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Karlsruhe: Sozialer Dienst

Schulsozialarbeit an Karlsruher Schulen

Weitere Informationen

 

Entstehung von Schul­so­zi­al­ar­beit in Karlsruhe

Seit September 1999 gibt es beim Sozialen Dienst auch den Ar­beits­be­reich "Schul­so­zi­al­ar­beit an Karlsruher Schulen".

Der Gemein­de­rat der Stadt Karlsruhe beauf­tragte bereits im Früh­jahr 1999 die Verwaltung, ein Konzept zur Schul­so­zi­al­ar­beit an der Schiller- und an der Uhland­schule in der Innen­stadt­ vor­zu­le­gen. Dieses Konzept wurde von der Sozial- und Ju­gend­be­hörde unter Einbe­zie­hung der betrof­fe­nen Schulen ­ge­mein­sam mit dem Schul- und Sportamt, dem Staat­li­chen Schul­am­t und weiteren Betei­lig­ten erarbeitet sowie an Schiller- und Uh­land­schule erprobt.

Das Karlsruher Konzept von Schul­so­zi­al­ar­beit hat sich bewähr­t und konnte im Laufe der Jahre auf alle Schularten ausge­wei­tet wer­den. Aktuell wird Schul­so­zi­al­ar­beit an 63 allge­mein­bil­den­den ­Schu­len in Karlsruhe angeboten.


Gesetz­li­che Grundlagen und Ar­beits­wei­sen

"Schul­so­zi­al­ar­beit ist ein Angebot der Jugend­hilfe nach § 13 SGB VIII, bei dem sozial­päd­ago­gi­sche Fachkräfte konti­nu­ier­lich am Ort Schule tätig sind. Sie arbeiten mit Lehrkräf­ten auf einer ­ver­bind­lich verein­bar­ten und gleich­be­rech­tig­ten Basis zusammen. Erzie­hungs­be­rech­tigte und Lehrkräfte werden zu Themen der Er­zie­hung beraten und in der Umsetzung des Kinder- und Ju­gend­schut­zes unter­stützt. Kinder und Jugend­li­che werden zu in­di­vi­du­el­len und alter­ss­pe­zi­fi­schen Themen beraten. [1]



Organi­sa­tion und Zuordnung

Die Schul­so­zi­al­ar­beit an den allge­mein­bil­den­den Schulen in Karls­ruhe ist organi­sa­to­risch dem Sozialen Dienst zugeordnet. Diese Zuordnung fördert eine wirksame Zusam­men­ar­beit der ver­schie­de­nen Akteure der Jugend­hilfe. Dadurch wird auch der prä­ven­tive Ansatz unter­stützt und weniger eingrei­fende Hilfen für Karlsruher Familien notwendig.[2]

Eine Schul­so­zi­al­ar­beits­stelle an allge­mein­bil­den­den Schulen ist grund­sätz­lich eine 50% Stelle mit Ferien­re­ge­lung.

Arbeits­zeit mit Ferien­re­ge­lung bedeutet, dass die Fachkräf­te wäh­rend der Schulzeit mit einer erhöhten Wochen­ar­beits­zeit ­ar­bei­ten, dafür aber in den Ferien keine Arbeits­zeit ableis­ten ­müs­sen. Dadurch werden die vorhan­de­nen Ressourcen optimal auf den Arbeits­be­reich angepasst.

Jeder Schul­so­zi­al­ar­beits­stelle steht ein eigenes Budget zur Ver­fü­gung, über das Projekte an den Schulen finanziert werden.

Alle Schul­so­zi­al­ar­beits­stel­len in Karlsruhe sind förder­wür­dig im Sinne der Landes­fi­nan­zie­rung für Schul­so­zi­al­ar­beit. Das Land ­be­tei­ligt sich derzeit mit ca. 1/3 der Kosten an den Per­so­nal­stel­len.



Ziele

  • Junge Menschen sollen in ihrer indivi­du­el­len, sozialen, schu­li­schen und beruf­li­chen Entwick­lung gefördert werden.
  • Bildungs­be­nach­tei­li­gun­gen sollen vermieden oder abgebaut wer­den.
  • Die Integra­tion in den schuli­schen Alltag soll geför­der­t wer­den, um Abbrüche in der Schullauf­bahn zu vermeiden.
  • Die Koope­ra­tion zwischen Schule und Jugend­hilfe soll nach­hal­tig gestärkt werden.
  • Nachhal­tige Bildungs- und Erzie­hungs­ko­ope­ra­tio­nen zwischen ­Schule und Jugend­hilfe sollen aufgebaut werden.
  • Qualität der Bearbei­tung von Kinder­schutz­fäl­len soll ­ge­si­chert werden.

Ein Konzept für alle ­Schular­ten

Die Organi­sa­tion und die Aufgaben der Schul­so­zi­al­ar­beit bieten Raum für die Anpassung an die indivi­du­el­len Gegeben­hei­ten an den Schu­len. Die Schwer­punkte, auf denen die Arbeit basiert, bilden den äußeren Rahmen. Vorgaben und Ablauf­sche­mata zu verschie­de­nen The­men konkre­ti­sie­ren den Auftrag der Fachkräfte und ver­deut­li­chen die Grenzen des Auftrages der Schul­so­zi­al­ar­beit.

