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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Rechtlicher Rahmen und Aufgaben des Jugendamtes

Weiterführende Informationen

 

Nach dem Kinder- und Jugend­hil­fe­ge­setz (KJHG) als Rechts­grund­lage für die Aufgaben und Angebote des Jugend­am­tes soll die Vollzeit­pflege entspre­chend dem Alter des Kindes, seinem Entwick­lungs­stand, seinen persön­li­chen Bindungen und den Möglich­kei­ten der Verbes­se­rung der Erzie­hungs­be­din­gun­gen in der Herkunfts­fa­mi­lie entweder eine zeitlich befristete oder eine auf Dauer angelegte Hilfe zur Erziehung darstellen.

Aufgabe des Jugend­am­tes ist es deshalb, zunächst in Gesprächen mit den Perso­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten zu klären, ob die Vollzeit­pflege als geeignete Hilfe in Betracht kommt und mit welchen Perspek­ti­ven eine Inpfle­ge­gabe des Kindes sinnvoll erscheint. Dabei müssen der Perso­nen­sor­ge­be­rech­tigte und das Kind über Art und Umfang der Hilfe sowie über mögliche Folgen infor­miert und bei der Auswahl der Pflege­fa­mi­lie beteiligt werden.

In einem Hilfeplan, der vom Jugendamt in Zusam­men­ar­beit mit dem Perso­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten, dem Kind und der Pflege­fa­mi­lie schrift­lich erstellt und regel­mä­ßig geprüft wird, werden die Gründe der Vollzeit­pflege und die notwen­di­gen Hilfs­an­ge­bote für das Kind und die Herkunfts­fa­mi­lie erarbeitet.

Grund­sätz­lich sollen durch Beratung und Unter­stüt­zung der Herkunfts­fa­mi­lie die Erzie­hungs­be­din­gun­gen in der Familie innerhalb eines für das Kind vertret­ba­ren Zeitraumes soweit verbessert werden, dass eine Rückkehr in die Herkunfts­fa­mi­lie möglich bleibt. Für die Bemessung dieses vertret­ba­ren Zeitraumes sind das Alter des Kindes, sein Entwick­lungs­stand und seine persön­li­chen Bindungen von ausschlag­ge­ben­der Bedeutung. Das Jugendamt soll deshalb darauf hinwirken, dass die Beziehung des Kindes zur Herkunfts­fa­mi­lie in dieser Zeit gefördert wird. Sowohl die Herkunfts­fa­mi­lie als auch die Pflege­fa­mi­lie haben vor und während der Dauer der Vollzeit­pflege Anspruch auf Beratung und sollen darin unter­stützt werden, zum Wohl des Kindes zusam­men­zu­ar­bei­ten.

Ist eine nachhal­tige Verbes­se­rung der Erzie­hungs­be­din­gun­gen der Herkunfts­fa­mi­lie innerhalb des vertret­ba­ren Zeitraumes nicht erreichbar, so soll mit den Betei­lig­ten eine auf Dauer angelegte Lebens­per­spek­tive für das Kind erarbei­tet werden.

Mit der Aufnahme eines Pflege­kin­des übernehmen die Pflege­el­tern seine tatsäch­li­che Erziehung und Versorgung. Um im Alltag handlungs­fä­hig zu sein, sind Pflege­el­tern grund­sätz­lich berechtigt, den Perso­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten in der Ausübung der Perso­nen­sorge, der sogenann­ten Alltags­sorge (siehe weiter­füh­ren­de Infor­ma­tion) zu vertreten. Bei grund­le­gen­den Entschei­dun­gen wie z. B. Schul­bil­dung, Ausbildung, Gesund­heits­für­sorge ist weiterhin der Perso­nen­sor­ge­be­rech­tigte in Entschei­dun­gen mit einzu­be­zie­hen. Der Perso­nen­sor­ge­be­rech­tigte kann beim Famili­en­ge­richt die Übertra­gung einzelner Teile des Sorge­rech­tes auf die Pflege­el­tern beantragen.

Wenn perso­nen­sor­ge­be­rech­tigte Eltern ihr Kind plötzlich und unvor­be­rei­tet aus der Pflege­fa­mi­lie, in der es seit längerer Zeit lebt, heraus­neh­men wollen, können Pflege­el­tern beim Famili­en­ge­richt beantragen, dass das Kind in ihrer Familie verbleibt.