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Karlsruhe: Sozialer Dienst

Schulsozialarbeit an Karlsruher Schulen

Krisen­an­ge­bote der Schul­so­zi­al­ar­beit

Foto Fabian Imm


Liebe Schüle­rin­nen und Schüler, liebe Eltern, liebe Lehrkräfte,

die aktuelle Situation stellt uns Alle vor große Her­aus­for­de­run­gen.
Daher passt die Schul­so­zi­al­ar­beit ihre Angebote für die Dauer der Krise an.

Da wir nicht die üblichen Sprech­zei­ten abdecken und nicht dafür ­ga­ran­tie­ren können, dass Sie die bisher bekannten Personen an den Schulen erreichen, haben wir ein Krisen­an­ge­bot für alle all­ge­mein­bil­den­den Schulen, Sie als Eltern und Euch als Schü­le­rin­nen und Schüler erarbeitet.
So können alle verläss­lich die Abteilung Schul­so­zi­al­ar­beit er­rei­chen und von den jeweils anwesenden Fachkräf­ten beraten wer­den. Auch anonyme Beratungen sind möglich.


Persön­li­che Erreich­bar­keit

 

Einmal pro Woche ist eine Fachkraft der Schul­so­zi­al­ar­beit in der Schule vor Ort.

In dieser Zeit steht sie den Anwesenden für deren Anliegen zur Verfügung.

Telefo­ni­sche Erreich­bar­keit

 

Telefo­nisch erreichen Sie Fachkräfte der Schul­so­zi­al­ar­beit

Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr

ausschließ­lich über folgende Telefon­num­mer:

0721 133-5151

Keine der üblichen Durch­wahl­num­mern kann aktuell bedient werden.

Erreich­bar­keit per E-Mail

 

Per E-Mail ist Schul­so­zi­al­ar­beit zentral erreichbar unter

schuso@sjb.karlsruhe.de

Die Beant­wor­tung der Anfragen erfolgt

Montag bis Freitag zwischen
9 und 15 Uhr.


Infor­ma­tio­nen zum Ausdru­cken

Informationen auf Deutsch (PDF, 493 KB)

Informationen auf Italienisch (PDF, 495 KB)

Informationen auf Polnisch (PDF, 511 KB)

Informationen auf Portugiesisch (PDF, 501 KB)

Informationen auf Russisch (PDF, 520 KB)

informationen auf Spanisch (PDF, 488 KB)


Imagefilm 20 Jahre Schulsozialarbeit

Weitere Informationen

 

Entstehung von Schul­so­zi­al­ar­beit in Karlsruhe

Seit September 1999 gibt es bei der Sozial- und Jugend­be­hör­de auch den Arbeits­be­reich "Schul­so­zi­al­ar­beit an Karls­ru­her ­Schu­len".

Der Gemein­de­rat der Stadt Karlsruhe beauf­tragte bereits im Früh­jahr 1999 die Verwaltung, ein Konzept zur Schul­so­zi­al­ar­beit an der Schiller- und an der Uhland­schule in der Innen­stadt­ vor­zu­le­gen. Dieses Konzept wurde von der Sozial- und Ju­gend­be­hörde unter Einbe­zie­hung der betrof­fe­nen Schulen ­ge­mein­sam mit dem Schul- und Sportamt, dem Staat­li­chen Schul­am­t und weiteren Betei­lig­ten erarbeitet sowie an Schiller- und Uh­land­schule erprobt.

Das Karlsruher Konzept von Schul­so­zi­al­ar­beit hat sich bewähr­t und konnte im Laufe der Jahre auf alle Schularten ausge­wei­tet wer­den. Aktuell wird Schul­so­zi­al­ar­beit an 63 allge­mein­bil­den­den ­Schu­len in Karlsruhe angeboten.


