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Karlsruhe: Besondere Personengruppen

Anstellung einer Betreuungskraft/Haushaltshilfe

Weiterführende Informationen

 

Jeder Haushalt mit einer pflege­be­dürf­ti­gen Person kann eine Hilfs­kraft aus Deutsch­land oder einem EU-Mitglieds­land legal an­stel­len.

Die Zentrale Auslands- und Fachver­mitt­lung der Bunde­s­agen­tur für Arbeit (ZAV) unter­stützt bei der Suche und Auswahl geeig­ne­ter ­Kräfte in Zusam­men­ar­beit mit europäi­schen Arbeits­ver­wal­tun­gen. Die Hilfen aus EU-Staaten werden an Privat­haus­halte mit einem pfle­ge­be­dürf­ti­gen Angehö­ri­gen gebüh­ren­frei vermittelt.

Zentrale Auslands- und Fachver­mitt­lung der Bunde­s­agen­tur ­für Arbeit (ZAV)
Haus­halts­hil­fen­ver­mitt­lung
Ville­mom­b­ler Straße 76, 53123 Bonn
Telefon: 0228 713-2132
Fax: 0228 713-2224

zav.haushalts­hil­fen@­ar­beit­s­agen­tur.de

www.zav.de

Seit 1. Mai 2011 gilt die unein­ge­schränk­te ­Ar­beit­neh­mer­frei­zü­gig­keit auch für Staats­an­ge­hö­rige der acht neuen EU-Mitglieds­staa­ten (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn). Dies gilt seit 01.01.2014 auch für Arbeit­neh­mer aus Bulgarien und Rumänien und seit 01.07.2015 ebenfalls für Arbeit­neh­mer aus Kroatien. Das be­deu­tet, dass sie im Bundes­ge­biet eine nicht selbstän­di­ge ­Be­schäf­ti­gung aufnehmen können und dazu keine Arbeits­er­laub­nis ­mehr einholen müssen.

Wer eine Haushalts­hilfe beschäf­tigt, ist Arbeit­ge­ber. Ein Vor­teil ist, dass der Arbeit­ge­ber im Rahmen der tarif­li­chen Mög­lich­kei­ten flexibel mit der Hilfskraft aushandeln kann, was wie zu tun ist. Haushalts­hil­fen dürfen grund­sätz­lich h­aus­wirt­schaft­li­che Tätig­kei­ten, Aufgaben der Grund­pflege und der sozialen Betreuung übernehmen. Alle Leistungen, die einer ­me­di­zi­ni­schen oder pflege­ri­schen Ausbildung bedürfen, sind für Haus­halts­hil­fen nicht erlaubt. Dazu zählt zum Beispiel die Me­di­ka­men­ten­gabe, der Verbands­wech­sel oder Spritzen zu geben. Dies sind Aufgaben der Behand­lungs­pflege, die in der Regel vom Arzt verordnet, von einem Pflege­dienst ausgeführt und über die Kran­ken­kasse abgerech­net werden können.

Grund­sätz­lich gelten für die Anstellung die Bestim­mun­gen des deut­schen Arbeits­rech­tes (etwa Entgelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall, Urlaub, Kündi­gungs­schutz, Arbeits­zeit, Arbeits­schutz). Es besteht Versi­che­rungs­pflicht in der Kranken-, Renten-, Pflege- Unfall- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung in Deutsch­land. Seit Januar 2019 gilt auch für alle Beschäf­tig­ten in Privat­haus­hal­ten der allgemeine Mindest­lohn in Höhe von 9,19 Euro pro Stunde.

Aus der Pflege­ver­si­che­rung kann das Pflegegeld für die Hilfen ein­ge­setzt werden. Es entsteht kein Anspruch auf Pfle­ge­sach­leis­tung. Sachleis­tung kann nur für die Leistung von Pfle­ge­diens­ten mit Kassen­zu­las­sung beansprucht werden.

Das ist bei einer Anstellung zu tun

  • Abschluss eines Arbeits­ver­tra­ges (mit Regelungen zur Ar­beits­zeit, Urlaub, Kündi­gungs­frist, Brutto­ent­gelt, Aufgaben)
  • Anmeldung des Arbeit­neh­mers beim Einwoh­ner­mel­de­amt des Wohn­or­tes
  • Beantra­gung einer Steuer-Identi­fi­ka­ti­ons­num­mer beim ­zu­stän­di­gen Finanzamt
  • Beantra­gung der Betriebs­num­mer für den Arbeit­ge­ber beim ­Be­triebs­num­mern­ser­vice der Bunde­s­agen­tur für Arbeit, Telefon: 01801 664466
  • Anmeldung der Haushalts­hilfe zur Sozial­ver­si­che­rung bei einer Kranken­kas­se
  • Anmeldung zur Unfall­ver­si­che­rung binnen einer Woche nach ­Ar­beits­auf­nahme bei der Unfall­kasse Baden-Württem­berg, Karls­ru­he Te­le­fon: 0721 6098-5216

Steu­er­be­ra­ter können bei der Anstellung behilflich sein, damit al­les legal und sicher abläuft. Ausgaben für legale Haushalts- und Pflege­hil­fen können die Steuer­schuld um bis zu 4.000 Euro (­ma­xi­mal 20 Prozent der Kosten) mindern.