Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Abfallwirtschaft

Plastiktüten - Es geht auch ohne

Einkaufen steht heutzutage hoch im Kurs. Die täglichen Verlo­ckun­gen beim Einkaufen sind beinahe grenzenlos. Umso wichtiger ist ein bewusster Einkauf: Ich kaufe das, was ich will - nicht das, was andere mir einreden zu wollen.

Zu einem bewussten Einkauf gehört aber nicht nur der Inhalt, sondern auch die Trans­port­mög­lich­keit. Wie bringe ich meinen Einkauf umwelt­freund­lich und zugleich bequem nach Hause?

Sicher ist auch Ihnen schon einmal eine Plastik­tü­te gerissen und Sie haben sich geschworen, das sei ihre letzte gewesen. Wenn Sie bereits auf eine stabile und vor allem wieder­verwnd­bare Trage­ta­sche umgestie­gen sind, gehen Sie bereits mit gutem Beispiel voran. Doch auch für alle anderen ist es nie zu spät von Plastik auf Baumwolle oder weitere umwelt­freund­li­chere Alter­na­ti­ven umzudenken.

Im Folgenden finden Sie Vor- und Nachteile von Plastik­tü­ten und erhalten Tipps für umwelt­be­wuss­te Alter­na­ti­ven.



Vorteil von Plastik­tü­ten

Für den spontanen Einkauf sind Plastik­tü­ten zunächst kosten­güns­tig und leicht erhältlich. Kunden und Kundinnen brauchen nicht mehr groß über ihren Einkauf nachzu­den­ken, sondern können einfach zugreifen.

Nachteile von Plastik­tü­ten

Studien haben ergeben, dass Spontan­ein­käufe stark angestie­gen sind. Zu groß sind die Verlo­ckun­gen der modernen Geschäfte und Einkaufs­zen­tren. Neben der abneh­men­den Entschei­dungs­frei­heit sind insbe­son­de­re die Umwelt­aus­wir­kun­gen durch die Herstel­lung, Produktion und den Transport der Ware Plastik­tü­te verheerend (siehe unten).



Best Practice Beispiele aus dem Einzelhandel in Karlsruhe

Händler:


C & A

  • Im Juli 2016 nimmt C & A Plastik­tü­ten aus dem Angebot und verpackt Einkäufe nur noch in Baum­woll­ta­schen.

dm-drogerie markt

  • Der dm-drogerie markt setzt schon seit Jahrzehn­ten auf Baum­woll­ta­schen. Als erster Anbieter nahm er die Pfand­ta­sche in sein Sortiment auf und nimmt diese bei Verschleiß gegen Pfan­der­stat­tung zurück. Bis heute sorgt der Droge­rie­kon­zern für Ab­wechs­lung bei seinen Taschen und überrascht immer wieder mit neuen Farben, Ausfüh­run­gen und Größen. Auch spezi­el­le Kin­der­ta­schen zum Ausmalen sind immer wieder im Sortiment. Zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe hat dm die "Fächer­ta­sche" im Angebot. Aus Umwelt­grün­den hat das Unter­neh­men im März 2015 in vielen seiner Filialen die an der Kasse kostenlos erhält­li­chen klei­nen Plastik­tü­ten entfernt.

Frische­markt Behrens

  • Im Frische­markt Behrens erhalten Kunden verschie­de­ne Al­ter­na­ti­ven zu Plastik­tü­ten: von der Stoffta­sche aus Bio-Baumwolle über die Mehrweg­ta­sche aus Kunst­stoff­ma­te­rial bis hin zum Karton im Kassen­be­reich für die Einkäufe sind ­Aus­weich­mög­lich­kei­ten zum Plastik­beu­tel vor­han­den.

Karstadt

  • Die Kaufhaus­kette Karstadt will ab März 2016 eine ­grö­ßen­ab­hän­gige Gebühr von 5, 10, 20 und 30 Cent pro Plastik­tü­te er­he­ben. Ab Mai 2016 sollen Mehrweg­ta­schen ins Angebot auf­ge­nom­men werden.

