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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

Himmelsstrahler

Publikationen zur Wirkung von Beleuchtungen:

 

Künstliche Licht­quel­len können im Freien gravie­ren­de negative ökolo­gi­sche Folgen haben, zum Beispiel auf Zugvögel oder Nachtin­sek­ten. Deshalb ist bei ihrer Verwendung besondere Sorgfalt geboten.

Bei Beleuch­tun­gen, die der Sicherheit dienen lassen sich die Folgen verringern, etwa durch den Einsatz geeig­ne­ter Leucht­kör­per und ihre Ausrich­tung.

Himmelss­trah­ler dagegen werden meist bei Festen oder für Werbezwe­cke eingesetzt. Für Himmelss­trah­ler und ähnliche Anlagen gibt es besondere gesetz­li­che Regelungen:

In den Zeiten des Vogelzugs, vom 01. September bis 30. November und vom 15. Februar bis 15. Mai, ist der Betrieb von Himmelss­trah­ler und ähnlichen Anlagen verboten. Auch außerhalb dieser Zeiten ist der Betrieb solcher Anlagen wegen ihres Konflikt­po­ten­tia­les mit dem Arten­schutz grund­sätz­lich unzulässig. Im Einzelfall kann die Natur­schutz­be­hörde außerhalb der Vogel­zug­zeit Ausnahmen zulassen, wenn wichtige Gründe dies erfordern.


Wenn die Tage kürzer werden verlockt die früher einset­zende Dunkelheit dazu, bei Festen oder für Werbezwe­cke Himmelss­trah­ler oder andere Anlagen mit ähnlichen Strah­lungs­wir­kung einzu­set­zen.

Es ist auch die Zeit der großen Vogel­wan­de­run­gen. Millionen Zugvögel orien­tie­ren sich gen Süden und bevölkern dabei auch den Himmel über Karlsruhe. Manche machen auch auf Feldern und Wiesen Rast und benötigen dabei ganz besonders viel Ruhe, um Nahrung zu finden und Kraft für den Weiterflug zu schöpfen. Manche ziehen am Tage, viele indessen ziehen bei Nacht.

Zugvögel orien­tie­ren sich zum Beispiel am Magnet­feld der Erde und an Landmarken wie Küsten, Flüssen und Gebirgen. Das Rheintal mit dem Flusslauf und den Höhenzügen entlang der Vorber­g­zone stellt solch eine regionale Leitlinie dar. Nachts ziehende Vögel orien­tie­ren sich zusätzlich an der Stellung der Himmel­kör­per (Sterne, Mond). Sie reagieren besonders empfind­lich gegenüber künst­li­chen Licht­quel­len. Insbe­son­dere Himmelss­trah­ler und andere Anlagen mit ähnlicher Störwir­kung können dazu führen, dass sich die Tiere nicht mehr richtig orien­tie­ren können. Beim Durch­flie­gen ändern sie ihre Flugrich­tung, drehen um oder fliegen schlimms­ten­falls lange Zeit zwischen den sich meist bewegenden Licht­strah­len hin und her, manchmal bis zur völligen Erschöp­fung, oder prallen desori­en­tiert an hohe Gebäude. Fliegen Zugvögel aufgrund widriger Wetter­ver­hält­nisse, etwa bei niedriger Wolken­de­cke, in geringer Höhe, kommen sie noch intensiver mit den Strahlern in Kontakt, zumal diese sehr gerne gerade bei derartigen Wetter­ver­hält­nis­sen einge­schal­tet werden. Die rotie­ren­den Licht­fle­cken zeichnen sich dann als bewegende Objekte an den Wolken ab. Dies ist ein für Vögel ganz besonders verstö­ren­der Anblick. Proble­ma­tisch sind solche den Himmel illumi­nie­ren­den Strahler für einige Arten aber auch schon dann, wenn Sie starr sind und sich nicht bewegen. So können beispiels­weise Laser­strah­ler nachtei­li­ge Auswir­kun­gen etwa auch auf Fleder­mäuse haben

Maßgeblich ist nicht die Leistung der Geräte, sondern deren poten­ti­elle Wirkungen auf die Tierwelt. Auch kleinere Strahler (soge­nannte Theater­strah­ler) können, wenn in den Himmel gerichtet, weithin sichtbar sein und dadurch massiv stören.

Übrigens: Himmelss­trah­ler sind auch schon verboten worden weil sie Autofahrer abgelenkt haben und so zu Verkehrs­un­fäl­len geführt haben.