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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Update 2016

Rund 120 Karls­ru­he­rin­nen und Karlsruher kamen am 3. März 2016 in das Bürger­zen­trum Südwerk, um sich beim „Update 2016“ über den aktuellen Stand zum Räumlichen Leitbild zu infor­mie­ren und mit den verant­wort­li­chen Planern ins Gespräch zu kommen.


Das Bürger­zen­trum Südwerk in der Henriette-Obermül­ler Straße verwan­delte sich für das "Update" in einen Marktplatz: Große weiße Schirme und überdi­men­sio­na­le Ausru­fe­zei­chen markierten Markt­stände, an denen statt Obst und Gemüse die Entwick­lungs­schwer­punkte des Leitbilds und die mit ihnen verbun­de­nen Vorhaben "im Angebot" waren. All jenen, die der Einladung des Stadt­pla­nungs­am­tes Karlsruhe gefolgt waren, und sich über die Weiter­ent­wick­lung des Räumlichen Leitbil­des infor­mie­ren wollten, bot sich so die Gelegen­heit, indivi­du­ell und vertiefend zu einzelnen Planungs­the­men mit betei­lig­ten Exper­tin­nen und Experten ins Gespräch zu kommen.

Karls­ru­her Allein­stel­lungs­merk­male

Eröffnet wurde der Abend von Oberbür­ger­meis­ter Dr. Frank Mentrup. Mit dem Räumlichen Leitbild, das Ende des Jahres dem Gemein­de­rat als Beschluss vorgelegt werden soll, verbindet der Oberbür­ger­meis­ter eine klare Positio­nie­rung der Stadt. "Karlsruhe bekennt sich damit zu einer flächen­spa­ren­den Boden­po­li­tik, die Entwick­lungs­räume im Außen­be­reich ausschließt und Landschafträume bewahrt." Er verwies in seiner Eröff­nungs­rede unter anderem auch auf die Leitmotive der Grünen Stadt und die Symbiose zwischen Stadt und Landschaft, die mit dem Leitbild als Grund­ge­dan­ken und "Erbgut" Karlsruhes ebenso definiert wird wie die Innenstadt als "Ort der Identi­fi­ka­tion, Integra­tion und Vielfalt." Die insgesamt sieben Stoßrich­tun­gen, die im Rahmen des Leitbild­pro­zes­ses erarbeitet wurden, stellen "stra­te­gisch relevante Themen dar, welche die Allein­stel­lungs­merk­male Karlsruhes stärken."

Welche Vorhaben sich nun konkret mit den Stoßrich­tun­gen "Klare Konturen", "Grüne Adresse", "Starke Mitte", "Coole Quartiere", "Urbane Nähe", "Dyna­mi­sches Band" und "Mehr Wohnen" verbinden, wurde im Rahmen der "Update"-Veran­stal­tung vorge­stellt. Seit der Leitbild-Ausstel­lung "Die Stadt neu denken" im Sommer 2015 wurde unter Feder­füh­rung des Stadt­pla­nungs­am­tes und unter Mitwirkung das Fachge­biets Stadt­quar­tiers­pla­nung am KIT auf unter­schied­li­chen Maßstab­sebe­nen intensiv an der Konkre­ti­sie­rung der Planungen gearbeitet.

Ziel des Leitbild­pro­zes­ses ist es, Entwick­lungs­op­tio­nen für Karlsruhe aufzu­zei­gen und damit Entschei­dungs­pro­zesse zur Zukunft der Stadt zu unter­stüt­zen aber auch einzelne Projekte verbind­lich weiter­zu­ent­wi­ckeln.

 

Links & Downloads

Einführungsvortrag (PDF, 2.37 MB)

Vertiefungsbereich Nord (PDF, 14.47 MB)

Vertiefungsbereich Süd (PDF, 4.83 MB)




Plenum Update



Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup



Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup


 

7 Stoßrich­tun­gen - 15 Vorhaben

Im ersten Teil der "Update" Veran­stal­tung gab Stadt­pla­nungs­amt­lei­te­rin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner einen Überblick über die derzeit insgesamt 15 Vorhaben, die sich mit den einzelnen Stoßrich­tun­gen verbinden und bei denen dem Norden und Süden der Stadt eine ganz besondere Bedeutung zukommt.

Die verschie­de­nen Ideen und Projekte gliedern sich dabei in kurzfris­tige (2 bis 5 Jahre), mittel­fris­tige (3 bis 8 Jahre) und langfris­tige (mehr als 8 Jahre) sowie visionäre Vorhaben. Einzelne Vorhaben beziehen sich auf bestimmte Räume in der Stadt, andere sind stadt­über­grei­fend und als Dauer­auf­gabe zu verstehen.

