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Karlsruhe: Besondere Personengruppen

Patientenverfügung

Wie bestimme ich, was medizi­nisch unter­nom­men werden soll, wenn ich entschei­dungs­un­fä­hig bin?

Patien­ten­ver­fü­gun­gen dokumen­tie­ren die Wünsche des Patienten für den Fall schwerer Erkran­kun­gen. Sie werden erfor­der­lich, weil die Medizin heute in der Lage ist, in den natür­li­chen Prozess des Sterbens verlän­gernd einzu­grei­fen. Es ist das Recht jedes Menschen zu bestimmen, ob er dies unter allen Umständen möchte - oder nicht.

Eine Patien­ten­ver­fü­gung kann - für den Fall, dass der Patient nicht mehr selbst entschei­den kann - u.a. die Wünsche des Patienten dokumen­tie­ren über

  • ärztliche Maßnahmen
  • Ausschluß von bestimmten ärztlichen und appara­ti­ven Maßnahmen
  • Ausschluß von Inten­siv­me­di­zin zur Verlän­ge­rung des Lebens oder Sterbens, wenn Ärzte bestätigen, dass keine Heilung oder Besserung der Krankheit mehr möglich ist
  • Schmerz­the­ra­pie ohne Rücksicht auf die Neben­wir­kun­gen
  • aktive Sterbe­hil­fe
  • Maßnahmen zur Pflege­er­leich­te­rung
  • Organ­spen­de

Eine Patien­ten­ver­fü­gung sollte so präzise wie möglich formuliert sein. Daher ist es sinnvoll, diese mit dem Hausarzt zu besprechen, da es gerade im medizi­ni­schen Bereich auf eine korrekte Formu­lie­rung ankommt. Um eine spätere Anfechtung auszu­schlie­ßen, sollte der Hausarzt die Patien­ten­ver­fü­gung mit unter­schrei­ben. Er macht damit deutlich, dass der Inhalt dem Wunsch des Verfas­sers entspricht. Zudem kann der Arzt bestätigen, dass der Verfasser die Patien­ten­ver­fü­gung im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte abgefasst hat und dass sie seinem freien Willen entspricht.
Generell ist es ratsam, die Patien­ten­ver­fü­gung von zwei Zeugen unter­schrei­ben zu lassen.
Das Original der Patien­ten­ver­fü­gung ist sorgfältig zu verwahren. Eventuell ist auch der Hausarzt bereit, das Original in Verwahrung zu nehmen.
Auf keinen Fall darf die Patien­ten­ver­fü­gung verschlos­sen mit dem Testament verwahrt werden, da dies erst nach dem Tod geöffnet wird. Kopien sollten Personen und Angehörige aus dem engen Lebens­be­reich erhalten, die die Übergabe des Originals an den Arzt auch gewähr­leis­ten können.

 

Wichtig

Im Falle einer Behandlung muss das Original den behan­deln­den Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Legen Sie die Patien­ten­ver­fü­gung in Ihrer Dokumen­ten­mappe ab, damit sie im Notfall gefunden werden kann.

 

Weiterführende Informationen

Dokumentenmappe

Informationsmaterial

Broschüre Patientenverfügung

Broschüre Erben und Vererben

 
 

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