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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Finanzielle Leistungen bei Vollzeitpflege

Weiterführende Informationen

 

Pfle­ge­geld

Für die leiblichen Eltern wird im Rahmen der Jugend­hil­fe ­ge­prüft, in welchem Umfang sie an den entste­hen­den Kosten ­be­tei­ligt werden müssen.

Die Pflege­el­tern haben einen Anspruch auf Pflegegeld.
Dessen Höhe wird für Karlsruher Pflege­fa­mi­lien nach den
"Grund­sät­zen für die finan­zi­el­len Leistungen an Pflege­fa­mi­li­en" ­der Landes­ju­gend­äm­ter und kommunalen Landes­ver­bände bemessen. Es ist in drei Stufen nach dem Alter des Pflege-
kindes gestaffelt und setzt sich aus dem Grund­be­darfs­satz
und den Kosten der Erziehung zusammen. Der Grund­be­darfs­satz ­deckt in der Regel den gesamten Lebens­un­ter­halt des Pflege­kin­des ab. Die Kosten der Pflege und Erziehung sind der "An­er­ken­nungs­bei­trag" für die Erzie­hungs­leis­tung der Pfle­ge­el­tern.

 

Pfle­ge­el­tern haben einen Anspruch auf die hälftige Erstat­tung nach­ge­wie­se­ner Aufwen­dun­gen zu einer angemes­se­nen Al­ters­vor­sorge.
Ausgehend vom Mindest­bei­trags­satz der gesetz­li­chen ­Ren­ten­ver­si­che­rung beträgt die hälftige Erstattung derzeit 43 Euro je Kind.

Pfle­ge­el­tern, die ein Kind während der ersten 36 Monaten nach A­b­lauf des Monats der Geburt erziehen, haben einen Anspruch auf An­rech­nung der Kinder­er­zie­hungs­zei­ten für die Rentenver-
sicherung, wenn sie mit dem Pflegekind durch ein auf länge­re Dauer angelegtes Pflege­ver­hält­nis mit häuslicher Gemein­schaft wie Eltern und Kinder verbunden sind.

Die Stadt Karlsruhe gewährt Karlsruher Vollzeit- und Be­reit­schafts­pfle­ge­per­so­nen einen
freiwil­li­gen Zuschuss zur Alters­vor­sorge von bis zu 120 Euro monatlich.
Diese Leistung wird unabhängig von der Gesamtzahl der betreu­ten Kin­der an die Pflege­per­son gewährt, welche die Erziehung und Ver­sor­gung des Pflege­kin­des bezie­hungs­weise der Pflege­kin­der ­über­wie­gend leistet. Die Anlage des Betrages durch entspre­chen­de Al­ters­vor­sor­ge­ver­träge muss nachge­wie­sen werden.

Das Pflegegeld beträgt seit dem 01.01.2018:

Alter des Pflege­kin­des (von … bis unter … Jahren)

Kosten für den Sachauf­wand

Kosten der Pflege und Erziehung

Pflegegeld

0 bis 6

522 Euro

272 Euro

794 Euro

6 bis 12

592 Euro

272 Euro

864 Euro

12 bis 18

676 Euro

272 Euro

948 Euro

Erhöhtes Pflegegeld bei besonders entwick­lungs­be­ein­träch­tig­ten Kin­dern

Bei besonders entwick­lungs­be­ein­träch­tig­ten Kindern kann sich ein er­höh­ter Bedarf sowohl beim Sachauf­wand als auch im Hinblick auf die Kosten für Pflege und Erziehung wegen einem erhöh­ten er­zie­he­ri­schen Bedarf ergeben. Wenn dieser Bedarf durch die Pfle­ge­per­son selbst erfüllt wird, ist das Pflege­geld ent­spre­chend dem Mehrauf­wand der Pflege­per­son zu erhöhen. Die Not­wen­dig­keit für ein erhöhtes Pflegegeld ist nach den Erfor­der­nis­sen des Einzel­fal­les im Rahmen der Hil­fe­pla­nung festzu­stel­len.

