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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Gründe für Vollzeitpflege

Um ein selbst­si­che­rer Mensch zu werden, braucht ein Kind Gebor­gen­heit und Liebe, Hilfe und Verständ­nis, Sicherheit und Anerken­nung. Dies alles bekommen Kinder zunächst in der eigenen Familie, von den eigenen Eltern. Doch gibt es Eltern, die diese Grundlagen nicht oder nur teilweise schaffen können. Die Gründe dafür sind sehr unter­schied­lich, oft auch vielfältig.

Bespiele

Mädchen und junge Frauen werden unerwartet, ungewollt schwanger und entschei­den sich für das Kind. Manchmal sind sie selbst noch nicht "erwach­sen" und können die Rolle einer Mutter nicht übernehmen, vielleicht auch, weil sie keine glückliche Kindheit hatten, in der sie eine vertrau­ens­volle Eltern-Kind-Beziehung erleben konnten. So sind sie durch viele Probleme belastet, z. B. unsichere Partner­schaf­ten, unklare finan­zi­el­le Verhält­nisse, beengte Wohnver­hält­nisse, schwierige Arbeits- oder Ausbil­dungs­si­tua­tio­nen. Oft fehlt den Müttern die Unter­stüt­zung ihrer Familie und Verwandten. Die Verant­wor­tung für das Kind überfor­dert sie, vielleicht weil sie selbst noch so viel erleben wollen und die Bedürf­nisse des Kindes als "Fessel" empfinden oder auch, weil sie aus Unsicher­heit das Kind entweder überfür­sorg­lich behandeln oder vernach­läs­si­gen und ihm keine Sicherheit geben können.

Familien können durch akut auftre­tende oder länger­fris­tige Krisen ihren Kindern nicht gerecht werden. Beispiele für solche Krisen­si­tua­tio­nen sind: außer­ge­wöhn­li­che wirtschaft­li­che Belas­tun­gen, Krankheit oder Tod von Famili­en­mit­glie­dern, schlechte Wohnver­hält­nisse, seelische Erkran­kun­gen, Drogen- bzw. Alkohol­ab­hän­gig­keit eines Eltern­teils, Haftstra­fen von Vater oder Mutter, massive Partner­pro­bleme der Eltern, Scheidungs- oder Trennungs­si­tua­tio­nen, Überfor­de­rung in der Haushalts­füh­rung, Behin­de­run­gen bei den Kindern u. v. m.
Solche Familien brauchen Hilfe, die durch ambulante Angebote, wie beispiels­weise psycho­lo­gi­sche Beratung und sozial­päd­ago­gi­sche Famili­en­hilfe, die Bedin­gun­gen innerhalb der Familie verbessern.

Manchmal sind diese Hilfs­an­ge­bote nicht ausrei­chend oder der Problem­lage nicht angemessen, so dass die Aufnahme des Kindes in einer Vollzeit­pfle­ge­fa­mi­lie in Frage kommen kann.