Lidl (Discoun­ter)

  • Lidl bietet im Kassen­be­reich alternativ Mehrweg­ta­schen aus Baum­wolle und Kunststoff an.

Media Markt

  • Media Markt bietet keine kosten­lo­sen Plastik­tü­ten mehr an. Viele Hersteller haben in Ihre Verpa­ckun­gen - beispiels­weise von DVD-Spielern Trage­griffe integriert oder Grifflö­cher vorgesehen. Hinter dem Kassen­be­reich bietet Media Markt eine SB-Service­sta­tion mit Schnur und Trage­grif­fen zum Einhängen an.

Müller (Droge­rie­ar­ti­kel und mehr)

  • Müller bietet seit 2015 keine kosten­lo­sen Plastik­tü­ten mehr an und möchte so deren Nachfrage senken. Um den Materi­al­be­dar­f noch weiter zu senken, sind Tüten gegen Gebühr in verschie­de­nen ­Grö­ßen erhältlich, falls dem Kunden eine Plastik­tü­te u­num­gäng­lich erscheint. Als umwelt­freund­li­che Alter­na­tive bietet wer­den Mehrweg­ta­schen aus Baumwolle angeboten.

Neff (Bäckerei)

  • Neff setzt, wie bei Bäckereien üblich, Papier­tü­ten ein. Für große Einkäufe werden Trage­ta­schen aus Papier ausgegeben. In Son­derak­tio­nen weist Neff seit August 2015 mit gut sicht­ba­ren ­Schil­dern an den Kassen auf das Abfall­pro­blem mit Plastik­tü­ten hin.

Penny

  • Bei Penny geht im Februar 2017 die letzte Plastik­tüte über den Ladentisch. Angeboten werden nur noch ­Mehr­weg-Trage­ta­schen.

REWE Südwest

  • Plastik­tü­ten gibt es bei REWE Südwest seit Oktober 2016 nicht mehr. Damit weniger Tüten verbraucht werden, gibt es bei REWE attraktive Mehrweg-Alter­na­ti­ven. Weitere Infor­ma­tio­nen zum Thema Nachhal­tig­keit bei REWE finden Sie unter:

REWE schafft die Pla­tik­tüte ab

SATURN

  • Auch SATURN hat Abstand von kosten­lo­sen Plastik­tü­ten ­ge­nom­men, um das Verbrau­cher­be­wusst­sein zu stärken. Bitte ­be­ach­ten Sie auch das Infor­ma­ti­ons­heft "PLAS­TIK­TÜ­TEN BEWUSST RE­DU­ZIE­REN", das bei SATURN ausliegt.

Sind auch Sie Einzel­händ­ler und haben Ihre eigene Idee ­ver­wirk­licht, um auf Plastik­tü­ten zu verzich­ten? Oder ist Ihnen als Kunde ein vorbild­li­cher Einzel­händ­ler aufge­fal­len? Dann ­mel­den Sie sich bitte bei uns unter der Telefon­num­mer 133-7005. Gerne nehmen wir weitere Beispiele in unsere Übersicht auf.


Produktverpackungen:


Sie benötigen ein neues Elektro­nik­ge­rät? Dann achten Sie bei Ihrem nächsten Einkauf auch auf die Produkt­ver­pa­ckung. Oft sind Tragemög­lich­kei­ten im Karton integriert und eine Plastik­tüte drumherum ist überflüs­sig.


