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Karlsruhe: Natur- und Umweltschutz

ClimateCulture-Lab – Kommunale Werkstatt Karlsruhe

Zur Erreichung der nationalen und inter­na­tio­na­len Kli­ma­schutz­ziele sind verstärkte Anstren­gun­gen notwendig, um den von Menschen gemachten Klima­wan­del auf ein erträg­li­ches Maß ein­zu­däm­men. Immer deutlicher wird dabei, dass techni­sche ­Lö­sun­gen allein nicht ausreichen. Es braucht einen ­grund­sätz­li­chen Kultur­wan­del bisheriger Lebens- und Wirt­schafts­wei­sen. Gefragt sind neue klimaf­reund­li­che Wert­maß­stäbe und deren Umsetzung in attrak­ti­ve Le­bens­stile.

Genau hier setzt das durch das Bundesum­welt­mi­nis­te­ri­um ­ge­för­derte Projekt "100% CO2-frei - Clima­te­Cul­ture-Lab (CCL)" an. Es will die Verbrei­tung einer klimaf­reund­li­chen (all­tags-)kultu­rel­len Haltung auf kommunaler Ebene befördern und fri­schen Wind in bestehende Klima­schutz­pro­zesse bringen. Bestand­teil des Projekts ist die Durch­füh­rung kommu­na­ler CCL-Werkstät­ten in ganz Deutsch­land.

Die Stadt Karlsruhe wurde als Pilot­kom­mune zur Durch­füh­rung der bun­des­weit ersten kommunalen CCL-Werkstatt ausgewählt. Die Ver­an­stal­tung fand am Samstag, 15. Juli 2017 im Karls­ru­her Wald­zen­trum statt und diente zugleich als Einstieg in die Er­ar­bei­tung eines neuen Klima­schutz­kon­zepts für Karlsruhe. Zu den rund 50 Teilneh­me­rin­nen und Teilneh­mern gehör­ten pro­fes­sio­nelle und ehren­amt­li­che Akteure aus Politik, Verwal­tung, Wirtschaft, Verbänden oder Vereinen bis hin zu Kul­tur­schaf­fen­den sowie engagierte Bürge­rin­nen und Bürger.

Ablauf und Ergebnisse

Inhalt­lich war die kommunale Werkstatt im Wesent­li­chen zwei­ge­teilt: Der Vormittag war der gemein­sa­men Infor­ma­tion (Ein­füh­rungs­vor­trä­ge) und Orien­tie­rung vorbe­hal­ten (Wo stehen wir in Karlsruhe? Wie lebe ich klimaf­reund­lich?). Zugleich wur­den erste Ideen gesammelt. Am Nachmittag bestand dann die Mög­lich­keit, in insgesamt sieben Klein­grup­pen jeweils eine ­ge­mein­sam ausge­wählte Idee zum einem projekt­be­zo­ge­nen "Pro­to­ty­pen" weiter­zu­ent­wi­ckeln. Die entwor­fe­nen Proto­ty­pen wur­den in einer Abschluss­prä­sen­ta­tion von den einzel­nen Klein­grup­pen im Plenum vorge­stellt und diskutiert. In aller ­Kürze lassen sich die einzelnen Vorschläge wie folgt ­zu­sam­men­fas­sen:

  • Gruppe Gelb / Projekt­ti­tel "Bewusst­sein im Alltag": Kernpunkt des Vorschlags ist die bessere Vernetzung der zahl­rei­chen Initia­ti­ven und Projekte im Nachhal­tig­keits­be­reich in Karlsruhe, um die Schlag­kraft insgesamt zu erhöhen.
  • Gruppe Rot / Projekt­ti­tel "Klima­kam­pa­gne 2018": Start einer ­stadt­wei­ten Klima­schutz­kam­pa­gne, die sich durch zahlrei­che ­selbst­or­ga­ni­sierte Beiträge und Aktivi­tä­ten verschie­de­ner Ak­teure über das ganze Jahr verteilt und unter­schied­li­che ­Ziel­grup­pen erreicht. Roter Faden soll dabei ein jährlich neu fest­zu­le­gen­des Thema sein. Die Koordi­na­tion des noch zu bil­den­den Unter­stüt­zer­netz­werks soll über die Stadt erfolgen.
  • Gruppe Rosa / Projekt­ti­tel "Autofreie Stadt": Die Gruppe hat sich das Fernziel einer weitgehend autofreien Stadt gestellt und mög­li­che Bausteine dazu zusam­men­ge­tra­gen.
  • Gruppe Grün / Projekt­ti­tel "Expe­di­tion Zukunft - Nachhal­ti­ge ­Klas­sen­fahrt": Das Thema klimaf­reund­li­cher Lebensstil soll ­Schü­le­rin­nen und Schülern vor allem über eine filmi­sche Au­f­ar­bei­tung (ggf. Wettbewerb mit Filmpro­jek­ten, youtube-Kanal oder ähnliches) näher gebracht werden.
  • Gruppe Hellblau / Projekt­ti­tel "Moti­va­ti­ons­kam­pa­gne für Mie­ter": Ansprache und Motivation von Miete­rin­nen und Mietern in Mehr­fa­mi­li­en­ge­bäu­den durch gemeinsame Aktionen (zum Beispiel kli­maf­reund­li­cher Grill-Abend, Infor­ma­ti­ons­ter­min im Haus), Nutzung von beste­hen­den Beratungs­for­ma­ten (beispiels­wei­se Strom­spar­part­ner) und die Weiter­qua­li­fi­zie­rung einzel­ner ­Per­so­nen als "Botschaf­ter".
  • Gruppe Dunkelblau / Projekt­ti­tel "Suffi­zi­enz positi­v er­le­ben": Das Thema "Suffi­zi­enz" wird fast immer nur mit Ver­zicht und damit geringerer Lebens­qua­li­tät assoziiert. Nach dem Motto "Weniger ist mehr" sollen positive Seiten beson­der­s ­bei Mobilität, Ernährung und Konsum durch spezielle Aktionen und Kam­pa­gnen aufgezeigt werden.
  • Gruppe Orange / Projekt­ti­tel "Mobi­li­tät": Aspekte des Tei­lens sollen im Mobili­täts­be­reich weiter ausgebaut werden. Auf Nach­bar­schafts- bzw. Quartier­sebene sollen so verschie­de­ne Aus­leihmög­lich­kei­ten über Lasten­fahr­rä­der hinaus beste­hen (­bei­spiels­weise Fahrrad­an­hän­ger, Tandem-Fahrräder etc.)

Eine ausführ­li­chere Veran­stal­tungs­do­ku­men­ta­tion lässt sich über die Inter­net­platt­form des Clima­te­Cul­ture-Labs abrufen (über den Button "Kommunale Werkstät­ten"). Hinweis: Dafür ist eine ein­ma­lige, unkom­pli­zierte Regis­trie­rung erfor­der­lich. Dies ist zu­gleich Voraus­set­zung, um die weiteren Infor­ma­ti­ons-, Vernet­zungs- und Unter­stüt­zungs­an­ge­bote des Clima­te­Cul­ture-Labs zu nutzen.

Zur Internetplattform des ClimateCulture-Labs

Veranstaltungsflyer „ClimateCulture-Lab“ am 15. Juli 2017 (PDF, 2.42 MB)