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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Grüne Gewerbeflächen

Ziele und Begründung des Wettbewerbs

Der erste Eindruck der Stadt wird durch die Eingangs­si­tua­tion an den Siedlungs­rän­dern geprägt. Die Gestaltung der Gewer­be­ge­biete sowie deren Einbindung sind somit von großer Bedeutung für das Erschei­nungs­bild Stadt.

Einzelne Gewer­be­trei­bende können dazu einen wesent­li­chen Beitrag leisten. In Karlsruhe nehmen Gewerbe- und Misch­ge­biete mit einem Anteil von ca. 17,2% einen beträcht­li­chen Anteil an der Siedlungs­flä­che (=7,6% des Stadt­ge­bie­tes) ein. Viele dieser Flächen liegen am Stadtrand sowie an den Stadt­ein­fahr­ten und damit an der ökologisch und gestal­te­risch empfind­li­chen Nahtstelle zur freien Landschaft.

In der Darstel­lung der Fortschrei­bung des Flächen­nut­zungs­pla­nes ist festzu­stel­len, dass Karlsruhe weiterhin wächst. Unter anderem werden weitere Gewer­be­ge­biete auch an den Siedlungs­rän­dern ausge­wie­sen. Die durch Beanspru­chung bislang unbebau­ter Flächen entste­hen­den Eingriffe in Natur und Landschaft sind soweit wie möglich durch geeignete Maßnahmen im Baugebiet selbst und darüber hinaus an anderer Stelle zu kompen­sie­ren. Der externe Ausgleichs­be­darf lässt sich durch eine sinnvolle Durch­grü­nung der Gewer­be­ge­bie­te bzw. der einzelnen Betriebs­flä­chen ohne die Flächen­funk­tio­nen zu beein­träch­ti­gen erheblich minimieren.

Durch die Bebau­ungs­pläne wird in der Regel ein Mindestmaß der Begrünung vorgegeben. Bei zahlrei­chen Betrieben besteht - unabhängig von den Bebau­ungs­planauf­la­gen - ein besonderes Interesse an einer Begrünung zur besseren Unter­neh­mens­re­prä­sen­ta­tion bzw. zur anspre­chen­den Gestaltung des Arbeit­sum­fel­des. Die Umsetzung der Bebau­ungs­plan­vor­ga­ben zur attrak­ti­veren Gestal­tung der Grund­stücke scheint dennoch oftmals Schwie­rig­kei­ten zu bereiten.

Mit dem Wettbewerb wird ein Instrument geschaffen, das durch das Angebot von gezielter fachlicher Beratung und der Prämierung beispiel­haf­ter Beiträge Anreize bieten soll, die grünord­ne­ri­schen Festset­zun­gen beste­hen­der Bebau­ungs­pläne umzusetzen und zu ergänzen. Die Gewer­be­flä­chen sollen vor allem durch die Anrei­che­rung mit naturnäher gestal­te­ten Grünflä­chen für die dort Beschäf­tig­ten, Kunden und Besucher attrak­ti­ver werden.

 
 

Auf der Breit

Auf der Breit



Bruker AXS GmbH

Bruker AXS GmbH



 

Vorteile durchgrünter Gewerbegebiete

Die Langle­big­keit der Dachflä­chen und Fassaden wird durch Begrünung erhöht, da sie besser vor Umwelt­ein­flüs­sen (starke Tempe­ra­tur­schwan­kun­gen, Sonnen­ein­strah­lung, Nieder­schläge, Wind) geschützt werden. Die Instand­set­zungs- bzw. Renovie­rungs­kos­ten können dauerhaft verringert werden. Die Begrü­nun­gen wirken zudem isolierend und sparen Kosten zur Klima­ti­sie­rung der Gebäude. Durch intensive Dachbe­grü­nung können zudem weitere reizvolle, gegebe­nen­falls auch nutzbare Freiflä­chen geschaf­fen werden.

Die Pflege­kos­ten können durch eine natur­nä­he­re Gestaltung der Freiflä­chen reduziert werden (z.B. Verrin­ge­rung der Mähhäu­fig­keit der Wiesen­flä­chen, geringe Pflege- und Erhal­tungs­maß­nah­men bei stand­ort­ge­rech­ter Pflan­zen­aus­wahl).

Eine anspre­chende Grünflä­chen­ge­stal­tung kann im Rahmen der firme­nei­ge­nen Werbung der Image­pfle­ge dienen. Die Schaffung von reprä­sen­ta­ti­ven Grünstruk­tu­ren stellt zudem für Geschäft­part­ner sowie Kunden ein anspre­chen­des Ambiente dar.

Grünflä­chen, die die Mitar­bei­ter/in­nen während der Arbeit­s­pau­sen nutzen können, verbessern das Arbeits­klima und die Arbeits­mo­ral. Durch die Wohlfahrts­wir­kun­gen von Grünflä­chen kann die Leistungs­fä­hig­keit der Mitar­bei­ter/in­nen gestei­gert werden.

Von durch­grün­ten und damit in das Stadtbild einge­bun­de­nen Gewer­be­flä­chen ist eine höhere Akzeptanz der Bevöl­ke­rung zu erwarten. Die begrünten Betriebs­ge­lände werden weniger als Fremd­kör­per betrachtet. Dies kommt dem Wohnwert angren­zen­der Wohnge­biete zugute. Auch die subjektiv empfun­de­nen betriebs­be­ding­ten Störungen durch Industrie und Gewerbe werden bei anspre­chen­der Begrünung reduziert. Verbes­se­run­gen des Klein­kli­mas wirken auch in benach­bar­ten Wohnge­bie­ten hinein.

Im gleichen Maße, wie diese Begrünung unmit­tel­bar dem Wohlbe­fin­den des Menschen nutzt, ergeben sich Vorteile für die Naturres­sour­cen Boden, Wasser, Klima/Luft, Flora und Fauna.

Die Begrü­nungs­maß­nah­men unter­stüt­zen den natür­li­chen Wasser­kreis­lauf. Baum- und Gehölz­pflan­zun­gen, Dach- und Fassa­den­be­grü­nun­gen sowie die Anlage von extensiven Grünfla­chen sind in der Lage, Oberflä­chen­was­ser aufzu­neh­men, zu speichern bzw. verzögert an die Umgebung wieder abzugeben. Alle Vegeta­ti­ons­flä­chen tragen zur Verbes­se­rung des Klein­kli­mas bei. Sie setzen Sonnen­ener­gie um und erwärmen sich durch Beschat­tung und Verduns­tung deutlich geringer als versie­gelte Flächen. Durch natur­nä­he­re Gestaltung der betriebs­ei­ge­nen Flächen können der einhei­mi­schen Flora und Fauna Ersatz­le­bens­räu­me geschaffen werden. Sie können zumindest in Teilen die durch das Bauen unver­meid­li­chen Eingriffe in Natur und Landschaft kompen­sie­ren. Selbst störungs­emp­find­li­chere Tierarten können dieses Angebot als Vernet­zungs­ele­ment bzw. Tritt­stein­bio­top nutzen.

 

Flächenentsiegelung

Flächenentsiegelung