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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Leitfaden zum erhöhten Pflegegeld für entwicklungsbeeinträchtigte und behinderte Kinder in Vollzeitpflege

Vorbe­mer­kung

Anlass für eine Neure­ge­lung des erhöhten Pflege­gel­des für ent­wick­lungs­be­ein­träch­tigte
und behinderte Pflege­kin­der in der Jugend- und Ein­glie­de­rungs­hilfe in Karlsruhe war die Reform der Pfle­ge­ver­si­che­rung (SGB XI) durch das Zweite Pfle­ge­stär­kungs­ge­setz (PSG II) zum
1. Januar 2017. Mit dem neuen Begut­ach­tungs­sys­tem des PSG II hat die Pflege­ver­si­che­rung noch stärker als im Ersten Pfle­ge­stär­kungs­ge­setz auch psycho­so­ziale Problem­la­gen zur Fest­stel­lung des Pflege­be­darfs in ihren Modulen erfasst, die bisher auch in der Jugend- und Einglie­de­rungs­hilfe der Stadt­ ­Karls­ruhe als Grundlage für eine Bewertung der erhöh­ten Pfle­ge­leis­tun­gen der Pflege­per­son bei ent­wick­lungs­be­ein­träch­tig­ten und behin­der­ten Pflege­kin­dern ­zu­grunde gelegt wurden. Daraus ergab sich ein Handlungs­be­darf, um Leistungen der Pflege­ver­si­che­rung und der Jugend- und Ein­glie­de­rungs­hilfe klarer vonein­an­der unter­schei­den und Dop­pel­struk­tu­ren vermeiden zu können.

Der vorlie­gende Leitfaden wurde mit der Betei­li­gung von sieben ­Karls­ru­her Pflege­fa­mi­lien
mit entwick­lungs­be­ein­träch­tig­ten und behin­der­ten Pflege­kin­dern ­durch den Abtei­lungs­lei­ter des Pflege­kin­der­diens­tes, der Son­der­sach­be­ar­bei­te­rin der Abteilung Wirtschaft­li­che Jugend­hil­fe und der Teamlei­te­rin der Einglie­de­rungs­hilfe für Kinder und Ju­gend­li­che im Frühjahr 2017 erarbeitet.
Die Betei­li­gung der Pflege­fa­mi­lien erwies sich durch die Be­schrei­bun­gen ihrer alltäg­li­chen Belas­tun­gen und pädago­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen durch das Pflegekind als äußer­st hilf­reich,
um Kriterien für die Feststel­lung eines erhöhten Erziehungs- und För­der­be­darfs zu definieren.

Der Leitfaden löst die von 2009 bis 30. Juni 2017 gülti­ge ­Ar­beits­hilfe ab dem 1. Juli 2017 vollstän­dig ab und ist die Grund­lage zur Bewil­li­gung eines erhöhten Pflege­gel­des für
Pfle­ge­per­so­nen mit Hilfe des Formulars "Beson­de­re ­Zu­satz­leis­tun­gen für Kinder in Vollzeit­pflege (BZV 2)" der Stadt­ ­Karls­ruhe.

Das erhöhte Pflegegeld honoriert die von den Pflege­el­tern selbst er­brach­ten erhöhten Erziehungs- und Förder­leis­tun­gen. Leistun­gen ­die darüber hinaus von Dritten zur
Entlas­tung, Förderung und Teilhabe erbracht werden sind in den "An­nex­leis­tun­gen Vollzeit­pfle­ge" (ALV) geregelt.

Die Regelungen für das erhöhte Pflegegeld gelten für alle Kinder und Jugend­li­chen in Vollzeit­pflege nach § 33 bezie­hungs­weise § 44 SGB VIII, für die gemäß § 86 Abs. 1 bis 6 SGB VIII und
§ 54 Abs. 3 SGB XII die Stadt Karlsruhe zuständig ist. Entspre­chend § 39 Abs. 4 Satz 5 SGB VIII sind für Pflege­el­tern im Einzugs­ge­biet anderer Jugend­äm­ter die Leistungen nach den Ver­hält­nis­sen vor Ort zu gestalten.

Joachim Heger
Leitung Pflege­kin­der­dienst der Stadt Karlsruhe


3. Fortschrei­bung nach dem BVerG-Urteil vom 24. November 2017 (B­VerwG 5 C 15.16); der Veröf­fent­li­chung der Ori­en­tie­rungs­hilfe "Rahmen­be­din­gun­gen in der Voll­zeit­pflege gemäß § 33 SGB VIII" im Mai 2018 und Über­ar­bei­tungs­hin­wei­sen des KVJS vom September 2018 ; der Stel­lung­nahme des DIJuF vom 29.Juni 2018 zur Frage der An­trag­stel­lung von Pflegegeld nach dem SGB XI durch­ Pfle­ge­per­so­nen (SN_2018_0331 Bm).

Leitfaden - Erhöhtes Pflegegeld 2019 (PDF, 206 KB)

PDF-Version des kompletten Leitfadens.