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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

Asiatischer Marienkäfer


 


 


 
In herbst­li­chen Tagen suchen sich viele Tiere ein geeignetes Winter­quar­tier. So lernen viele Menschen mit Beginn der kühleren Jahreszeit einen neuen Bewohner unserer Tierwelt kennen: den Asiati­schen Marien­kä­fer (Harmonia axyridis).

Er kommt aus Japan und China und wurde in Deutsch­land zur biolo­gi­schen Schäd­lings­be­kämp­fung eingeführt. Er erlebte in den letzten Jahren einen unglaub­li­chen Zuwachs in seiner Population und breitet sich immer weiter über Mittel­eu­ropa aus. Wissen­schaft­ler befürchten, dass der "Neuan­kömm­ling" durch seine Lebens­weise und hohe Vermeh­rungs­rate einige der 80 heimi­schen Marien­kä­fer­ar­ten verdrängen könnte.

Fast zeitgleich mit dem Herbst­be­ginn wird aus der Bevöl­ke­rung am Umwelt­te­le­fon vermehrt berichtet, dass sich große Schwärme der Käfer in Wohnungen nieder­las­sen. Dies entspringt dem natür­li­chen Verhalten der Tiere, die in ihrer asiati­schen Heimat Sonnen beschie­ne­ne Felswänder aus weißem bis ocker­far­bi­gen Stein, in deren Spalten sie sich verkrie­chen, aufsuchen. Die sonnige west- oder südwest­ex­po­nierte Wohnung ist also städti­scher Ersatz­le­bens­raum und die hellen reflek­tie­ren­den Flächen wirken auf die Käfer geradezu anziehend. Sie suchen sich den Weg durch Tür- und Fenster­rit­zen, Häuser­fassa­den und Dächer, um den Winter an kühlen und geschütz­ten Plätzen zu verbringen. Sie sammeln sich zu Trauben in den Ecken der Eingang­stü­ren, Dachböden, Wandlücken und den Tür- oder Fenster­rah­men. Wenn es an ihrem Überwin­te­rungs­ort zu warm wird, erwachen sie aus ihrer Starre und fliegen herum. Dabei verbrau­chen sie ihre Energie und überleben den Winter meist nicht.

Was kann man gegen diesen Käfer in der Wohnung tun?

Die Marien­kä­fer sind für den Menschen ungefähr­lich. Dennoch können sie in Massen lästig werden. Vorbeu­gend sollten Sie daher Öffnungen oder defekte Stellen an der Außen­fassade verschlie­ßen (zum Beispiel mit Silikon). Ersetzen oder reparieren Sie beschä­digte Tür- und Fenster­rah­men. Bringen Sie Insek­ten­git­ter vor Dachüber­hän­gen und Versor­gungs­roh­ren an. Eine Öffnung von weniger als 3 Milli­me­tern genügt für ein Eindringen des Käfers.

Von dem Einsatz von Insek­ti­zi­den und anderen Giften ist abzuraten, da sie oft wirkungs­los gegen den Käfer sind und Ihnen und Ihrer Umwelt schaden können.

Wenn die Tiere den Weg schon in die Wohnung gefunden haben, sollten diese mit Kehrbesen und Schaufel und/oder Staub­sau­ger entfernt werden. Versuchen Sie dabei die Tiere nicht zu sehr zu stressen, was diese zur Abson­de­rung ihrer Hämolymphe veranlasst, was zu Flecken auf Wänden, Möbeln und Stoffen führt. Eine der wirksams­ten Methoden ist eine Schwarz­licht-Falle, die man sofort nach dem ersten Sichten der Käfer aufstellt. Um die Tiere auf Dauer loszu­wer­den, friert man sie am besten ein.


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