Annex­leis­tun­gen in der Vollzeit­pfle­ge

Ergibt sich bei Pflege­kin­dern ein indivi­du­el­ler Förder­be­darf des Kindes oder ein Unter­stüt­zungs- und/oder Entlas­tungs­be­darf der Pfle­ge­per­son, der nicht durch die Pflege­per­son selbst oder die Fach­dienste der Sozial- und Jugend­be­hörde geleistet werden ­kön­nen, so kann dieser Bedarf durch externe Leistungs­er­brin­ger als Annex­leis­tung der Vollzeit­pflege im Rahmen der Jugend- oder Einglie­de­rungs­hilfe gewährt werden. Die Vor­ran­gig­keit anderer Leistungs­trä­ger ist dabei zu be­rück­sich­ti­gen.

Betreu­ungs­zu­schlag 24

Pfle­ge­per­so­nen, welche Vollzeit- oder Bereit­schafts­pfle­ge­kin­der auf­grund ihres Alters (unter drei Jahren) oder ihres ­Ent­wick­lungs­stan­des oder aus Mangel an einem Betreu­ungs­platz "rund um die Uhr" (24 Stunden) ohne Inanspruch­nahme einer Kin­der­ta­ges­be­treu­ung innerhalb ihrer Vollzeit- oder ­Be­reit­schafts­pfle­ge­fa­mi­lie betreuen, erhalten den "­Be­treu­ungs­zu­schlag 24" in Höhe von
300 Euro Monatlich bei Vollzeit­pflege, bezie­hungs­weise 10 Euro ­täg­lich bei Bereit­schafts­pflege.

Einmalige Beihilfen oder Zuschüsse

Neben dem monat­li­chen Pflegegeld können einma­li­ge ­Bei­hil­fen oder Zuschüsse insbe­son­dere zur Erstaus­stat­tung einer Pflege­fa­mi­lie, bei wichtigen persön­li­chen ­An­läs­sen sowie für Urlaubs- und Ferien­rei­sen des Pflege­kin­des ­ge­währt werden.

Alters­vor­sorge für Pflege­el­tern

Pfle­ge­el­tern haben einen Anspruch auf die hälftige Erstat­tung nach­ge­wie­se­ner Aufwen­dun­gen zu einer angemes­se­nen Al­ters­vor­sorge.
Ausgehend vom Mindest­bei­trags­satz der gesetz­li­chen ­Ren­ten­ver­si­che­rung beträgt die hälftige Erstattung derzeit 43 Euro je Kind.

Pfle­ge­el­tern, die ein Kind während der ersten 36 Monaten nach A­b­lauf des Monats der Geburt erziehen, haben einen Anspruch auf An­rech­nung der Kinder­er­zie­hungs­zei­ten für die Ren­ten­ver­si­che­rung, wenn sie mit dem Pflegekind durch ein auf län­gere Dauer angelegtes Pflege­ver­hält­nis mit häusli­cher ­Ge­mein­schaft wie Eltern und Kinder verbunden sind.

Die Stadt Karlsruhe gewährt Karlsruher Vollzeit- und Be­reit­schafts­pfle­ge­per­so­nen einen freiwil­li­gen Zuschuss ­zur Alters­vor­sorge von bis zu 120,00 Euro monatlich. Diese Leistung wird unabhängig von der Gesamtzahl der betreu­ten Kin­der an die Pflege­per­son gewährt, welche die Erziehung und Ver­sor­gung des Pflege­kin­des bezie­hungs­weise der Pflege­kin­der ­über­wie­gend leistet. Die Anlage des Betrages durch entspre­chen­de Al­ters­vor­sor­ge­ver­träge muss nachge­wie­sen werden.

