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Karlsruhe: Tiefbau

Brücken, Bauwerke, Lärmschutz und Grafitti


Brücken, Unter­füh­run­gen, Tunnel, Stützwände, Lärmschutz­wände, Schil­der­brücken sowie Sonder­bau­werke sind neben der eigent­li­chen ­Straße Elemente des Verkehrs­we­ges und haben somit Einfluss auf den Verkehr in unserer Stadt. Durch Planung, Bau und Erhal­tung ­die­ser sogenann­ten Ingenieur­bau­werke wird ein sicheres und leis­tungs­fä­hi­ges Verkehrs­netz ermöglicht, das die Anfor­de­run­gen al­ler Verkehrs­teil­neh­mer, wie auch der Straßen­an­lie­ger ­be­rück­sich­tigt.

In Summe sind es heute fast 700 Ingenieur­bau­werke, die im städ­ti­schen Straßen­netz zu finden sind. Diese gilt es zu un­ter­hal­ten und am Ende ihrer Lebens­dauer zu ersetzen. Ändern ­sich die Anfor­de­run­gen oder Rahmen­be­din­gun­gen, wie bei­spiels­weise die Verkehrs­be­las­tung oder spezi­el­le Vor­schrif­ten, muss in manchen Fällen das Bauwerk auch vorzei­tig er­setzt oder angepasst werden. Auch neue gesell­schaft­li­che ­Ziel­set­zun­gen, wie die Schaffung von Barrie­re­frei­heit mit der Her­stel­lung von Rampen und Aufzügen, sind umzusetzen.


Bauwerksprüfung

Zur Gewähr­leis­tung der Sicherheit für die Verkehrs­teil­neh­mer und zur nachhal­ti­gen Substan­zer­hal­tung werden Ingenieur­bau­werke nach DIN 1076 in verschie­de­nen Stufen und Zeitin­ter­val­len überwacht.

  • Laufende Beobach­tung: viertel­jähr­lich
  • Sicht­prü­fung: jährlich
  • Einfache Prüfung: alle drei Jahre
  • Haupt­prü­fung: alle sechs Jahre
  • Besonderer Anlass: (zum Beispiel Gewähr­leis­tungs­ab­nahme von Bau­leis­tun­gen oder Schadens­fest­stel­lun­gen) nach Bedarf

Brücken

Die tragenden Werkstoffe bei Brücken sind vorwiegend Stahlbeton, Beton oder Stahl. Hier wird mit einer theore­ti­schen Lebens­dau­er ­ab­hän­gig vom Baustoff von 70 bis 100 Jahren gerechnet. Holz­bau­werke, insbe­son­dere bei Geh- und Radweg­brücken, haben da­ge­gen nur eine theore­ti­sche Lebens­dauer von 30 bis 60 Jahren, stellen aber gerade im Bereich von Parkan­lan­gen im Hinblick auf die Gestaltung und Einbindung in die Umgebung dennoch Al­ter­na­ti­ven zu den vorge­nann­ten Konstruk­tio­nen dar.

Die Belas­tun­gen der Brücken haben seit Aufkommen des Stra­ßen­ver­kehrs vor über 100 Jahren eine rasante Steige­rung er­fah­ren. Sie folgten damit der techni­schen Entwick­lung der Trans­port­fahr­zeuge. War 1925 ein Lkw mit 15 Tonnen noch zulässig - Bemes­sungs­fahr­zeug 24 Tonnen - so sind seit 2003 die Brücken ­für Gesamt­ge­wichte von 44 Tonnen - Bemes­sungs­fahr­zeug von an­nä­hernd 100 Tonnen - zu bemessen.


Tunnel

Ausgehend von mehreren schweren Unfällen in Straßen­tun­neln, wie im Mont-Blanc-Tunnel 1999, wurden die Anfor­de­run­gen an die Si­cher­heits­aus­stat­tung der Tunnel deutlich erhöht. In den Richt­li­nien für die Ausstat­tung und den Betrieb von Stra­ßen­tun­neln (RABT) sind neben den techni­schen Anfor­de­run­gen auch Vorgaben zur Verwal­tungs­struk­tur definiert. Das Tun­nel­ma­na­ge­ment ist im Tiefbauamt im Sachgebiet Konstruk­ti­ver­ ­In­ge­nieur­bau angesie­delt.

