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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Die Ambrosia-Pflanze

Was ist das Problem?

Ambrosia (Aufrech­tes Trauben­kraut, Ambrosia artemi­sii­fo­lia) ist ein ursprüng­lich aus Nordame­rika stammendes Unkraut. Der Blü­ten­staub von Ambrosia löst bei 10-15% der Menschen Aller­gien aus, meistens Heuschnup­fen und Augen­bren­nen, selte­ner Haut­aus­schläge.
Bei 2-3% der Menschen kommt es mit der Zeit zu schwe­ren ­Sym­pto­men wie Asthma und Atemnot. Ambrosia blüht von Juli bis Ok­to­ber, die Pollen­sai­son verlängert sich für empfind­li­che ­Per­so­nen um rund 2 Monate. Die Pflanze hat sich in den letzten Jah­ren in Europa ausge­brei­tet.
Ambrosia ist eine einjährige Pflanze. Die Samen keimen von Ende April bis Mitte September. Die Blüte dauert von Ende Juli bis Mitte Oktober. Die ersten Samen sind Anfang September reif. Pro Pflanze entstehen mehrere tausend Samen. Diese können bis zu 40 Jahre überleben. Die Samen werden durch mensch­li­che Tätig­keit ­ver­schleppt: Grüngut-Transporte, Erdver­schie­bun­gen, Land­ma­schi­nen, Saatgut und vor allem Vogel­fut­ter.
Fast alle Fundstel­len in Hausgärten befanden sich in un­mit­tel­ba­rer Nähe von Futter­stel­len für Vögel. Von Hausgär­ten ­ge­lang­ten Samen an Straßen­rän­der und in Äcker.
Ambrosia ist schwierig zu bekämpfen, die meisten Herbi­zi­de (Un­kraut­ver­til­ger) sind unwirksam. Gemähte oder abgehack­te ­Pflan­zen treiben wieder aus und bilden innert 6 Wochen reife ­Sa­men. Ambrosia-Pflanzen gedeihen fast überall: In Äckern und Gärten, aber auch auf Bahnge­lei­sen, Indus­triea­rea­len und in Rissen auf Straßen­be­lä­gen.

Wie ist das Problem zu lösen?

Um die weitere Vermehrung zu verhindern, müssen Ambro­sia­pflan­zen ­ge­fun­den und noch vor der Samenreife entfernt werden. Die nach­ste­hen­den Maßnahmen ermög­li­chen eine gute Eindämmung bei ge­rin­gen Kosten:

Pflanzen finden

  • Infor­ma­tion der Bevöl­ke­rung und der Landwirte. Ein In­for­ma­ti­ons­kon­zept wird von Kanton und Bund vorbe­rei­tet.
  • "Augen auf": Personen, die ohnehin unterwegs sind, achten ­be­wusst auch auf Ambrosia. Die Feuer­brand­kon­trol­leure, die Un­ter­halts­dienste und die Acker­bau­stel­len der Gemeinden werden vom Kanton in regionalen Kurzkursen (Dauer 40 bis 60 Minuten) ­in­stru­iert und mit Bildma­te­rial ausge­rüs­tet.
  • Die Acker­bau­stel­len der Gemeinden kontrol­lie­ren alle ­Son­nen­blu­men­fel­der.
  • Ödland (= ewige Baustellen, Gruben und Erdde­po­nien, verlas­sene Indus­triea­reale usw.) werden gezielt kontrol­liert.

Pflanzen bekämpfen

  • Einzel­pflan­zen und kleine Bestände ausreißen, mit Kehricht ent­sor­gen - Große Bestände an Gemein­de­stra­ßen: Mähen, möglichst spät, bei Bedarf wieder­ho­len.
  • Große Bestände auf Kulturland: Erstellen eines Sa­nie­rungs­pla­nes durch Strickhof Fachstelle Pflan­zen­schutz, gemeinsam mit dem Bewirt­schaf­ter.
  • Große Bestände auf Ödland: Vorgehen absprechen zwischen ­Ge­meinde, Strickhof und Eigentümer.
  • Orte, an denen Vogel­fut­ter (Samen­mi­schun­gen) angeboten oder neue Erde ausge­bracht wurde regelmäßig kontrol­lie­ren.
  • Allergiker sollten sich von Ambrosia fern halten.
  • Wenn immer möglich ausreißen bevor die Pflanze blüht.
  • Zum Schutz vor (seltenen) aller­gi­schen Hautre­ak­tio­nen Hand­schuhe tragen.
  • Pflanzen unbedingt vor der Samen­bil­dung ausreißen.
  • Beim Ausreißen blühender Pflanzen unbedingt Staub­mas­ke (Hand­wer­ker­be­darf) tragen.
  • Ausge­ris­sene Pflanzen mit dem Hauskeh­richt entsorgen.

Bitte helfen Sie mit!

Im Moment ist noch unklar, wann die Bekämpfung obliga­to­risch wird. Um noch in diesem Jahr (frei­wil­lig oder obliga­to­risch) eine Wirkung zu erzielen, sollten möglichst viele Personen die Am­bro­sia kennen, insbe­son­dere die Unter­halts­dienste und die Feu­er­brand­kon­trol­leure der Gemeinden.

Weitere Infor­ma­tio­nen über Ambrosia und wie Sie Fundstel­len melden können gibt es beim Umwelt- und Arbeits­schutz der Stadt Karlsruhe:

Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) ein Quälgeist auch in Karlsruhe

Bekämpfung der Hohen und der Stauden-Ambrosie


 

Blattform:

  • 10 bis 150 cm hoch
  • charak­te­ris­ti­sche Blattform (Bild)
  • Unterseite der Blätter nicht behaart (Unter­schied zu Artemisia vulgaris und Artemisia verlor­tiorum)
  • ähren­för­mige Blüten­stände (Bild)
  • 4 bis 5 mm große Blüten­köpfe aus 5 bis 12 unschein­ba­ren männlichen Einzel­blü­ten (gelb­li­che Staub­fä­den)
  • weibliche Blüten einzeln in den Blatt­win­keln der oberen Blätter 4 bis 5 mm lange Samen mit 5 bis 6 aufrechten Stacheln

Merkblatt Ambrosia (PDF)