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Karlsruhe: Zoologischer Stadtgarten

Rosenpfleger

Reiner Glasstetter an einem Rosenstrauch

Im Dienste der Königin: Reiner Glasstetter ist der Rosenkavalier

„Es ist einer der schönsten Arbeitsplätze bei der Stadt Karls­ru­he!“ Reiner Glass­tet­ter kommt ins schwärmen, wenn er über seinen Job redet. Er ist Vorar­bei­ter im Rosen­gar­ten und das schon seit 1986. Wer den Rosen­gar­ten jetzt im Juni in seiner vollen Pracht sieht, wird ihm da schwer wider­spre­chen können. Überall blüht es in den unter­schied­lichs­ten Farben. Hier eine rote Rose, dort eine gelbe und da drüben eine weiße.

Reiner Glasstetter beim Jäten

Es war für Glass­tet­ter schon früh klar, dass er mit Blumen arbeiten wollte. „Das kommt noch aus der Kindheit. Meine Eltern hatten einen Garten und der hat mich immer sehr inter­es­siert. Außerdem wollte ich an der Luft und nicht im Büro arbeiten“, beschreibt der 58-jährige seine Berufswahl. So verwundert es dann auch nicht, dass er gleich nach der Schule eine Ausbildung als Zierpflan­zen­gärt­ner bei der Stadt­gärt­ne­rei Rüppurr machte und später staatlich geprüfter Wirtschaf­ter für Gartenbau wurde.

Reiner Glasstetter riecht an einer Rose

Gärtnern mit Humor

Seit 29 Jahren ist er nun im Rosen­gar­ten und hat das Sagen. Das macht sich auch bei der Gestaltung bemerkbar. Die Form sei zwar seit der Bundes­gar­ten­schau 1967 vorgegeben, aber welche Sorten gepflanzt werden, ist Sache des gebürtigen Karls­ru­hers. Doch auch, wenn er dabei freie Hand hat, so ganz nach gut dünken geht das trotzdem nicht. „Ausfälle werde bei Züchtern nachbe­stellt. manchmal muss eine Sorte ganz ausge­tauscht werden, wenn sie nicht mehr in Katalogen zu finden ist. Dann muss die Höhe passen und die Farbe muss ziemlich gleich sein“, erklärt er.

Reiner Glasstetter riecht an einer Rose

Trotzdem kommen immer wieder neue Sorten in den Rosen­gar­ten, auch Berühmt­hei­ten, wie der Gärtner berichtet. So können Besuche­rin­nen und Besucher zum Beispiel Konrad Adenauer oder Uwe Seeler bewundern. Auch Raritäten sind zu finden, wie die Rose „Stadt Karlsruhe“ und Königin „Victoria von Schweden“, die erst seit kurzem den Rosen­gar­ten ihr zu Hause nennen kann. manchmal erlaubt sich Reiner Glass­tet­ter bei der Auswahl aber auch einen kleinen Scherz, wie er schmunzelt berichtet: „Als der Karlsruher SC damals 7:0 gegen Valencia gewann, habe ich in einem Katalog eine Rose mit dem Namen Valencia entdeckt und sofort bestellt und einge­pflanzt“.

Beschneiden einer Rose

„Die Königin will umsorgt werden“

Die Rose ist eine sehr pflege­be­dürf­tige Blume. „Die Königin will umsorgt werden“, beschreibt es Glass­tet­ter. Und das Team mit insgesamt fünf Leuten behandelt für die Königin der Blumen sehr fürsorg­lich. Neben Neupflan­zun­gen, Unkraut jäten, Erde lockern oder bei Trocken­pe­ri­oden gießen ist vor allem das Schneiden wichtig. „Im Herbst machen wir den groben Rückschnitt. Das bedeutet, dass wir ein Drittel runter schneiden. Außerdem müssen die Hagebutten weg, die ziehen den Rosen den Saft weg“, erläutert er.

Reiner Glasstetter

Der richtige Rosen­schnitt erfolgt im Frühjahr. Dabei bleiben fünf bis zehn Zentimeter stehen. „Es müssen aber nicht alle Rosen jedes Jahr geschnit­ten werden. Strauch­ro­sen etwa nur alle zwei bis drei Jahre“, fügt Glass­tet­ter an. Neben dem Schnitt ist natürlich auch die Krankheits- und Schäd­lings­be­kämp­fung wichtig. Vor allem Mehltau, Rosenrost, Stern­ruß­tau, Läuse und Rosen­wick­ler sind die haupt­säch­li­chen Feinde.  „Ganz ohne Spritzen geht das nicht“, gibt er zu. „Aber die Mittel sind alle umwelt­ver­träg­lich.“

Reiner Glasstetter

Begeisterte Besucher und Romantik

Reiner Glass­tet­ter ist nicht nur leiden­schaft­li­cher Gärtner, er ist auch stolz auf das Geschaf­fene. „Es ist eine schöne Bestä­ti­gung, wenn Besucher kommen und die Pflege loben. Auch Leute von Außerhalb sind immer hell auf begeistert. Wir gucken, dass wir dem Publikum viel bieten können, deshalb gibt es hier immer viel zu tun.“ Dazu gehört auch, dass sie Fragen, die die Besuche­rin­nen und Besucher haben, beant­wor­ten. „Umfas­sende Infor­ma­tio­nen gibt es aber immer bei der Führung, die jedes Jahr im Juni statt­fin­det“, sagt Glass­tet­ter.


Reiner Glasstetter riecht an einer Rose

Dass die Rose nicht nur die Königin unter den Blumen ist, sondern auch das Symbol für Liebe und Romantik, zeigt sich ebenfalls des Öfteren, wie Glass­tet­ter zu berichten weiß. „Vor allem bei gutem Wetter sieht man hier ab und zu schon Paare, die Hochzeits­fo­tos machen.“ So sorgt er mit seinem Team nicht nur dafür, dass die Menschen eine gute Zeit in schöner Umgebung haben, sondern auch, dass ihre Hochzeitser­in­ne­run­gen einen passenden  Hinter­grund haben. Wer schon so lange mit Blumen und vor allem Rosen arbeitet, hat auch bestimmt eine Lieblings­blume. Sollte man meinen. Aber nicht so Reiner Glass­tet­ter. Er kann und will sich dabei nicht entschei­den. „Ich liebe alle Rosen“, sagt er und lacht.