Auswahl des Fahrge­stells und dem damit zur Verfügung stehenden Rauman­ge­bot die Reali­sie­rung von insgesamt 5 Arbeitsplät­zen gefordert. Durch die Erfah­run­gen mit dem alten Einsatz­leit­fahr­zeug sollten dort neben den drei reinen Kommu­ni­ka­ti­onsar-beitsplät­zen auch noch die Arbeitsplätze von Sichter und Nachweiser vorgesehen werden. Die grund­sätz­li­che Aufga­ben­ver­tei­lung im Kommu­ni­ka­ti­ons­be­reich sieht eine getrennte Bedienung von 2m- und 4m-Kanälen vor. Ein übergrei­fen­des Arbeiten oder eine einsatz­be­zo­gene abwei­chende Aufga­ben­zu­wei­sung ist jederzeit möglich. In diesem Raum befindet sich in Nähe des Techni­krau­mes auch der Anschluß­be­reich für die elektri­sche Verka­be­lung. An der Frontseite sind dort die Anzei­ge­ele­men­te zur Überwa­chung aller Betriebss­pan­nun­gen, sowie das Steuer­ge­rät des im Fahrzeugheck einge­bau­ten Genera­tors integriert. Die fernmel­de­tech­ni­sche Besatzung des ELW übernimmt auch die Ausgabe weiterer mobiler Kommu­ni­ka­ti­ons­tech­nik und die Verteilung ein- und ausge­hen­der Informatio-nen per Drucker und Fax. Dazu sind im Funkraum noch folgende Geräte instal­liert:

  • vier 2m Handsprech­funk­ge­räte mit Kfz-Ladehal­te­rung
  • zwei 4m Handsprech­funk­ge­räte mit Kfz-Ladehal­te­rung
  • eine 230 V Ladesta­tion mit Ersatz­ak­kus für die verwen­de­ten Handsprech­funkge-räte
  • sechs schnurlose Telefone zur Ausgabe an die Stabs­mit­glie­der oder Fachbe­ra­ter
  • Faxgerät, gleich­zei­tig als Kopier­ge­rät einsetzbar
  • Netzwerk­dru­cker

ELW Fernmeldebetriebsraum, Übersichtsbild


Kommu­ni­ka­ti­ons­ar­beitsplätze: Die drei Kommu­ni­ka­ti­ons­ar­beitsplätze sind im wesent­li­chen modular aufgebaut. Um den Fernmel­dern ein möglichst ergono­mi­sches Arbeiten zu ermög­li­chen, wurde die Arbeits­platte extra im Mittel­be­reich von der Tiefe eingekürzt und im Randbe­reich um eine Auflage für einen Arm verlängert. Auf eine schräg an die Arbeits­platte ansteigen-des Bedienfeld wurde komplett verzichtet. Alle notwen­di­gen Anzei­ge­ele­mente und Bedienele­mente wurden im Funk- und Vermitt­lungs­sys­tem, das über die Touch-Screen Oberfläche oder alternativ über Maus und Tastatur bedient werden kann, an-geordnet. Der Touch-Screen-Monitor wurde neben einem weiteren TFT-Bildschirm über eine spezielle Halterung schwebend über dem Arbeits­platz angeordnet. Um eine möglichst geringe Beein­träch­ti­gung der Arbeits­flä­che zu erhalten (Rechts- und Links­hän­der sowie Mausbe­die­nung) und zur Sicherung während der Fahrt, wurde die Tastatur in Edelstahl­aus­füh­rung in die Arbeits­platte integriert. Alle notwen­di­gen Ansteck­mög­lich­kei­ten für die Rückfal­le­bene der Arbeitsplät­ze be-finden sich als Einbau in der Fahrzeug­ver­klei­dung an der jeweiligen Außenseite des Arbeits­plat­zes. Da die Arbeits­platz­rech­ner abgesetzt im Techni­kraum einge­la­gert sind, erfolgt die Platz­an­schal­tung über eine an der Stirnseite unterhalb der Arbeits­platte angeord­ne­ten Schaltbox. Die für den Arbeits­platz notwen­di­gen Platz-lautspre­cher sind unterhalb der Monitore­be­ne angeordnet. Somit dienen sie auch als Begrenzung der Arbeits­platte nach vorne und verhindern ein herab­fal­len von Unterlagen. Die Beleuch­tung des Arbeits­plat­zes erfolgt über im Kopfbe­reich seitlich eingebaute Leucht­bän­der. Die Arbeitsplätze sind alle so ausgelegt, dass die Haupt­be­die­nung über die rechner­un­ter­stütz­ten Bedienele­men­te an den beiden Monitoren erfolgt. Sollte jedoch ein Betrieb über diese Ebene nicht möglich sein, können von jedem Arbeits­platz aus 2 Funkkanäle und ein Telefon im Notbe­trieb bedient werden. Die dazu notwen­di­gen Endgeräte und Bespre­chungs­ge­räte sind im Bereich der vorderen Achse in einem Schran­k­aus­zug gelagert.

ELW Fahrerstand


Fahrer- und Beifah­rer­ar­beits­platz

Der Fahrer verfügt an seinem Arbeits­platz über die üblichen Anzei­ge­ele­mente des Fahrzeugs und zusätz­li­che Warnan­zei­gen für geöffnete Klappen oder Dachluken bzw. ausge­fah­re­ne Funkmasten. Die Bedienung des Funkver­kehrs im Fahrbe­trieb ist über einen im Bereich des Armatu­ren­bretts angebrach­ten Handap­pa­rat mit integrier-tem FMS Betrieb sicher­ge­stellt. Da dieses Fahrzeug nicht nur für den Stadtkreis Karlsruhe vorgesehen ist, verfügt es auch über ein GPS-Naviga­ti­ons­sys­tem. Im Bereich des Beifahrers befindet sich eine zweite Sprech­stelle des Fahrer­platz-Funkge­räts sowie ein Telefon, das im Fahrbe­trieb mit einem Mobil­funka­d­ap­ter verbunden ist. Die Beleuch­tung dieses Arbeits­plat­zes erfolgt ebenfalls durch ein im Kopfbe­reich seitlich angeord­ne­tes Leuchtband, alternativ dazu steht noch eine flexible Leselampe zur Verfügung. Der Arbeits­platz des Beifahrers dient während des Einsatzes als Nachwei­sungs-Arbeits­platz und verfügt dafür über eine entspre­chende Ablagemög­lich­keit vor dem Sitz.

ELW Sichterplatz

ELW Sichterplatz

Sichter­ar­beits­platz Der Sichter­ar­beits­platz befindet sich direkt vor dem abgetrenn­ten Bereich am hinteren Einstieg des Fahrzeuges. Über ein an diesem Arbeits­platz angebrach­tes Schie­be­fens­ter können Nachrich­ten­ein­gänge einge­reicht bzw. weiter­ge­reicht werden. An diesem Arbeits­platz befindet sich eine zusätz­li­che Möglich­keit die hintere Fahrzeug­tü­re einzeln oder als Doppeltüre zu steuern. Die Beleuch­tung und Ablagemög­lich­kei­ten sind analog zum Beifahrer-/ Nachwei­se­r­ar­beits­platz realisiert. Die Vorkeh­run­gen zum Nachrich­ten­trans­port - soweit er in Papierform erfolgt - werden im Abschnitt über den Bespre­chungs­raum vorge­stellt.