Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Verkehr und Mobilität

Szenario 2

Feinstrukturierung der Szenarien

 

Szenario 2 mit Focus einer weitest­ge­hen­den Stadt- und Sozial­ver­träg­lich­keit für die Bewoh­ne­rin­nen und Bewohner der Stadt Karlsruhe

Die Stadt Karlsruhe setzt auf eine stadt- und sozial­ver­träg­li­chere Abwicklung des Gesamt­ver­kehrs und den weitge­hen­den Schutz der ansässigen Bevöl­ke­rung vor den negativen Wirkungen des Verkehrs, insbe­son­dere des Autover­kehrs. Kinder, Jugend­li­che und ältere Menschen, die sich schon heute mehrheit­lich mit den öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln, zu Fuß und mit dem Rad in der Stadt bewegen, sollen in einer eigen­stän­di­gen und selbst­be­stimm­ten Mobilität unter­stützt werden. Für erwerbs­tä­tige Erwachsene, bei denen heute die Pkw-Nutzung am stärksten ausgeprägt ist, soll die Nutzung des ÖPNV und die nicht-motori­sierte Fortbe­we­gung attrak­ti­ver gemacht werden. Autofahr­ten der Karlsruher Bevöl­ke­rung sollen nicht unter­bun­den, aber verträg­li­cher abgewi­ckelt werden.

Die Stadt­quar­tiere und die Nahver­sor­gungs­zen­tren werden mit Hilfe eines Programms "Aktive Stadt­quar­tie­re" aufge­wer­tet, die Stadt der kurzen Wege mit einem hohen Anteil an Fuß- und Radmo­bi­li­tät ist in greifbare Nähe gerückt. Die Menschen in den Stadt­quar­tie­ren können es wieder genießen, sich im städti­schen Raum aufzu­hal­ten, die Aufent­halts­qua­li­tät des öffent­li­cher Raumes wird gestärkt, das zu Fuß gehen soll einfacher und attrak­ti­ver werden. Zugeparkte Gehwege unter der Mindest­breite von 1,50m werden vom ruhenden Verkehr befreit, wobei auf ortss­pe­zi­fi­sche Gegeben­hei­ten geachtet wird. Querungs­an­ge­bote über Haupt­ver­kehrs­s­tra­ßen werden entspre­chend den Anfor­de­run­gen an die straßen­räum­li­che Verträg­lich­keit verdichtet. Entspre­chend der ortss­pe­zi­fi­schen Gegeben­hei­ten und Belas­tun­gen sind Maßnahmen aus dem Lärmak­ti­ons­plan realisiert.

In Bereichen mit besonders hohem Fußver­kehrs­auf­kom­men wie den Stadt­teil­zen­tren werden die Straßen­flä­chen entspre­chend den Bedürf­nis­sen von Fußgän­ge­rin­nen und Fußgängern und der Barrie­re­frei­heit aufgeteilt und gestaltet. Dies kann ggf. auch zu Lasten des Autover­kehrs geschehen. In der Innenstadt wird die Parkraum­nach­fra­ge so verteilt, dass die Parkhäuser zukünftig besser ausge­las­tet werden und weniger am Straßen­rand geparkt wird. Die Gebühren für bewirt­schaf­tete Parkstände im öffent­li­chen Straßen­raum werden erhöht. Bewoh­ner­par­ken wird ausge­wei­tet, insbe­son­dere in Bereichen mit Nutzungs­kon­kur­ren­zen um das knappe Gut Parkraum z.B. bei großen Arbeit­ge­ber­stand­orten in Wohnge­bie­ten.

Karlsruhe wird Fahrrad­stadt Nr. 1 in Süddeutsch­land. Hierfür werden das Radver­kehrs­netz und das Infra­struk­tu­r­an­ge­bot für den Radverkehr unter Ausschöp­fung der Potenziale an Flächen im Straßen­raum und durch Geschwin­dig­keits­re­du­zie­run­gen im Kfz-Verkehr über das 20-Punkte-Programm hinaus ausgebaut.

Der Durch­gangs­ver­kehr wird aus Straßen mit Wohnnut­zung fernge­hal­ten. Pendler und Besucher von außerhalb werden zu einer verstärk­ten Nutzung des ÖPNV und des Fahrrads animiert.

Das ÖPNV-Angebot wird in der Stadt verdichtet bzw. die Stadtbahn in die Region wird weiter ausgebaut. Hierzu gehört auch ein einheit­li­cher Erschlie­ßungs­stan­dard von höchstens 400m für den schie­nen­ge­bun­de­nen ÖPNV im Stadt­ge­biet. Das Angebot an Park-and-Ride-Plätzen muss dank der guten Erschlie­ßungs­wir­kung des ÖPNV in der Region nur noch moderat erweitert werden. Der ÖPNV wird bei der Ampel­schal­tung gegenüber dem Autover­kehr bevor­rech­tigt. Dort, wo das Verkehrs­auf­kom­men im Fuß- und Radverkehr besonders hoch ist, werden die Ampel­schal­tun­gen auch zugunsten dieser Verkehrs­trä­ger optimiert.

Die Erreich­bar­keit von Karlsruhe mit dem Kfz ist ohne nennens­werte Einschrän­kun­gen gewähr­leis­tet. Das Straßen­netz wird nur moderat ausgebaut. Je nach der Verkehrs­lage wird der Autover­kehr durch "Pfört­ne­ram­peln" an Zufahrten zur Stadt gesteuert. Ein statisches Parkleit­sys­tem im Umland gibt durch­gän­gig Hinweise zu Umstei­gemög­lich­kei­ten auf den ÖPNV. Auch Reduzie­run­gen der Kfz-Geschwin­dig­kei­ten sind denkbar.

Die Beratung für ein stadt- und sozial­ver­träg­li­che­res Mobili­täts­ver­hal­ten (z.B. für Unter-nehmen) wird verbessert. Car-Sharing wird verdichtet und der Geltungs­be­reich für Fahrr­ad­ver­leih­sys­teme wird auf die gesamte Stadt ausgedehnt. Die Einzel­han­dels­ge­schäfte in der City bieten einen gemein­sa­men Liefer­ser­vice an.

Weiter zu Szenario 3