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Karlsruhe: Friedhöfe

Friedhof Rüppurr

Anfahrt

Lange Str. 28
Bahn Linie S1/11, Halte­stelle Tulpenstr.

Plan


 

"vor dem Dorff …"

Als "Reitburi" wurde der heutige Stadtteil Rüppurr 1103 in einer Urkunde des Speyerer Bischofs Johann erstmals erwähnt. Zwei Ortskerne, das Obere und das Untere Dorf wuchsen im Laufe der Jahrhun­derte zusammen. Unter den Grafen von Eberstein hatten die Herren, das Geschlecht, der Pfauen von Rüppurr das Sagen. Mit der Teilung der beiden Markgra­fen­schaf­ten fiel Rüppurr an Baden-Durlach. 1594 erwarb Markgraf Ernst Friedrich Schloss und Dorf. 1907 wurde Rüppurr zur Stadt Karlsruhe einge­mein­det.

Wann der Rüppurrer Friedhof an seiner heutigen Stelle an der Alb errichtet wurde ist nicht exakt belegt. In dem auf Befehl von Markgraf Ernst Friedrich verfassten Lagerbuch von 1594 ist jedoch zu lesen, der Friedhof sei "vor dem Dorff … durch die Jüngst geweßenen Vogts­junk­herrn Bat und Reinhar­den" auf ihren eigenen Gütern errichtet worden. Histo­ri­schen Studien von Ekkehard Schulz* zufolge wurde der Rüppurrer Friedhof zwischen 1582 und 1586, an der Stelle, an der er sich noch heute befindet, angelegt.

Da die Nikolaus­kir­che, das Rüppurrer "Kirch­lein", zu klein geworden war, erhielt die angewach­sene Gemeinde 1907 eine neue Kirche am Eingang des Friedhofs an der Lange Straße. Aufgrund ihrer Lage am Friedhof erhielt die Kirche den Namen Aufer­ste­hungs­kir­che. An der Gestaltung des neoba­ro­cken Baus war der damalige Pfarrer Lebrecht Mayer (1849-1926; Feld 4) maßgeblich beteiligt. Vor der Kirche steht ein bekrönter Sandstei­no­be­lisk zum Gedenken der Gefallenen des Krieges 1870/71.
In den 1950er Jahren musste der Friedhof erweitert werden, hierfür erschloss man das auf der anderen Albseite gelegene Gelände. Der Boden wurde dafür aufge­schüt­tet und eine Ableitung des Grund­was­sers von der Alb weg angelegt. 1955 verband man den neu entstan­de­nen Bereich durch eine kleine steinerne Albbrücke mit dem alten Friedhof.

Nördlich der Ausseg­nungs­halle wurde 1964 ein Ehrenfeld für die Gefallenen der beiden Weltkriege eingeweiht. 42 Sandstein­kreuze der Verstor­be­nen, die zuvor an verschei­den Stellen des Friedhofs beigesetzt waren, wurden in dieser Anlage um ein hohes, hölzernes Kreuz aufge­stellt.

Noch etwas weiter nördlich, innerhalb des von Hainbu­chen­sträu­chern umgebenen Ovals der neuen Anlage, befindet sich das Gräberfeld der Ordens­schwes­tern des Rüppurrer Diako­nis­sen-Kranken­hau­ses (Feld 12 und 13). 2004 wurde dort zu deren Ehren eine Gedenk­ta­fel durch die Rüppurrer Bürger errichtet.

Zahlreiche namhafte Persön­lich­kei­ten finden sich auf beiden Seiten des Rüppurrer Friedhofes. Unter ihnen der ehemalige Bundes­fi­nanz­mi­nis­ter Alex Möller (1903-85; Ring 1), die Karlsruher Oberbür­ger­meis­ter Friedrich Töpper (1891-1953; Ring 3) und Otto Dullenkopf (1920-2007; Ring 1), der Gründer der Garten­stadt Rüppurr, Hans Kampff­meyer (1876-1932; Seitenweg Nr. 5, 76/77) an der Alb), der BNN-Begründer und Karlsruher Ehren­bür­ger Wilhelm Baur (1895-1973; An der Mauer 3, Nr. 3/4) sowie der evange­li­sche Landes­bi­schof und Karlsruher Ehren­bür­ger Julius Bender (1893-1966; An der Mauer 3).

Nach den Erwei­te­run­gen an der östlichen Albseite hat der Friedhof heute eine Fläche von 4,2 Hektar.