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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

Flächenrecycling

Bis 2020 werden die Einwohner­zah­len Karlsruhes weiter steigen, danach sagen die Experten auch für Karlsruhe einen Bevöl­ke­rungs­schwund voraus. Das erfordert eine verant­wor­tungs­be­wusste, voraus­schau­ende Planung und einen nachhal­ti­gen Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Flächen respektive der endlichen Ressource Boden.

Unter dem Gesichts­punkt der Nachhal­tig­keit nimmt das Thema Flächen­re­cy­cling in der Karls­ru­her Bauleit­pla­nung daher eine zentrale Stellung ein und ist wesent­li­cher Bestand­teil zum Erhalt der städte­bau­li­chen Handlungs­fä­hig­keit. Durch den Struk­tur­wan­del von der Industrie- zur Dienst­leis­tungs­ge­sell­schaft, den Abzug der franzö­si­schen und ameri­ka­ni­schen Streit­kräfte, aber auch durch die Priva­ti­sie­rung und Umstruk­tu­rie­rung von Staats­un­ter­neh­men, wie zum Beispiel der Deutschen Bahn, entstanden und entstehen immer wieder Brach­flä­chen an städte­bau­lich äußerst attrak­ti­ven Standorten. Diese Brach­flä­chen bieten ein wertvolles Potenzial für die Stadt­ent­wick­lung.

Ein erstes Flächen­re­cy­cling größeren Umfangs fand auf dem ehemaligen Singer-Gelände in der Karlsruher Oststadt statt. Dort befinden sich heute neben dem Max-Rubner-Institut die Techno­lo­gie­fa­brik und das Forschungs­zen­trum Informatik sowie weitere Unter­neh­men und Nutzungen. Auf dem ehema­li­gen IWKA-Gelände in der Südwest­stadt sind heute unter anderem das ZKM, der Filmpalast Multiplex und die Bundes­an­walt­schaft angesie­delt. Attraktive Wohn- und Gewer­be­flä­chen entstanden und entstehen auch im Zuge der Konversion auf den Arealen der ehema­li­gen US-Kasernen in Knielingen und Neureut.

Flächen­re­cy­cling in Echtzeit kann man aktuell auf dem Gelände des ehemaligen Bahn-Ausbes­se­rungs­wer­kes erleben. Dort entsteht mit der Südstadt-Ost ein neues attrak­ti­ves städti­sches Quartier mit rund 2.800 Wohnungen für 5.000 Menschen, hochwer­ti­gen Büroflä­chen sowie einem neuen Stadtpark.

Vielen wird auch der Kreativ­park Ost auf dem Gelände des ehemaligen städti­schen Schlacht- und Viehhofs ein Begriff sein. Rund um das überre­gio­nal bekannte Kultur­zen­trum Tollhaus erfolgt dort die Ansie­de­lung von Kultur­schaf­fen­den und kultur¬­na­hem Gewerbe sowie die Vermark­tung eines Inves­to­ren­grund­stücks entlang der Durlacher Allee.

An Hand der geschil­der­ten Fallbei­spiele wird deutlich, dass Flächen­re­cy­cling für die Stadt Karlsruhe nie ein Problem darstellte, sondern immer als Chance für die Weiter­ent­wick­lung der Stadt verstan­den wurde. Flächen­re­cy­cling kann jedoch nur gelingen und findet nur dann Akzeptanz, wenn die betei­lig­ten Akteure, wie Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, Investoren, Planer, Bürger und Stadt, inter­dis­zi­pli­när zusam­men­ar­bei­ten, ihre jeweiligen Inter­es­sen mitein­an­der abwägen und einver­nehm­li­che Lösungen finden.

Wir müssen uns im Klaren sein, dass angesichts der Konkurrenz um die immer weiter abneh­men­den unbebauten Flächen, die meist aus wertvollem Acker­bo­den bestehen, kreative Lösungs­an­sätze für die Weiter­ent­wick­lung der Stadt gefordert sind. Einen solchen, Flächen schonenden Ansatz hat Karlsruhe zum Beispiel mit der Betei­li­gung an dem inter­kom­mu­na­len Gewer­be­ge­biet am Flugha­fen/­Ge­wer­be­park Söllingen erfolg­reich in die Tat umgesetzt.

Darüber hinaus war Karlsruhe als Mitglieds­ge­meinde des Nachbar­schafts­ver­ban­des Karlsruhe an der Erarbei­tung einer Tragfä­hig­keits­stu­die für das 50.000 ha umfassende Verbands­ge­biet mit dessen 460.000 Einwohnern beteiligt. Mit Hilfe der Tragfä­hig­keits­stu­die wurden in einem ersten Schritt die Bedeutung und Wertigkeit von Flächen primär im Außen­be­reich darge­stellt. In einem zweiten Schritt wurde hieraus eine räumlich diffe­ren­zier­te Priori­sie­rung zukünf­ti­ger Fläche­ni­n­an­spruch­nah­men auf Grundlage nachvoll­zieh­ba­rer Kriterien abgeleitet. Die Ergebnisse dieser Studie fließen unmit­tel­bar in die anstehende Fortschrei­bung des Landschafts- sowie des Flächen­nut­zungs­plans ein.

Eine Ergänzung findet die Tragfä­hig­keits­stu­die im städti­schen Flächen­ma­na­ge­ment­kon­zept, das unter Zugrun­de­le­gung des vom Karls­ru­her Gemein­de­rat beschlos­se­nen Leitbildes "Optimale Nutzung aller Flächen", "Förderung der Innen­ent­wick­lung" sowie "Mini­mie­rung des Freiflä­chen­ver­brauchs" konti­nu­ier­lich weiter­ent­wi­ckelt wird.

 

Luftbild ehemaliges DB-Ausbesserungswerk


Bebauungsplan Südstadt-Ost