Mit jährlichen bzw. halbjähr­li­chen Tunnel­re­vi­sio­nen wird ­si­cher­ge­stellt, dass die Tunnel zuver­läs­sig für den Verkehr zur Ver­fü­gung stehen. Für die Durch­füh­rung der Revisionen sind Tun­nel­sper­run­gen erfor­der­lich, so dass diese Arbeiten währen­d ­der verkehrs­ar­men Nacht­stun­den statt­fin­den. Tunnel­sper­run­gen ­kön­nen auch im Ereig­nis­fall notwendig werden. So wird der Tunnel ­bei­spiels­weise bei einem Fahrzeug­brand automa­tisch durch die Tun­nel­tech­nik gesperrt oder die Polizei löst bei einem Unfall die Sperrung manuell aus.

Die Stadt ist Eigen­tü­me­rin und Betrei­be­rin des Edeltrud­tun­nels und des Schloss­platz­tun­nels. Mit der Reali­sie­rung der Kom­bi­lö­sung durch die KASIG auch für den zukünf­ti­gen ­Stra­ßen­tun­nel Kriegs­straße. Daneben ist die Stadt Karlsruhe auch ­Be­trei­be­rin des B 10 Tunnels in Grötzingen.


Lärmschutz

Effek­ti­ver Lärmschutz kann neben Tunnel­bau­wer­ken auch durch­ Lärm­schutz­wände erreicht werden. Hierfür steht inzwischen eine viel­fäl­tige Auswahl an Materia­lien und Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten ­zur Verfügung. Nicht zuletzt können lärmarme Asphalt­be­läge eine wei­tere Lärmschutz­maß­nahme darstellen. Grundlage für die Not­wen­dig­keit und Wahl einer Lärmschutz­maß­nahme ist stets der städ­ti­sche Lärmak­ti­ons­plan.

Lärmaktionsplan


Sonderbauwerke

Zu den Sonder­bau­wer­ken zählt beispiels­weise das Hoch­was­ser­sperr­tor an der Zufahrt in den Rheinhafen. Das Hoch­was­ser­sperr­tor schützt das Karlsruher Rhein­ha­fen­ge­lände mit den dort ansässigen Industrie-, Umschlag- und Gewer­be­be­trie­ben ab einem Rheinpegel von 7,50 Metern (Pegel Maxau) vor Über­schwem­mun­gen. Es wurde 1987 errichtet und wird heute von den Karls­ru­her Rheinhäfen betrieben.

Unter dem Begriff Sonder­bau­werke wären auch Hoch­was­ser­rück­hal­te­be­cken zu nennen, soweit diese über Zu- oder A­b­lauf­bau­werke verfügen, die gleich­zei­tig öffent­li­che Wege ­über­füh­ren.


Graffiti

Im Zuge von Ingenieur­bau­wer­ken gibt es an der Alb an Brücken­bau­wer­ken im Bereich des Bulacher Kreuzes, des Kühlen ­Krugs und des Entenfangs mehrere Halls of Fame (Flächen zur freien Gestaltung, "Free Walls"), die legal genutzt werden ­kön­nen. Im Stadt­ge­biet wurden inzwischen mehre­re ­Fuß­gän­ger­un­ter­füh­run­gen mit Graffiti gestaltet und damit auf­ge­wer­tet. Ein gelungenes Beispiel ist die Unter­füh­rung E­bert­straße am Albtal­bahn­hof. Im Übrigen sind Graffitis und ein­fa­che Farbschmie­re­reien an Bauwerken illegal und werden als Sach­be­schä­di­gung geahndet.

Dies hat auch einen techni­schen Hinter­grund: Aus Sicht des Stra­ßen­bau­last­trä­gers sind Graffitis an Bauwerken proble­ma­tisch, da bei Bauwerk­s­prü­fun­gen Schäden, wie beispiels­weise Risse im Beton, nur schlecht oder gar nicht erkennbar sind und eine ­Zu­stand­sein­schät­zung damit schwierig wird.