Gesetz­li­che Grundlagen und Ar­beits­wei­sen

"Schul­so­zi­al­ar­beit ist ein Angebot der Jugend­hilfe nach § 13 SGB VIII, bei dem sozial­päd­ago­gi­sche Fachkräfte konti­nu­ier­lich am Ort Schule tätig sind. Sie arbeiten mit Lehrkräf­ten auf einer ­ver­bind­lich verein­bar­ten und gleich­be­rech­tig­ten Basis zusammen. Erzie­hungs­be­rech­tigte und Lehrkräfte werden zu Themen der Er­zie­hung beraten und in der Umsetzung des Kinder- und Ju­gend­schut­zes unter­stützt. Kinder und Jugend­li­che werden zu in­di­vi­du­el­len und alter­ss­pe­zi­fi­schen Themen beraten. [1]



Organi­sa­tion und Zuordnung

Die Schul­so­zi­al­ar­beit an den allge­mein­bil­den­den Schulen in Karls­ruhe ist organi­sa­to­risch dem Fachbe­reich Jugend­hilfe und So­ziale Dienste zugeordnet. Diese Zuordnung fördert eine wirk­same Zusam­men­ar­beit der verschie­de­nen Akteure der Ju­gend­hilfe. Dadurch wird auch der präventive Ansatz unter­stütz­t und weniger eingrei­fende Hilfen für Karlsruher Famili­en not­wen­dig.[2]

Eine Schul­so­zi­al­ar­beits­stelle an allge­mein­bil­den­den Schulen ist grund­sätz­lich eine 50% Stelle mit Ferien­re­ge­lung.

Arbeits­zeit mit Ferien­re­ge­lung bedeutet, dass die Fachkräf­te wäh­rend der Schulzeit mit einer erhöhten Wochen­ar­beits­zeit ­ar­bei­ten, dafür aber in den Ferien keine Arbeits­zeit ableis­ten ­müs­sen. Dadurch werden die vorhan­de­nen Ressourcen optimal auf den Arbeits­be­reich angepasst.

Jeder Schul­so­zi­al­ar­beits­stelle steht ein eigenes Budget zur Ver­fü­gung, über das Projekte an den Schulen finanziert werden.

Alle Schul­so­zi­al­ar­beits­stel­len in Karlsruhe sind förder­wür­dig im Sinne der Landes­fi­nan­zie­rung für Schul­so­zi­al­ar­beit. Das Land ­be­tei­ligt sich derzeit mit ca. 1/3 der Kosten an den Per­so­nal­stel­len.



Ziele

  • Junge Menschen sollen in ihrer indivi­du­el­len, sozialen, schu­li­schen und beruf­li­chen Entwick­lung gefördert werden.
  • Bildungs­be­nach­tei­li­gun­gen sollen vermieden oder abgebaut wer­den.
  • Die Integra­tion in den schuli­schen Alltag soll geför­der­t wer­den, um Abbrüche in der Schullauf­bahn zu vermeiden.
  • Die Koope­ra­tion zwischen Schule und Jugend­hilfe soll nach­hal­tig gestärkt werden.
  • Nachhal­tige Bildungs- und Erzie­hungs­ko­ope­ra­tio­nen zwischen ­Schule und Jugend­hilfe sollen aufgebaut werden.
  • Qualität der Bearbei­tung von Kinder­schutz­fäl­len soll ­ge­si­chert werden.

Ein Konzept für alle ­Schular­ten

Die Organi­sa­tion und die Aufgaben der Schul­so­zi­al­ar­beit bieten Raum für die Anpassung an die indivi­du­el­len Gegeben­hei­ten an den Schu­len. Die Schwer­punkte, auf denen die Arbeit basiert, bilden den äußeren Rahmen. Vorgaben und Ablauf­sche­mata zu verschie­de­nen The­men konkre­ti­sie­ren den Auftrag der Fachkräfte und ver­deut­li­chen die Grenzen des Auftrages der Schul­so­zi­al­ar­beit.

Dadurch bleibt genügend Spielraum, um die Arbeits­weise auf die An­for­de­run­gen, die einzelne Schularten und Schulen mit sich ­brin­gen anzupassen. Der Arbeits­auf­trag ist für alle Schulen und Schular­ten der Gleiche, die Arbeit unter­schei­det sich ledig­lich in der Konstel­la­tion und Gewichtung der Bearbei­tung von Themen an den unter­schied­li­chen Schularten.

Gelin­gende Koope­ra­tion braucht Abstimmung und Bereit­schaft zu Zu­sam­men­ar­beit aller Partner. Schul­lei­tung und Lehrkräfte sowie ­Schul­so­zi­al­ar­beit sind aufge­for­dert, diese Koope­ra­tion aus ihrem ­Selbst­ver­ständ­nis und ihrer Fachlich­keit in der Schule zu ge­stal­ten.