Als ein wichtiges und kurzfris­ti­ges Vorhaben benannte Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner beispiel­weise Karls­ru­hes "Klare Konturen". Hier gilt es, die Konturen nach Entwick­lungs­po­ten­zia­len primär für Wohnen zu prüfen, eine neue Raumkante zu schaffen und so den Übergang zwischen Stadt und Landschaft deutlich zu formen.

Die Ausein­an­der­set­zung mit den "grünen Adressen" wie dem Hardtwald als Identi­fi­ka­ti­ons­ort und stadt­na­hem Naturraum sowie die Entwick­lung eines stadt­wei­ten und nachhal­ti­gen Freiraum­kon­zepts sei ebenfalls eine kurzfris­tige und "elementar wichtige Zielset­zung für die Gesamt­stadt", so die Stadt­pla­nungs­amts­lei­te­rin. Auch die "Starke Mitte" Karlsruhes steht vor grund­le­gen­den Verän­de­run­gen. Ab 2017 wird hier unter Feder­füh­rung des Oberbür­ger­meis­ters Dr. Frank Mentrup ein eigen­stän­di­ges, integrier­tes und ämter­über­grei­fen­des Konzept zur "Zukunft Innen­stadt" erarbeitet. Erste Vorun­ter­su­chun­gen laufen bereits.

Die Klimaan­pas­sung steht in jeder der sieben Stoßrich­tun­gen im Vorder­grund. Hierfür bietet der vom Gemein­de­rat beschlos­sene "Städ­te­bau­li­che Rahmen­plan Klimaan­pas­sung" (SRKA) die notwen­di­gen Handlungs­op­tio­nen für kurzfris­tige und mittel­fris­tige Ziele. Als visionäres Vorhaben beschrieb Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner die "Joker­flä­chen" im Bereich des Güter­bahn­hofs und der Mineral­öl­raf­fi­ne­rie, bei denen überprüft werden soll, inwiefern sie sich als strate­gi­sche Landre­ser­ven für die räumliche Entwick­lung Karlsruhe eignen.

Das Thema "Mehr Wohnen" wird im Rahmen der Leitbild-Planungen für die wachsende Stadt Karlsruhe als eine zentrale kurzfris­tige Aufgabe definiert. Durch eine quali­fi­zierte Innen­ent­wick­lung und Sanierung des Bestands sollen bestehende Quartiere innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre weiter­ent­wi­ckelt, aber auch neue Wohnbau­flä­chen geschaffen werden.

Unter dem Motto der "Urbanen Nähe" verfolgt die Stadt verschie­dene Lösungen unter­schied­li­cher und stadt­ver­träg­li­cher Mobili­täts­kon­zepte. So sollen nicht nur die Bahnhöfe Karlsruhes und ihr direktes Umfeld im Hinblick auf ihre Funktion im Gesamt­ver­kehrs­kon­zept überprüft und verbessert werden. Angeregt durch die Idee der "5-Minuten-Stadt" sollen die Nachbar­schafts­zen­tren durch eine regel­mä­ßige Erreich­bar­keit mit dem ÖPNV sowie eine hohe Funkti­ons­dichte und -mischung in ihrer Bedeutung gefördert werden.

Das "Dyna­mi­sche Band" im Süden bietet gleich Anlass über mehrere Vorhaben nachzu­den­ken: So sollen Gewer­be­ge­biete reakti­viert und vorhandene Wirtschafts- und Techno­lo­gie­clus­ter, wie der Techno­lo­gie­park, moder­ni­siert werden. Um Karlsruhes Flächen besser zu nutzen, spielt auch der Mix der Funktionen eine wichtige Rolle. Pilot­pro­jekte wie aktuell um den Bahnhof in Grünwinkel sollen prüfen, welche innova­ti­ven Lösungen für gemischte Quartiere bestehen, wo Mischungen sinnvoll sind und welche Kombi­na­tio­nen vermieden werden sollten.

 

Einführungsvortrag von Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner



Einführungsvortrag von Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner



Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner



Prof. Markus Neppl


 

Dynamik im Süden - Patchwork im Norden

Der Süden wie auch der Norden der Stadt wurden im Rahmen des Leitbild­pro­zes­ses als so genannte "Vertie­fungs­be­rei­che " definiert. Hier sehen die Planungs­ex­per­ten besondere räumliche Entwick­lungs­po­ten­ziale und Handlungs­spiel­räume. Untersucht wurden sie im Auftrag des Stadt­pla­nungs­am­tes von zwei externen Planer­teams, die bereits im Rahmen der Planungs­werk­statt 2014 intensiv an der Entwick­lung des Räumlichen Leitbildes mitwirkten. Beim "Update 2016" stellten Vertreter der Teams erste Zwischen­er­geb­nisse ihrer Unter­su­chun­gen vor.

