Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Naturnahe Grünflächen

Schmallen


 

Leitbild für die Grünflä­chen­ent­wick­lung im Karlsruher Siedlungs­be­reich und ein wesent­li­ches Ziel des Landschafts­plans ist das gesamt­städ­ti­sche Grünsystem.

Die Objekte - sie reichen von dem Park, der Grünanlage, dem verkehrs­be­glei­ten­den Grün, dem Kinder­spiel­platz, der Außen­an­lage von Schul- und Sportein­rich­tun­gen, der Klein­gar­ten­an­lage bis hin zur naturnahen Umgestal­tung von Gewässern - berück­sich­ti­gen den Bezug zum Grünsystem. Überge­ord­nete Elemente bilden dabei die das Stadt­ge­biet durch­que­ren­den Flußläufe der Alb und der Pfinz.

Im stark verdich­te­ten, zentralen Stadt­ge­biet lassen die knappen Freiflä­chen keine Spielräume für ungestörte Natur­ent­wick­lung. Darüber hinaus können manche einhei­mi­schen Arten die unwirt­li­chen Lebens­be­din­gun­gen in der Stadt (hohe Wärme­rück­strah­lung, Trocken­heit, einge­schränk­ter Wurzelraum, stark verän­der­te Boden­ver­hält­nis­se) nicht ertragen. Dennoch lassen sich auch hier inter­essante Angebote im Sinne des Arten- und Biotop­schut­zes entwickeln, wie blüten­rei­che Trocken­stand­orte in Form von extensiven Dachbe­grü­nun­gen.

Auch in der Innenstadt werden einhei­mi­sche Bäume bevorzugt, wenn Standort und Größen­ent­wick­lung es erlauben. Bei geeignetem Umfeld werden die Grünan­la­gen mit stand­ort­ge­rech­ten Bioto­pan­sät­zen angerei­chert. Hierzu zählen Feucht­ge­biete, Tümpel, Trocken- und Mager­stand­orte, Trocken­mau­ern, Lesestein­hau­fen, Vogel­schutz­ge­hölze und ähnliches. Grünele­mente, die sich im Laufe von Jahren und Jahrzehn­ten "von selbst" zu wertvol­len Lebens­räu­men entwickelt haben, wie zahlrei­che trockene, sonnige Bahnbö­schun­gen und Hochwas­ser­dämme, werden unver­än­dert in das Grünsystem einbezogen.

Bereits Anfang der 70er Jahre begann das Garten­bau­amt schritt­weise ein diffe­ren­zier­tes natur­nä­he­res Pflege­kon­zept für die Grünflä­chen zu entwickeln. Das Ziel war und ist möglichst naturnahes Grün in das Wohnumfeld zu integrie­ren, aber auch die Nutzbar­keit der Grünflä­chen für die Naher­ho­lung zu garan­tie­ren. Im Abgleich mit der Freizeit­nut­zung (Sonnen, Spielen) konnten so weniger stark frequen­tier­te Flächen zunehmend extensiver gepflegt werden

Einen bedeu­ten­den Anteil an der naturnahen Pflege der Grünflä­chen nehmen Rasen und Wiesen ein. Im Jahre 1976 wurden 76 Prozent der Flächen noch intensiv gepflegt, das heißt zwischen acht und zwölfmal pro Saison gemäht. 2004 wurden nur noch 5 Prozent der Rasen­flä­chen so intensiv gepflegt. 32 Prozent der Flächen sind nun sogenann­te Blumen­wie­sen, die nur noch ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden (* siehe unten).

Durch die extensive Pflege und das Aufnehmen des Mähgutes ist es gelungen, an vielen Standorten mitten in der Stadt arten­rei­che, blühende Wiesen anzulegen. Diese sind wiederum Lebensraum für viele Kleintiere von der Hummel bis zum Schmet­ter­ling. Böschungen und Ränder von Gehölz­flä­chen werden teilweise nur alle ein bis zwei Jahre gemäht, um für Klein­tie­re Überwin­te­rungs­mög­lich­kei­ten und Futter für die Körner­fres­ser bereit­zu­hal­ten.

Auch bei der Baumpflege ist die Berück­sich­ti­gung des Arten- und Biotop­schut­zes unver­zicht­bar, da auch der Baumbe­stand des Siedlungs­grüns vielen Vögeln, Insekten und anderen Tierarten Lebensraum und Nahrung bietet.

Das Laub der Gehölze verbleibt - wo immer dies möglich ist - auf der Fläche und wird auf diese Weise dem Natur­kreis­lauf direkt wieder zugeführt. Hierfür bieten sich insbe­son­dere Sträucher an, in denen das Laub festge­hal­ten wird.