Weitere Ideen:


Die GO-BAG ist eine Alter­na­tive zu Plastik­tü­ten am Obst- und Gemüse­stand. Entstanden aus einer privaten Initiative, eignet sich die GO-BAG perfekt für den Einkauf, Transport und die Aufbe­wah­rung frischer Lebens­mit­tel. Das Säckchen aus 100 Prozent Bio-Baumwolle wird in den Behin­der­ten­werk­stät­ten der Hagsfel­der Werkstät­ten Karlsruhe (HWK) herge­stellt und ist der ideale Begleiter für den umwelt­freund­li­chen Einkauf. Eine praktische Idee, die täglich hilft, unnötigen Plastik­müll zu vermeiden. Die GO-BAG ist 100 Prozent fair, nachhaltig, langlebig, plastik­frei, herge­stellt in Karlsruhe und gut die Umwelt! Sie erhalten die GO-BAGS im Füllhorn Karlsruhe (sowie in den Füllhorn-Filialen in Bretten, Bruchsal, Landau), im Naturkost am Luther­platz in Grötzingen, in der Manufaktur "Kleine Feinschme­cke­rei" in Durlach und im Edeka Markt Behrens im Waldstadt­zen­trum.

ChicoBags sind eine weitere Alter­na­ti­ve für den Obst- und Gemüse­ein­kauf. und im Versand­han­del erhältlich. Sie bestehen zu 100% aus recycle­ten PET-Flaschen.

Einkaufs­netze sind eine weitere Möglich­keit, um auf die Plastik­tüte zu verzichten. Sie passen in die kleinste Handtasche und sind sehr leicht.



Bio-Leinenbeutel von ANA & ANDA

Bio-Leinenbeutel von ANA & ANDA


Plastik­tü­ten - eine unendlich endliche Geschichte

Durch­schnitt­li­che Nutzungs­dauer: 25 Minuten

Jahres­ver­brauch pro Kopf: 71 Stück

Jahres­ver­brauch Deutsch­land: 5.882.000.000 Stück

Kohlen­di­oxid-Emissio­nen*: 180.307 t

Verfalls­zeit einer Plastik­tüte: 500 Jahre

*aus Herstel­lung, Produktion und Transport des Jahres­ver­brau­ches an Plastik­tü­ten


Plastik­tü­ten - ein Problem des modernen Konsums

1953 Herstel­lung der ersten Plastik­tü­ten

1960 Erstes deutsches Patent "Plas­tik­tra­ge­ta­sche"

1965 Massen­pro­duk­tion von Plastik­tü­ten

1973 Ölkrise: keine kostenlose Abgabe von Plastik­tü­ten

1978 "Jute statt Plastik" als Trage­ta­sche

1990er Erste Baumwoll­ta­schen, auch als Werbe­trä­ger

2007 San Francisco verbietet Plastik­tü­ten

2009 Plastik­tü­ten­ver­bot in Ruanda

2013 Einzel­han­del bietet oft kostenlose Plasti­tü­ten als Kun­den­ser­vice an

2014 Verbot von Einweg-Plastik­tü­ten in Kalifor­ni­en

2015 EU-Parlament will Plastik­tü­ten­ver­brauch deutlich senken: 40 Stück pro Jahr und Person

2015 Einzel­han­del reagiert auf Abfall­pro­ble­ma­tik und bemüht sich um Verrin­ge­rung des Plastik­tü­ten­ver­brau­ches (Beispiele unter "­Best Practi­ce")

Oktober 2015 Handels­ver­band Deutsch­land schlägt Verkaufs­preis von 20 Cent pro Plastik­tüte vor

Februar 2016 Handels­ver­band Deutsch­land kündigt an, dass ab 1. April 2016 60 % aller Plastik­tü­ten kosten­pflich­tig sind

April 2016 Verein­ba­rung zwischen Handes­ver­band Deutsch­land (HDE) und Bundesum­welt­mi­nis­te­rium tritt in Kraft: Plastik­tü­ten für min­des­tens 20 Cent abgeben

Oktober 2016 Keine Plastik­tü­ten mehr bei REWE

Februar 2017 Penny schafft Plastik­beu­tel ab

Juli 2017 Aldi kündigt Ende der Plastik- und Papier­tü­ten in allen Aldi-Märkten bis Oktober 2018 an


Kurioses und Interessantes rund um Plastiktüten