Mit dem "Dyna­mi­schen Band im Süden" beschäf­tigte sich die Arbeits­ge­mein­schaft berchtold­krass space and options, Studio . Urbane Strategien und Urban Catalyst Studio. "Das große Potenzial des Karlsruher Südens liegt in den vorhan­de­nen Räumen und Identi­tä­ten, die sich zum Teil über mehrere Jahrzehnte in Symbiose zur Stadt entwi­ckelt haben", erklärte Jörn Gertenbach von Urban Catalyst Studio aus Berlin. Die Planer haben ein Barometer der Machbar­kei­ten erstellt und ermittelt, wo und unter welchen Voraus­set­zun­gen sich Verän­de­rungs­pro­zesse im dynami­schen Band überhaupt ergeben können. Dazu stellten die Planer Strategien für die Trans­for­ma­ti­ons- und Auswer­tungs­mög­lich­keit unter­schied­li­cher Teilräume dar.

Mit dem Karlsruher Norden setzte sich die Planer­ge­mein­schaft Machleidt und Partner, sinai Landschafts­ar­chi­tek­ten und SHP ausein­an­der. "Wie schafft es Karlsruhe, eine prospe­rie­rende Stadt zu bleiben und dabei seine Schönheit zu bewahren?" leitete der Landschafts­ar­chi­tekt AW Faust vom Berliner Büro Sinai seinen Vortrag beim "Update 2016" ein. Er nahm mit seinen Kollegen mit dem Norden der Stadt einen komplexen Landschafts­raum in den Blick.

Entstehen könnte dort ein vielfäl­ti­ger Landschaftspark, der nicht mehr nur noch eine Idee und eine Handschrift verfolgt, sondern als Patchwork mit völlig unter­schied­li­chen Motiven und Bildern arbeitet. Darin finden sowohl einzelne Natur­ele­mente wie der Wald und klassische Parkele­mente, aber auch urbane Landwirt­schaft oder Klein­gar­ten­ko­lo­nien Platz. "Diesem Park gilt es, ein bauliches Gegenüber zu geben", erklärte Ilja Haub vom Büro Machleidt und stellte unter anderem die Idee einer sogenann­ten Quartiers­in­sel im Freiraum­kor­ri­dor vor.

Finale im Herbst

Die Planungen der beiden Büros haben derzeit noch Werkstatt­cha­rak­ter. Der kurze Einblick zeigte bereits, dass diese ersten Ideen auch bei den Besuchern auf reges Interesse stießen. Im zweiten Teil des Abends wurden daher nicht nur die 15 Vorhaben in den sieben Stoßrich­tun­gen zusammen mit den Bürge­rin­nen und Bürgern beurteilt, hinter­fragt und vielfältig diskutiert. Auch die von den Teams vorge­stell­ten Ideen und Vorschläge für Maßnahmen in den Vertie­fungs­be­rei­chen wurden dabei einer ersten Bewäh­rungs­probe unterzogen und am Tisch von Team berchtold­krass sogar zeich­ne­risch ergänzt.

Zum Abschluss des "Update 2016" versi­cherte Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, dass die an dem Abend gesam­mel­ten Anregungen nicht verloren gehen: "Das Räumliche Leitbild ist ein großes infor­mel­les Instrument. Es ist wichtig, dieses öffentlich zu disku­tie­ren. Davon lebt dieser Prozess." Eine Beschluss­vor­lage zum Räumlichen Leitbild soll Ende des Jahres dem Gemein­de­rat vorgelegt werden. Das große öffent­li­che Finale des Leitbildes ist im Herbst 2016 mit einer Abschluss­ver­an­stal­tung geplant. Danach sind projekt­be­zo­gene Veran­stal­tun­gen in einzelnen Quartieren der Stadt geplant.

 

Jörn Gertenbach | Arbeits­­ge­­mein­­schaft berchtold­­krass space and options, Studio . Urbane Strategien und Urban Catalyst Studio



AW Faust |  Planer­­ge­­mein­­schaft Machleidt und Partner, sinai Landschafts­ar­chi­tek­ten und SHP



Diskussion zu den Vertiefungsbereichen



Diskussion zu den Vertiefungsbereichen




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