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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

Auskunft aus dem Bodenschutz- und Altlastenkataster

Was sind Altlasten, altlast­ver­däch­tige Flächen und schäd­li­che Boden­ver­än­de­run­gen?

Unter dem Begriff Altlasten werden die Einzel­be­grif­fe Alt­lab­la­ge­rung (z. B. ehemalige Deponien) und Altstand­ort (z. B. still­ge­legte Industrie- und Gewer­be­stand­orte, auf denen mit um­welt­ge­fähr­den­den Stoffen umgegangen wurde) zusam­men­ge­fasst. Altlas­ten­ver­däch­tige Flächen sind noch nicht unter­such­te ­Flä­chen, bei denen auf Grund der früheren Nutzung der Verdacht auf eine Gefährdung von Umwelt­me­dien besteht. Bei schäd­li­chen ­Bo­den­ver­än­de­run­gen handelt es sich um noch aktive Standorte oder ­Scha­dens­fälle, bei denen es durch einen unsach­ge­mä­ßen Umgang mit um­welt­ge­fähr­den­den Stoffen zu Unter­grund­ver­un­rei­ni­gun­gen ­ge­kom­men ist.

Weshalb ist es sinnvoll sich zu infor­mie­ren?

Vor allem an einem Grund­stücks­kauf Inter­es­sierte sollten sich vor einem Erwerb über mögliche Einträge im Boden­schutz- und Alt­las­ten­ka­tas­ter (Altlas­ten­aus­kunft) infor­mie­ren. Aber auch ­Per­so­nen, die bereits ein Grundstück besitzen oder eines bebau­en wol­len ist zu empfehlen sich über mögliche Verun­rei­ni­gun­gen auf ihren Grund­stücken zu erkundigen.

Durch den Umgang mit umwelt­ge­fähr­den­den Stoffen kann nicht nur der Boden und das Grund­was­ser, sondern nutzungs­be­dingt auch die vor­han­dene Bausub­stanz verun­rei­nigt sein.

Mit dem Erwerb eines Grund­stücks übernimmt man auch die Ver­ant­wor­tung. Stellt sich heraus, dass auf dem Grund­stück ­Ver­un­rei­ni­gun­gen des Unter­grun­des und/oder des Grund­was­ser­s vor­lie­gen, hat dies unter Umständen nicht nur eine Wertmin­de­rung ­des Grund­stücks zur Folge. Kann die Firma, welche die Ver­un­rei­ni­gung verursacht hat, nicht mehr festge­stellt werden o­der ist diese nicht mehr greifbar, kann der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer bzw. die -eigen­tü­me­rin zu gegebe­nen­falls ­fi­nan­zi­ell sehr aufwen­di­gen Unter­su­chungs- und Sa­nie­rungs­maß­nah­men verpflich­tet werden.

Die Kenntnis über mögliche Altlasten oder auch den Verdacht auf Alt­las­ten im Vorfeld von geplanten Baumaß­nah­men kann für alle ­Be­tei­lig­ten daher viele Vorteile bringen:

Die abfall­recht­li­che Betrach­tung von Aushub- oder Rück­bau­ma­te­ria­lien mittels entspre­chen­der techni­scher Un­ter­su­chun­gen im Vorfeld der eigent­li­chen Baumaß­nahme führt zu einer größeren Planungs­si­cher­heit und soll einen reibungs­lo­sen ­Bau­a­b­lauf gewähr­leis­ten.

Mit der Erstellung eines Aushub- bzw. Rückbau- und Ent­sor­gungs­ko­zep­tes können Verwer­tungs- und Be­sei­ti­gungs­mög­lich­kei­ten vorab geprüft und damit die ent­spre­chen­den Entsor­gungs­kos­ten für belasteten Boden­aus­hub bzw. belas­te­tes Rückbau­ma­te­rial besser kalkuliert werden.

Welche Infor­ma­tio­nen liegen der zustän­di­gen Behör­de vor?

Die im Stadt­ge­biet bekannten Altlasten, altlast­ver­däch­ti­gen ­Flä­chen und schäd­li­chen Boden­ver­än­de­run­gen mit den dazuge­hö­ri­gen ­In­for­ma­tio­nen zum jeweiligen Kenntnis- und Bearbei­tungs­stan­d ­sind im Boden­schutz- und Altlas­ten­ka­tas­ter beim Umwelt- und Ar­beits­schutz dokumen­tiert.

Hierzu zählen auch Infor­ma­tio­nen über flächen­hafte kriegs- und er­schlie­ßungs­be­dingte anthro­po­gene Auffül­lun­gen, die im Zuge der Ein­eb­nung von Trümmer­schutt bzw. bei Höher- und Tro­cken­le­gungs­maß­nah­men entstanden sind.

Die syste­ma­ti­sche Erhebung von altlast­ver­däch­ti­gen Flächen wird in regel­mä­ßi­gen zeitlichen Abständen durch­ge­führt. Im Stadt­ge­biet Karlsruhe erfolgte zuletzt zum Stichtag 31.Dezem­ber 2015 eine entspre­chende Aktua­li­sie­rung des Boden­schutz- und Alt­las­ten­ka­tas­ters.

Eine Auskunft aus dem Boden­schutz- und Altlas­ten­ka­tas­ter kann daher immer nur den derzei­ti­gen Kennt­nis­stand der Behör­de ­wi­der­ge­ben.

Wer bekommt Auskunft?

Grund­sätz­lich können sich alle Inter­es­sier­ten über mögli­che Alt­las­ten, altlast­ver­däch­ti­gen Flächen oder schäd­li­che ­Bo­den­ver­än­de­run­gen auf einem Grundstück infor­mie­ren. Personen, die jedoch nicht Eigentümer des angefrag­ten Gründ­stücks sind ­be­nö­ti­gen aus daten­schutz­recht­li­chen Gründen eine Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung des Grund­stück­ei­gen­tü­mers oder der Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin bevor die Auskunft erteilt werden kann.

Wer erteilt Auskünfte?

Auskünfte über Altlasten, altlast­ver­däch­tige Flächen sowie schäd­li­che Boden­ver­än­de­run­gen im Stadt­ge­biet erteilt der Umwelt- und Arbeits­schutz der Stadt Karlsruhe. Das Antrags­for­mu­lar kann te­le­fo­nisch (0721/133-3144), per Fax (0721/133-3109) oder per Mail (umwelt-arbeits­schutz@­karls­ruhe.de) angefor­dert werden.

 
 

Was kostet eine Auskunft­s­er­tei­lung?

Die Auskunft ist bis zu einem Bearbei­tungs­auf­wand von drei Stunden gebüh­ren­frei. Bei einem höheren Aufwand wird eine Gebühr gemäß Umwelt­ver­wal­tungs­ge­setz Baden-Württem­berg erhoben.

Wie schnell bekommt man eine Auskunft aus dem Boden­schutz- und Altlas­ten­ka­tas­ter?

Aufgrund der Vielzahl der einge­hen­den Anfragen sowie in Abhän­gig­keit der im Einzelfall vorlie­gen­den Aktenlage und des Prüfum­fangs ist mit einer Bearbei­tungs­zeit von mehreren Tagen zu rechnen. Es wird daher dringend empfohlen Anfragen mit einem entspre­chen­den zeitli­chen Vorlauf zu beantragen (z. B. recht­zei­tig vor dem Notar­ter­min bei einem Grund­stück­s­er­werb).

 

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