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Karlsruhe: Frühe Hilfen

Die Arbeitsweise der Beratungsstelle

Indikationen

Regu­la­ti­ons­stö­run­gen im Säuglings- und Klein­kin­dal­ter bis zwei Jahre mit folgenden Manifes­ta­tio­nen:

  • Chronische Unruhe/ex­zes­si­ves Schreien
  • Schlaf­stö­run­gen
  • Fütter­stö­run­gen
  • Exzessives Klammern, übermäßige Ängst­lich­keit
  • Spielun­lust
  • Beißen, Schlagen, Geschwis­te­rei­fer­sucht
  • Einge­wöh­nungs­pro­bleme oder Fragen zum KiTa-Besuch/­zur ­Ta­ges­mut­ter

Außerdem

  • allgemeine Überfor­de­rung/­feh­lende Sicherheit im Umgang mit dem Säugling oder Kleinkind
  • Fragen zur Entwick­lung und Erziehung
  • Bindungs- und Inter­ak­ti­ons­stö­run­gen
  • Probleme im Zusam­men­hang mit postpar­ta­len psychi­schen Er­kran­kun­gen und schwie­ri­gen Lebens­si­tua­tio­nen

Diagnostik

  • Tagebücher (Schlaf­zei­ten, Unruhe/Schreien, Fütter­zei­ten, entspannte Zeiten)
  • Anamnese (Kinder­wunsch, Schwan­ger­schaft, Geburt, bisherige Entwick­lung, Entwick­lung der Probleme, Ressourcen, Belas­tun­gen, Partner­schaft, Reprä­sen­ta­tio­nen der Eltern...)
  • Entwick­lungs­dia­gno­s­tik
  • Somatische Abklärung (Kinder­arz­t/Kin­derärz­tin)
  • Verhaltens- und Inter­ak­ti­ons­be­ob­ach­tung (ggf. mit Video)

Interventionen

  • Regula­ti­ons­pro­bleme des Kindes:
    konkrete Entwick­lungs­be­ra­tung (Schlaf-Wach-Regulation, moto­ri­sche Entwick­lung, Ernährung), Beratung bzgl. Tagess­truk­tur, Förderung und Unter­stüt­zung der Re­gu­la­ti­ons­fä­hig­kei­ten (Reiz­re­duk­tion, regel­mä­ßige Schlaf- und Füt­ter­zei­ten, Ausnutzen entspann­ter Wachphasen, Überbrücken ­kri­ti­scher Schrei­stun­den, Rituale, Rhythmus, Co-Regula­tion)

  • Belastung, Erschöp­fung der Mutter/­der ­El­tern:
    Entlas­tung und Erholung (Einbezug anderer Betreu­ungs­per­so­nen, Suche nach Freiräumen, Einplanung von Entspan­nungs­zei­ten, Einbezug beider Eltern­teile zur gegen­sei­ti­gen Entlas­tung)

  • Psychische Befind­lich­keit der Mutter/­der ­El­tern:
    Entlas­tende Gespräche bzgl. Selbst­wert­ge­fühl, Schuld­ge­füh­len, aggres­si­ven Impulsen, latenter Ablehnung des Kindes (ggf. Weiter­ver­mitt­lung an Psycho­the­ra­pie)

  • Beziehung zwischen Mutter/Va­ter und Kind:
    Förderung positiver Gegen­sei­tig­keit, Sensi­bi­li­sie­rung für kind­li­che Signale, Förderung elter­li­cher Kompe­ten­zen durch­ ­Spie­geln, gemein­sa­mes Anschauen von Video­se­quen­zen, Aufmerk­sam­ma­chen auf positive Kommu­ni­ka­tion und auf Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­reit­schaft beim Säugling

  • Probleme auf der Eltern­seite:
    Anspre­chen von "Gespens­tern im Kinder­zim­mer", Reflek­tie­ren der psy­chi­schen Probleme der Eltern, ggf. Weiter­ver­mitt­lung an Psy­cho­the­ra­pie, Ansprechen von Paarthemen, ggf. Weiter­ver­mitt­lung an Paarbe­ra­tung

  • Bei Fütter­stö­run­gen zusätzlich:
    Bear­bei­tung des Autono­mie­kon­flik­tes, Üben von Ab­gren­zungs­si­tua­tio­nen (Videoun­ter­stüt­zung), Kontrolle des Ge­wichts­ver­lust, enger Kontakt zu Kinder­arz­t/Kin­derärz­tin, Ausschluss von massiven Gedeih­stö­run­gen

  • Beson­der­hei­ten bei aufsu­chen­dem Vorgehen:
    Moti­va­tion, besondere Berück­sich­ti­gung der Ressourcen und Ri­si­ken des häuslichen Umfelds, ggf. Zusam­men­ar­beit mit weite­ren Fach­per­so­nen (Fami­li­en­hilfe, Famili­en­heb­amme, Fachteam frühe Kind­heit u.a.) und dem Sozialen Dienst
  • ergänzend:
    Vernet­zung mit weiteren Betreu­ungs­per­so­nen und Fachleu­ten (Fach­team frühe Kindheit, Famili­en­heb­am­men, Kinderärz­tIn­nen, Hebammen, Physio­the­ra­peu­tIn­nen, PEKIP-Gruppen­lei­te­rIn­nen, Sozialer Dienst, weiteren Beratungs- und Thera­pie­ein­rich­tun­gen)
  • Berück­sich­ti­gung von Misshand­lung- und Ver­nach­läs­si­gungs­ge­fahr:
    Grund­sätz­li­che Schwei­ge­pflicht, trans­pa­ren­tes Vorgehen den Eltern gegenüber bei Verdacht auf Gefährdung, Vorgehen nach § 9 a SGB VIII, mit Sozialem Dienst und anderen Fachleu­ten

Praktisches Vorgehen

  • Kontakt­auf­nahme durch Eltern oder Fachleute, die den Kontakt zu den Eltern vermit­teln
  • Erster Termin in der Beratungs­stelle oder zu Hause: Auftrags­klä­rung, Anamnese, Besprechen des weiteren Vorgehens, erste Inter­ven­tio­nen
    • Weitere Termine nach Verein­ba­rung
    • Bei Nicht­ein­hal­tung von Terminen: Abwägen, ob es wichtig ist, nachzu­fra­gen, ggf. aktive Suche nach Kontakt und Wie­der­auf­name der Beratung

Dokumentation

  • Dokumen­ta­tion der Fälle: sozio­demo­gra­phi­sche Daten, Zugang, Problem­be­reich, Diagnostik, Anzahl der Termine, Inter­ven­tio­nen, Erfol­g/Ab­schluss
  • Jährliche Statistik der Beratungs­stelle, zusätzlich im Rahmen der Frühen Prävention und der Haupt­ab­tei­lung Beratung