Dadurch bleibt genügend Spielraum, um die Arbeits­weise auf die An­for­de­run­gen, die einzelne Schularten und Schulen mit sich ­brin­gen anzupassen. Der Arbeits­auf­trag ist für alle Schulen und Schular­ten der Gleiche, die Arbeit unter­schei­det sich ledig­lich in der Konstel­la­tion und Gewichtung der Bearbei­tung von Themen an den unter­schied­li­chen Schularten.

Gelin­gende Koope­ra­tion braucht Abstimmung und Bereit­schaft zu Zu­sam­men­ar­beit aller Partner. Schul­lei­tung und Lehrkräfte sowie ­Schul­so­zi­al­ar­beit sind aufge­for­dert, diese Koope­ra­tion aus ihrem ­Selbst­ver­ständ­nis und ihrer Fachlich­keit in der Schule zu ge­stal­ten.


Zielgrup­pen und Auf­ga­ben­schwer­punkte

Schwer­punkt I

Beratung von Lehrkräf­ten in Fragen zu

  • Auffäl­lig­kei­ten von einzelnen Schülern und Schüle­rin­nen
  • klassen­in­ter­nen und klassen­über­grei­fen­den sowie ­grup­pen­dy­na­mi­schen Prozessen
  • Kinder­schutz im Schulall­tag
  • Schul­ab­sen­tis­mus

Schwer­punkt II

Beratung, Unter­stüt­zung und Vermitt­lung von Hilfen für Schü­le­rin­nen und Schüler, deren Erzie­hungs­be­rech­tigte und sons­tige an der Erziehung beteiligte Personen bei

  • schul­be­zo­ge­nen Anliegen
  • familiären Anliegen
  • alter­ss­pe­zi­fi­schen, indivi­du­el­len Anliegen von Schüle­rin­nen und Schülern
  • der Klärung von Konflikten auch im Gruppen­kon­text

Sollten weiter­ge­hende Beratungen oder unter­stüt­zende Maßnahmen, wie Hilfen zur Erziehung nach dem Kinder- und Jugend­hil­fe­ge­setz, im Einzelfall notwendig erscheinen oder gewünscht werden, können die Fachkräfte der Schul­so­zi­al­ar­beit in Absprache mit den Eltern an die Bezirks­so­zi­al­ar­beit des Sozialen Dienstes oder andere Fach­be­ra­tungs­stel­len weiter­ver­mit­teln und die Zusam­men­ar­beit un­ter­ein­an­der fördern.

Schwer­punkt III

Unter­stüt­zung der Schule bei der inneren Schul­ent­wick­lung und bei Vernet­zungs­kon­zep­ten.

Aufbau und Pflege von Koope­ra­tio­nen mit Vereinen, Jugend­treffs, anderen sozialen Einrich­tun­gen und Beratungs­stel­len stadt­weit und speziell im direkten Umfeld der Schule.

Orga­ni­sa­tion und Bezuschus­sung von Projekten in den Bereichen:

  • Prävention (z. B. Gewalt, Drogen, sex. Gewalt, Mobbing, Medien­sucht, etc.)
  • Sozial­kom­pe­tenz, Selbst­be­haup­tung, Stärkung des Selbst­be­wusst­seins
  • Erleb­nispäd­ago­gik
  • Vielfalt und Lebens­welt­ori­en­tie­rung
  • Sexual­päd­ago­gi­sche Angebote
  • Stadt­teil­ent­wick­lung
  • Übergang von Schule zu Beruf

Eine enge Koope­ra­tion mit der Schul­lei­tung ist hier maßgebend, sowie die Anpassung der Angebote und Koope­ra­tio­nen auf das je­wei­lige Schul­pro­fil. Ziel ist es ein passendes Netzwerk auf­zu­bauen und bedarfs­ge­rechte Angebote für die Schulen zu finden um ganzheit­li­che Bildung zu fördern.


Handlungs­prin­zi­pien

  • nieder­schwel­li­ger Zugang
  • freiwil­li­ges Angebot
  • vertrau­li­che Beratung
  • allpar­tei­li­che Haltung
  • gesetz­li­cher Kinder­schutz­auf­trag
  • lebens­welt­ori­en­tierte Unter­stüt­zung
  • Ressourcen- und Lösungs­ori­en­tie­rung
  • Netzwerk­ar­beit

Stadt­tei­l­ori­en­tie­rung



[1] Vgl. Speck, Karsten (2006): Qualität und Evaluation in der Schul­so­zi­al­ar­beit: Konzepte, Rahmen­be­din­gun­gen und Wirkungen, Wiesbaden: VS Verlag, S. 23


[2] Vgl. Niederbühl in Mac­senare, Hiller, Fischer (2010): Outcome in der Jugend­hil­fe ­ge­mes­sen, Freiburg: Lambertus Verlag, S.273 ff

Fotos: alle SJB-SoDi