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Karlsruhe: Friedhöfe

Friedhof Hohenwettersbach

Anfahrt

Spitalhof 30
Bus Linie 24,44, Halte­stelle Taglöh­ner­gär­ten

Plan



Grabstein mit "Kännchen"

 

"Das Kännchen, der von Canstatts ..."

Das Dorf gehörte im 13. Jahrhun­dert ursprüng­lich in den Besitz der Grafen von Eberstein. Obwohl die Gemarkung bereits 1282 als Pfand an die Markgrafen von Baden vergeben wurde und ab 1535 zu Baden-Durlach fiel, zeugt noch heute das Ortswappen von der Zweibrücken-Eberstein­schen Verbindung.

Hohen­wet­ters­bach selbst war bis ins 18. Jahrhun­dert eine kleine Ansie­de­lung, man besaß keinen eigenen Friedhof, sondern bestattete die Verstor­be­nen in der Nachbar­ge­mein­de Grünwet­ters­bach. Von besonderer Bedeutung für Hohen­wet­ters­bach, wie noch heute für die Anlage des Friedhofes, war die Nieder­las­sung des Adels­ge­schlechts der Schilling von Canstatt.

Karoline von Wangen, die nicht­ehe­li­che Tochter des Karlsruher Stadt­grün­ders Markgraf Karl Wilhelm, erhielt 1711 von ihrem Vater das Gut Hohen­wet­ters­bach, das er 1706 noch unter dem Namen Dürren­wet­ters­bach erworben hatte. 1725 heiratete sie den markgräf­li­chen Obermar­schall Wilhelm Friedrich Schilling von Canstatt, dessen Famili­en­grab­stät­te sich bis heute hinter den Felder 1 bis 3 auf dem Friedhof befindet. 1995 wurden einzelne der Grabplat­ten aufwendig restau­riert. Das verzierte und besonders prächtig gestal­te­te Tryptichon, zentral im linken Teil der Famili­en­stät­te aufge­stellt,wurde aufge­ar­bei­tet, so dass die alte Inschrift wieder lesbar und das Famili­en­wap­pen mit der goldenen Kanne deutlich erkennbar wurde.

Auf der rechten Seite im Feld Nummer 3 befindet sich eine Gedenk­stätte zur Erinnerung der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrie­ges. Ein Findling weist auf die Grabstät­te hin und einzelne Sandsteine erinnern an die Toten. Noch aus dem 19. Jahrhun­dert stammen die beiden Sandstein­pfos­ten am Eingang des ersten Fried­hof­be­rei­ches. Zwei kleine Grabstein­so­ckel 1847 und 1855 verstor­be­ner Kinder wurden in den Treppen­auf­gang einge­ar­bei­tet. In dem erwei­ter­ten westlichen Fried­hofs­be­reich liegt die neue, 1972 einge­weihte Fried­hofs­ka­pelle. Sie wurde unter Leitung des Archi­tek­ten Harald Scholl errichtet. 1995 konnte dort durch eine Spende­nini­tia­tive eine neue Orgel aufge­stellt werden.

Die Stein­plas­tik "Betender Engel" der seit 1949 in Karlsruhe lebenden Bildhaue­rin Liselott Specht-Büchting (geb. 1904 in Pommern), die bereits 1939 bei einer Ausstel­lung im Verein Berliner Künstler große Beachtung fand, wurde 1967 auf dem Grab der Mutter der Künstlerin in Hohen­wet­ters­bach aufge­stellt. Nach dem Tod der Künstlerin im Jahre 1987 musste die Stein­plas­tik vom Famili­en­grab entfernt werden, da sie aufgrund des "sauren Regens" Schaden genommen hatte. Die Kinder von Liselott Specht-Büchting ließen die Plastik nach dem Modell in Bronze gießen und 1987 wieder auf dem Famili­en­grab aufstellen. Zum zwanzigs­ten Todestag der Künstlerin wurde der Engel als besonders erhal­tens­wer­tes Grabmal auf Wunsch der Ortsver­wal­tung Hohen­wet­ters­bach und der Familie der Künstlerin rechts neben der Kapelle aufge­stellt. Viele Arbeiten von Liselott Specht-Büchting entstanden in ihrem Hohen­wet­ters­ba­cher Atelier, unter anderem der Seehunds­brun­nen für das Elefan­ten­haus im Karlsruher Zoo oder das Bärenpaar in der Ernst-Reuter-Schule.

Die gesamte Fried­hofs­an­lage umfasst ein Gelände von 1,4 Hektar.