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Karlsruhe: Radverkehr

Neues Bicycle Policy Audit (BYPAD) in Karlsruhe

Neues Bicycle Policy Audit (BYPAD) in Karlsruhe



Wie beurteilen Stadt­ver­wal­tung, Politik sowie Verbände und In­ter­es­sen­grup­pen die Situation für Radfah­re­rin­nen und Rad­fah­rer? Beim ersten Arbeits­tref­fen im Rahmen des aktuel­len ­BY­PAD-Verfahrens zeigte sich, dass sich 15 Jahre geziel­te R­ad­ver­kehrs­för­de­rung bemerkbar machen: Die Ist-Situation wird im Ver­gleich zu 2005 deutlich positiver bewertet. Bei einem ­Groß­teil der knapp 30 Fragen zum Status Quo sahen die Teil­neh­me­rin­nen und Teilnehmer des Workshops den Ansatz, "Rad­ver­kehr als System" zu fördern, erfüllt.

Im BYPAD-Verfahren werden die Handlungs­fel­der auf einer vier­stu­fi­gen Skala beurteilt. "Radver­kehr als System" ent­spricht Level 3, Level 1 steht für "Feuer­wehr­prin­zip" und Level 2 für den isolierten Ansatz. Bei Level 4 ist die absolu­te ­Spitze erreicht.

Erstmals ins Audit-Verfahren einbezogen ist auch der Fußverkehr. Auch wenn der Blick­win­kel der städti­schen Akteure bei Maß­nah­men durchaus dieser Zielgruppe gilt: Es fehle der stra­te­gi­sche Gesamt­an­satz war Meinung in der BYPAD-Gruppe. Nicht verwun­der­lich ist daher, dass die Ist-Situation im Ver­gleich zum Radverkehr schlechter beurteilt wurde. Bei vielen der 15 Fragen lagen am Ende die Werte um die Stufe 2.

Für das BYPAD-Verfahren wurde die Planungs­ge­mein­schaft ­Ver­kehr (PGV-Alrutz) beauftragt. Auch 2005 hatte das Un­ter­neh­men die Karlsruher Akteure mit dieser ­stan­dar­di­sier­ten Quali­täts­ma­na­ge­ment-Methode auf dem Weg zum ersten Aktions­plan zum Radverkehr (20-Punkte-Program­m ­zur Förderung des Radver­kehrs) begleitet.

"Radverkehr als System" wird wahrgenommen

Die rund 30 Teilneh­me­rin­nen und Teilnehmer der unter ­Bür­ger­meis­ter Daniel Fluhrer tagenden Arbeits­gruppe waren am 16, Januar im Rathaus aufge­for­dert worden, das "Rad-Handeln" der Stadt und Politik auf Feldern wie Infra­struk­tur, ziel­grup­pen­spe­zi­fi­sche Angebote oder auch Kommu­ni­ka­tion und Ver­net­zung zu bewerten. Top ist die Stadt­ver­wal­tung wenn es darum geht, die Bedürf­nisse der Radfah­ren­den zu ermitteln. Die re­gel­mä­ßi­gen Erhebungen und Analysen, die inter­kom­mu­na­le ­Ver­net­zung oder auch das Interesse an Modell­pro­jek­ten sowie ­neuen Methoden zur Ermittlung der Anfor­de­run­gen verdiene die Ist-Bewertung mit 3,5.

Es ist die höchste Bewertung der aktuellen Situation in Karls­ruhe - viel fehlt zum Level 4 nicht mehr. Luft nach oben gibt es nach Einschät­zung der Workshop-Teilneh­men­den aber unter an­de­rem bei der Koordi­na­tion von Aktivi­tä­ten und Maßnahmen (etwa Rad­rou­ten­pla­nung) über die Stadt­gren­zen hinweg zu den Nach­bar­ge­mein­den. Hier gab es Stufe 1,5.

Förderung des Fußverkehrs: Viele Einzelmaßnahmen

Viele Anstren­gun­gen, aber lange noch nicht syste­ma­tisch, laute­te oft die Einschät­zung beim Fußverkehr. Ausnahme Instand­hal­tung: Das verdiene eine glatte 3. Denn Fußver­kehrs­flä­chen werden re­gel­mä­ßig gepflegt, relevante Beschwer­den werden wahrge­nom­men. Regis­triert wird unter anderem auch, dass die Stadt die Ein­hal­tung von Tempo 30 überprüft. Dieser Punkt trug bei der Frage, was für die Verbes­se­rung der Sicherheit der zu Fuß Ge­hen­den getan wird, entschei­dend zur vergleichs­weise guten ­Be­wer­tung von 2,5 bei. Die meisten Defizite beim Fußver­kehr wur­den bei der Orien­tie­rung im Stadt­ge­biet gesehen (Stufe 1,2).
Der neue Aktions­¬­plan für den Fuß- und Radverkehr mit konkre­ten ­Maß­nah­men und messbaren Zielen für die nächsten zehn bis 15 Jahre soll im Wesent­li­chen von der BYPAD-Gruppe in zwei weite­ren Work­shops bis Mai erarbeitet werden. Aber auch die breite Öf­fent­lich­keit hat die Stadt über ein Stadt­bau­fo­rum am 5. März 2020 sowie über das Online-Betei­li­gungs­por­tal einge­bun­den. Im Stadt­bau­fo­rum wurden die Ergebnisse der Ist-Analysen vorge­stell­t und die Bürger und Bürge­rin­nen konnten ihre eigenen Vorschlä­ge und Ideen einbringen. Im Anschluss an die Veran­stal­tung konnten zwei Wochen lang weitere Ideen über das Online-Betei­li­gungs­por­tal der Stadt einge­bracht werden. Die Bei­träge und Wünsche aus der Bevöl­ke­rung werden im weite­ren ­Ver­lauf des BYPAD-Verfahrens berück­sich­tigt.