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Karlsruhe: Zoologischer Stadtgarten

Säbelantilopen für Marokko

Säbelantilope


Anfang der 90er Jahre wurden im Königreich Marokko fünf Natio­nal­parks gegründet. Unter Ihnen auch der Natio­nal­park "Souss-Massa" im ozeani­schen Sahararaum. Das Souss-Massa­pro­jekt" wird seit seinem Start vom Karlsruher Zoo unter­stützt und soll dazu beitragen, die ehemalige Wildfauna und Wildflora Marokkos wieder herzu­stel­len. Säbel- und Mendes­an­ti­lo­pen sowie Strauße zogen noch Anfang des 20. Jahrhun­derts während der Trocken­pe­ri­oden aus den typischen Sahara­ge­bie­ten in die feuchteren Atlan­tik­ge­biete. Durch starke Bejagung während der Koloni­al­zeit und der militä­ri­schen Unruhen wurden viele Arten ausge­rot­tet, die Säbelan­ti­lope verschwand bereits vor 60 Jahren.
Im Karlsruher Zoo existiert seit Jahren eine hervor­ra­gende Zucht­gruppe dieser Wüsten­an­ti­lo­pen­art. Zwei männliche Antilopen, geboren in der "Afrika-Savanne" des Karlsruher Zoos, wurden 1995 zusammen mit drei weiteren Jungböcken aus Paris als erste europäi­sche Säbelan­ti­lo­pen in den marok­ka­ni­schen Natio­nal­park trans­por­tiert. Sie konnten nach 10 monatiger Einge­wöh­nung in das Reservat ausge­wil­dert werden.

Ankunft der Karls­ru­her Säbelan­ti­lo­pen

Das Reservat von "Arrouais", eine 15 km² große, einge­zäunte Busch- und Baumstep­pen­land­schaft, war zur Gründung von Basis­her­den vorgesehen. Hier konnten sich zunächst die fünf Säbelan­ti­lo­pen­bö­cke (1995) einge­wöh­nen. 1996 folgten 10 weitere Antilopen aus Karlsruhe, Berlin und Paris. Das dominante Säbelan­ti­lo­pen-Weibchen der Karlsruher Gruppe "Elly-Michi" betrat als erstes weibliches Tier nach 60 Jahren Ausrottung marok­ka­ni­schen Boden. Nach Öffnen der Kiste trabte sie ohne Scheu kreuz und quer durch das unbekannte Gelände, beroch die fremden Eukalyp­tus­bü­sche, knabberte an Boden­kräu­tern und grub instinktiv mit den Vorder­läu­fen nach Wurzeln. Mit gleicher Selbst­ver­ständ­lich­keit empfing sie die anderen fünf weiblichen Tiere aus den Kisten im Einge­wöh­nungs­ge­he­ge und sorgte für Ruhe in der Gruppe. Ohne Zwischen­fäl­le verlief auch das Auslassen weiterer vier männli­cher Säbelan­ti­lo­pen.

Insgesamt wurden von der Europäi­schen Zooge­mein­schaft 17 Böcke und 12 Weibchen dem Projekt zugeführt, die nach bisherigen Beobach­tun­gen und Erfah­run­gen in den nördlichen Sahara-Ausläufern im Reservat "Arrouais" ideale Bedin­gun­gen vorfinden. Nach Berichten der marrok­ka­ni­schen Forst­di­rek­tion konnten bereits im Jahr 1997 vier Jungtiere beobachtet werden. Heute ist die Gruppe auf über 60 Tiere angewach­sen - unter ihnen 10 Karlsruher Tiere.

 

Weitere Informationen

Zucht und Wiederansiedlung von Mendes- und Säbelantilopen