Übernahme der Kosten für Kinder­ta­ges­be­treu­ung

Im Rahmen des Rechts­an­spru­ches auf den Besuch einer ­Ta­ges­ein­rich­tung für Kinder bis zum Schulein­tritt werden die Kosten der Kinder­be­treu­ung beim Besuch einer Tages­ein­rich­tung ­er­stat­tet. Nach dem Schulein­tritt wird die Frage der Kos­ten­er­stat­tung des Besuches einer Kinder­ta­ges­ein­rich­tung von Pfle­ge­kin­dern in Vollzeit­pflege im Rahmen der Hilfe­pla­nung ent­schie­den.

Kinder­geld

Pfle­ge­el­tern, die ein Kind in Vollzeit­pflege aufge­nom­men haben, sind in den meisten Fällen vorrangig vor den Eltern kin­der­geld­be­rech­tigt. Es wird ein Kinder­geldan­teil als Einkom­men ­der Pflege­kin­der auf das Pflegegeld angerech­net. Ist das Pfle­ge­kind das älteste Kind in der Pflege-
familie, so wird die Hälfte des Kinder­gel­des angerech­net. Ist das Pflegkind nicht das älteste Kind, so wird ein Viertel des Kin­der­gel­des angerech­net (§ 39 Abs. 6 SGB VIII).
Kinder­geld 2018: 1.+2. Kind = 194 Euro; 3. Kind = 200 Euro; ab 4. Kind = 225 Euro.

Steu­er­pflicht

Das vom Jugendamt gezahlte Pflegegeld ist steuerfrei. Wenn das Pfle­ge­geld von privater Seite bezahlt wird, muss es grund­sätz­lich versteuert werden; es können jedoch bestimm­te ­Be­träge als "Betriebs­aus­ga­ben" abgesetzt werden. Die Eintra­gung ­des Pflege­kin­des auf der Steuer­karte der Pflege­per­son ist mög­lich und wirkt sich bei der Kirchen­steuer und dem So­li­da­ri­täts­zu­schlag begüns­ti­gend aus.

Kran­ken­ver­si­che­rung

Das Pflegekind ist bei seinen leiblichen Eltern mitver­si­chert, kann aber auch mit dem Einver­ständ­nis der Sorge­be­rech­tig­ten bei den Pflege­el­tern famili­en­ver­si­chert werden.

Unfall­ver­si­che­rung

Voll­zeit­pfle­ge­per­so­nen unter­lie­gen nicht der gesetz­li­chen ­Un­fall­ver­si­che­rungs­pflicht. Dennoch haben sie einen Anspruch auf die Erstattung nachge­wie­se­ner Aufwen­dun­gen für eine priva­te ­Un­fall­ver­si­che­rung durch das Jugendamt. Entspre­chend der Lan­des­richt­li­nien erfolgt eine Orien­tie­rung am Mindest­bei­trag ­zur gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. (Im Jahr 2018: 160,23 Euro)

Haftung

Pfle­ge­el­tern müssen bei der Erziehung eines Pflege­kin­des die glei­chen Sorgfalts­pflich­ten wie bei der Erziehung eines eigenen Kin­des erbringen.
Sie sind verpflich­tet, das Kind alters­ge­mäß zu beauf­sich­ti­gen. Über das Jugendamt Karlsruhe besteht eine ­Sam­mel­haft­pflicht­ver­si­che­rung für Pflege­el­tern, die in der Regel ein­tritt, wenn das Pflegekind Schäden gegenüber Dritten ­ver­ur­sacht oder Pflege­el­tern und Pflegekind sich gegen­sei­tig Schä­den zufügen.

Die Regelungen zu den Annex­leis­tun­gen, dem Betreu­ungs­zu­schlag 24, dem freiwil­li­gen Zuschuss zur Alters­vor­sorge und den ein­ma­li­gen Beihilfen und Zuschüssen gelten nur für Karls­ru­her Pfle­ge­per­so­nen. Für Pflege­per­so­nen im Bereich eines anderen Ju­gend­am­tes gelten die Bedin­gun­gen vor Ort.

Stand: gültig ab 1. Januar 2018