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Karlsruhe: Zoologischer Stadtgarten

Das Exotenhaus als grüne Erlebniswelt

Bäume Exotenhaus

Der "Lebens­raum Uferland­schaft" wird durch eine Urwald ähnliche Bepflan­zung gestaltet inmitten einer naturnahen Felsen­land­schaft mit einem abgestuf­ten Wasserfall. Die ehemalige Besucher­tri­büne gibt durch ihre Terras­sie­rung die Form des Wasser­falls, der letztlich in die Fluss­land­schaft mündet, vor. Mit Pflanzen aus nahezu allen tropischen und subtro­pi­schen Regionen vom tropischen Südamerika über Malaysia bis Australien wird den Tieren ein optimaler Lebensraum und den Besuche­rin­nen und Besuchern eine ganz besondere Augenweide geboten.

Palme im Exotenhaus

Fast 30 Großpflan­zen zwischen 1,7 und 7 Meter gliedern die Halle in der Höhe. Hinzu kommen zwei natur­ge­treu nachmo­del­lierte Kunstbäume, die die große Halle zusätzlich gliedern. In der rund 14 Meter hohen Halle können sich die Großbäume weiter entfalten. Zu den Beson­der­hei­ten zählen etwa die Baumfarne (Dicksonia antarc­ti­ca) mit Höhen zwischen 1,7 und 5 Meter. Mit einer faszi­nie­ren­den Blüte wartet der derzeit rund sechs Meter hohe Linden-Rosenei­bisch (Hibiscus tiliaceus) auf. Für Pflan­zen­lieb­ha­ber ebenso inter­essant sind die Kentia­pal­men (Kentia forste­ria­na) mit ihren über fünf Metern Wuchshöhe und der größte Baum in der Halle, der sieben Meter hohe Lansibaum (Baccaurea ramiflora).

Vegetation im Exotenhaus

Eine Gärtner­gruppe des Garten­bau­am­tes unter der Führung des für den Stadt­gar­ten zustän­di­gen Gärtner­meis­ters Roland Boger kümmert sich um das Gedeihen aller Pflanzen. Eine spannende und heraus­for­dernde Aufgabe, schließ­lich koexis­tie­ren im Exotenhaus Pflanzen aus aller Herren Länder mit teils deutlich unter­schied­li­chen Ansprüchen an den Standort, an die Licht­ver­hält­nisse, sowie die Feuch­te­ver­hält­nisse. Es gilt, jeden Tag genau auf die einzelnen Pflanzen zu achten und diese ihren Ansprüchen genügend mit Wasser und Nährstof­fen zu versorgen.

Futterstellen im Exotenhaus

Darüber hinaus sind in der Anfangs­zeit gegebe­nen­falls noch moderate Stand­ort­wech­sel in Unter­pflan­zung und kleineren Gehölzen möglich, wenn sich die Planstand­orte nicht als pflan­zen­ge­recht heraus­stel­len. Auch ist die Suche nach einer "tier­fes­ten" Bepflan­zung für die Uferbe­rei­che des Bachlaufes noch nicht abgeschlos­sen. Denn die vorge­se­hene Pflanzung funktio­niert nur teilweise, manches wird von den Wasser­vö­geln zerstört. Rück- und Pflege­schnitte an der Pflanzung werden ebenso zum täglichen Geschäft gehören, wie die Reinigung der Bepflan­zung, der Kunst­fel­sen, Treppen und Wege der großen Halle von Tierkot.

Vegetation im Exotenhaus

Die regel­mä­ßige Befeuch­tung der Pflanzen ist für diese lebens­wich­tig, da Teile der Vegetation natürlich in Regen­wäl­dern beheimatet sind. Zudem muss auf einen perma­nen­ten Feuch­te­film auf dem Laub geachtet werden, um den im Haus einge­setz­ten Nützlingen ausrei­chende Lebens­be­din­gun­gen zu schaffen. Dies geschieht derzeit manuell.

Madagaskarweber im Exotenhaus

Da chemischer Pflan­zen­schutz aus ökolo­gi­schen und den Tierschutz betref­fen­den Gründen nicht in Frage kommt, greifen die Gärtne­rin­nen und Gärtner des Garten­bau­am­tes auf biolo­gi­sche Schäd­lings­be­kämp­fung zurück - Nützlinge wie der austra­li­sche Marien­kä­fer oder auch Raubmilben kommen zum Einsatz. Ihre Aufgabe ist es, die im Haus vorkom­men­den Schädlinge - etwa Napfschild­läuse - in Schach zu halten. Hier sind spezielle gärtne­ri­sche Fachkennt­nisse und viel Finger­spit­zen­ge­fühl erfor­der­lich, auch, da Teile der im Haus gehaltenen Vögel Fraßfeinde der einge­setz­ten Nützlinge sind. Ziel ist auf mittel­fris­tige Sicht eine Nützlings­po­pu­la­tion im Gleich­ge­wicht mit den Schäd­lin­gen und im Zusam­men­wir­ken mit den Zootieren.