Zielgrup­pen und Auf­ga­ben­schwer­punkte

Schwer­punkt I

Beratung von Lehrkräf­ten in Fragen zu

  • Auffäl­lig­kei­ten von einzelnen Schülern und Schüle­rin­nen
  • klassen­in­ter­nen und klassen­über­grei­fen­den sowie ­grup­pen­dy­na­mi­schen Prozessen
  • Kinder­schutz im Schulall­tag
  • Schul­ab­sen­tis­mus

Schwer­punkt II

Beratung, Unter­stüt­zung und Vermitt­lung von Hilfen für Schü­le­rin­nen und Schüler, deren Erzie­hungs­be­rech­tigte und sons­tige an der Erziehung beteiligte Personen bei

  • schul­be­zo­ge­nen Anliegen
  • familiären Anliegen
  • alter­ss­pe­zi­fi­schen, indivi­du­el­len Anliegen von Schüle­rin­nen und Schülern
  • der Klärung von Konflikten auch im Gruppen­kon­text

Sollten weiter­ge­hende Beratungen oder unter­stüt­zende Maßnahmen, wie Hilfen zur Erziehung nach dem Kinder- und Jugend­hil­fe­ge­setz, im Einzelfall notwendig erscheinen oder gewünscht werden, können die Fachkräfte der Schul­so­zi­al­ar­beit in Absprache mit den Eltern an die Bezirks­grup­pen des Allge­mei­nen Sozialen Dienstes oder an­dere Fachbe­ra­tungs­stel­len weiter­ver­mit­teln und die Zu­sam­men­ar­beit unter­ein­an­der fördern.

Schwer­punkt III

Unter­stüt­zung der Schule bei der inneren Schul­ent­wick­lung und bei Vernet­zungs­kon­zep­ten.

Aufbau und Pflege von Koope­ra­tio­nen mit Vereinen, Jugend­treffs, anderen sozialen Einrich­tun­gen und Beratungs­stel­len stadt­weit und speziell im direkten Umfeld der Schule.

Orga­ni­sa­tion und Bezuschus­sung von Projekten in den Bereichen:

  • Prävention (z. B. Gewalt, Drogen, sex. Gewalt, Mobbing, Medien­sucht, etc.)
  • Sozial­kom­pe­tenz, Selbst­be­haup­tung, Stärkung des Selbst­be­wusst­seins
  • Erleb­nispäd­ago­gik
  • Vielfalt und Lebens­welt­ori­en­tie­rung
  • Sexual­päd­ago­gi­sche Angebote
  • Stadt­teil­ent­wick­lung
  • Übergang von Schule zu Beruf

Eine enge Koope­ra­tion mit der Schul­lei­tung ist hier maßgebend, sowie die Anpassung der Angebote und Koope­ra­tio­nen auf das je­wei­lige Schul­pro­fil. Ziel ist es ein passendes Netzwerk auf­zu­bauen und bedarfs­ge­rechte Angebote für die Schulen zu finden um ganzheit­li­che Bildung zu fördern.


Handlungs­prin­zi­pien

  • nieder­schwel­li­ger Zugang
  • freiwil­li­ges Angebot
  • vertrau­li­che Beratung
  • allpar­tei­li­che Haltung
  • gesetz­li­cher Kinder­schutz­auf­trag
  • lebens­welt­ori­en­tierte Unter­stüt­zung
  • Ressourcen- und Lösungs­ori­en­tie­rung
  • Netzwerk­ar­beit
  • Stadt­tei­l­ori­en­tie­rung


[1] Vgl. Speck, Karsten (2006): Qualität und Evaluation in der Schul­so­zi­al­ar­beit: Konzepte, Rahmen­be­din­gun­gen und Wirkungen, Wiesbaden: VS Verlag, S. 23


[2] Vgl. Niederbühl in Mac­senare, Hiller, Fischer (2010): Outcome in der Jugend­hil­fe ­ge­mes­sen, Freiburg: Lambertus Verlag, S.273 ff

Fotos: alle SJB-SoDi