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Karlsruhe: Tiefbau

Das Klärwerk Karlsruhe

Klärwerk



Das Klärwerk Karlsruhe reinigt das im Stadt­ge­biet und den an­ge­schlos­se­nen Städten und Gemeinden anfallende Abwasser. In drei Verfah­rens­schrit­ten werden zuerst grobe Inhaltss­toffe sowie Sand und Fett entfernt, die organische Belastung abgebaut und schließ­lich die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor eliminiert.

In den siebziger und achtziger Jahren lag der Schwer­punkt in der Ab­was­ser­rei­ni­gung auf einer Reduzie­rung der biologisch leicht ab­bau­ba­ren Kohlen­stoff­ver­bin­dun­gen, die mittler­wei­le wei­test­ge­hend abgebaut werden. Anschlie­ßend war das Ziel, auch die minera­li­schen Nährstoffe Phosphor und Stickstoff, die in ge­lös­ter Form im Abwasser enthalten sind, zu entfernen. In Karls­ruhe wird seit 1988 eine Phosphor­fäl­lung mit Metall­sal­zen vor­ge­nom­men, seit 1996 ist die so genannte Dritte Rei­ni­gungs­stufe, die Stick­stof­fe­li­mi­na­tion, in Betrieb.

Um die gesetzlich gefor­der­ten Ablauf­werte sicher und stabil ein­hal­ten zu können, wurde der Bau einer 4. Reini­gungs­stu­fe ­be­ste­hend aus einer Filtra­ti­ons­an­lage zur Rückhal­tung von Feinst­stof­fen sowie einer Aktiv­koh­lead­sorp­ti­ons­stu­fe ­be­schlos­sen.

Da die Filtra­ti­ons­an­lage bereits kurz vor der Fertig­stel­lung ­steht, kann nun im Anschluss die Aktiv­koh­lead­sorp­tion gebaut wer­den. Die Adsorp­ti­ons­an­lage wird neben einer weite­ren ­Ver­bes­se­rung der Ablauf­werte auch eine Reduzie­rung von so­ge­nann­ten Spuren­stof­fen bewirken. Diese Spuren­stoffe, wie bei­spiels­weise Medika­men­ten­rück­stände oder Hormon­stoffe, können mit dem bisherigen Stand der Abwas­ser­rei­ni­gung nicht behan­del­t o­der aus dem Ablauf einer Kläranlage entfernt werden.

Die neue Adsorp­ti­ons­stufe beinhaltet sechs Kontakt­be­cken mit circa 1.870 Kubikmeter Inhalt. Hier wird dem biolo­gisch ­ge­rei­nig­ten Abwasser Pulver-Aktivkohle beigemengt, so dass die im Abwasser noch gelösten Spuren­stoffe gebunden werden. Anschlie­ßend gelangt das mit Aktivkohle vermischte Abwasser in ein jeweils dazuge­hö­ri­ges Sedimen­ta­ti­ons­be­cken mit 8.200 Ku­bik­me­ter. Hier wird die Aktivkohle vom Abwasser abgetrennt und in den Prozess zurück­ge­lei­tet. Ein Teil der beladenen Aktiv­koh­le wird aus dem Verfahren ausge­schleust und mit dem Klärschlamm auf der Anlage verbrannt. Das vorge­rei­nigte Abwasser wird über die Sand­fil­tra­tion geleitet, um die letzten Reststoffe zu besei­ti­gen und in den Klärwerksab­lauf eingeführt.

Der Bau der 4. Reini­gungs­stufe mit einem Gesamt­auf­wand von 72,7 Mil­lio­nen Euro wird zu 20 Prozent vom Land gefördert.