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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Finale 2016

Nach einem intensiven und mehrjäh­ri­gen Planungs- und Betei­li­gungs­pro­zess hat der Karlsruher Gemein­de­rat das Räumliche Leitbild beschlos­sen.
Am 15. Dezember 2016 folgten rund 160 Karls­ru­he­rin­nen und Karlsruher der Einladung des Stadt­pla­nungs­am­tes zur öffent­li­chen Abschluss­prä­sen­ta­tion in das Neue Ständehaus.


Der Stände­haus­saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als O­ber­bür­ger­meis­ter Dr. Frank Mentrup den Abend eröffnete. Am 13. Dezember 2016 hatte der Karlsruher Gemein­de­rat das Räumli­che Leit­bild verab­schie­det - ein Anlass, um zwei Tage später beim "­Fi­nale 2016" öffentlich Bilanz zuziehen. Welchen Rahmen setzt das Leitbild für Karlsruhes räumliche Zukunft? Wie wurde dieser Rah­men gemeinsam in den letzten vier Jahren entwi­ckelt? Und mit wel­chen Maßnahmen wird der Rahmen nun gefüllt?

Entwick­lungs­räume für die wachsende Stadt

Karls­ru­hes Bevöl­ke­rung wächst. "Das Räumliche Leitbild hat klare Vor­stel­lun­gen dargelegt, welche räumlichen Weichen zu stellen ­sind, mit welchen Qualitäten und mit welcher Haltung die Stadt­ wach­sen soll", sagte Oberbür­ger­meis­ter Mentrup. "Es hat räum­li­che Handlungs­schwer­punkte über zwei Vertie­fungs­be­rei­che im Norden und Süden der Stadt definiert. Es hat vor allem klar ­ge­macht, dass die Entwick­lung neuer Siedlungs­flä­chen eine ­gleich­zei­tige Aufwertung der Freiräume mit sich bringen muss, damit ein Mehrwert generiert werden kann und die Maßnahmen auf Ak­zep­tanz stoßen können."

Im ihrem Vortrag erinnerte Stadt­pla­nungs­amts­lei­te­rin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner noch einmal an den innova­ti­ven ­Be­tei­li­gungs- und Dialog­pro­zess, der im Sommer 2013 mit "10 Fra­gen" an die Stadt Karlsruhe begann. Einmalig sei es, dass so viele unter­schied­li­che Akteure und die Öffent­lich­keit von Beginn an in diesen Prozess einbezogen wurden. "Diese Offenheit und Trans­pa­renz förderte die Akzeptanz von Bürger­schaft und Politi­k ­für die ungewohnte Maßstab­sebene und den Blick auf die gesam­te ­Stadt." Auf dieser Grundlage ist ein Leitbild entstanden, das einen Orien­tie­rungs­rah­men bietet, in dem Rahmen­be­din­gun­gen, aber auch Poten­zi­al­räume für Flächen­ent­wick­lun­gen und zukünf­ti­ge ­Nut­zungs­ver­flech­tun­gen der Stadt Karlsruhe definier­t wer­den.

Das Leitbild soll helfen, die räumliche Entwick­lung der Stadt zu lenken und zu koordi­nie­ren und anderer­seits Schwer­punkte und Prio­ri­tä­ten künftiger Vorhaben in einen Gesamt­zu­sam­men­hang ein­zu­ord­nen. Auf Basis des Räumlichen Leitbilds sollen aktuel­le und bereits existie­rende Planwerke weiter­ent­wi­ckelt werden. Gleich­zei­tig stellt es eine Leitlinie für zukünftige Projek­te und Vorhaben dar und bildet den Rahmen für Wettbe­werbe. Es bietet eine Grundlage für politische Entschei­dun­gen und Ori­en­tie­rung für Gespräche mit externen Akteuren, zum Beispiel In­ves­to­ren. Dabei soll das Leitbild stets die Qualität der bau­li­chen Entwick­lung wie auch der Planungs­kul­tur für Karls­ru­he ­si­chern.

 
 

Klar, grün und dynamisch

Die sieben Stoßrich­tun­gen: "Klare Konturen", "Grüne Adressen", "Starke Mitte", "Mehr Wohnen", "Coole Quartiere", "Dyna­mi­sches ­Band" und "Urbane Nähe" dienen als Leitplan­ken für die künfti­ge ­Ent­wick­lung zu den Themen Wohnen, Arbeiten, Freiraum, Klima und Mo­bi­li­tät. Dabei sind die formu­lier­ten Vorhaben als Aufgaben zu ver­ste­hen, die die Stadt Karlsruhe aus heutiger Sicht plant und die nun schritt­weise umgesetzt werden sollen.

Die einzelnen Vertie­fungs­be­rei­che im Norden und Süden der Stadt­ ­stel­len das Bindeglied zwischen den Stoßrich­tun­gen und einzel­nen Vor­ha­ben dar. Sie zeigen, wie diese Vorhaben in wichti­gen ­Teil­räu­men umgesetzt werden und welche Synergien, Abhän­gig­kei­ten a­ber auch Konflikte mit anderen Planungs­vor­ha­ben dabei entste­hen ­kön­nen.

"Der Leitbild­pro­zess hat hier bereits als Motor für die weite­re ­Dif­fe­ren­zie­rung in den Teilbe­rei­chen gewirkt." erläu­ter­te ­Kar­mann-Woessner, als sie über die aktuellen Planungen für die Nord­west­stadt, Neureut, Grünwinkel sowie die Umgestal­tung des Tech­no­lo­gie­parks sprach. "Als nächsten Schritt gilt es nun, die ein­zel­nen Vorhaben weiter zu konkre­ti­sie­ren und in den Quar­tie­ren, wo Maßnahmen umgesetzt werden sollen, den Dialog mit allen Betei­lig­ten fortzu­set­zen."

Zum Schluss machte die Stadt­pla­nungs­amts­lei­te­rin noch einmal ­deut­lich, dass das Räumliche Leitbild kein fertiger Plan sei, sondern ein Gerüst, in dem Anpas­sun­gen vorge­nom­men werden ­kön­nen. Das erfolgt in bestimmten Zeitab­stän­den, in einem so ge­nann­ten Monitoring, um so veränderte globale oder lokale Rah­men­be­din­gun­gen und damit verbundene mögliche neue Aufga­ben ­für die Stadt stets zu berück­sich­ti­gen.

 

Vorstellung Räumliches Leitbild - Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner



Plenum Finale



Plenum Finale


 

Leitbild als Teil der Planungs­kul­tur

Im zweiten Teil des Abends wurden gemeinsam mit Experten aus Po­li­tik, Wissen­schaft, Verwaltung und Planungs­pra­xis sowohl der Leit­bild­pro­zess, die Ergebnisse und auch die damit verbun­de­nen Chan­cen und Heraus­for­de­run­gen diskutiert. Prof. Dr. Rikle­f Ram­bow vom Fachgebiet Archi­tek­tur­kom­mu­ni­ka­tion am KIT lobte den Pro­zess, bei dem das Stadt­pla­nungs­amt bis zum Schluss an einem ­Dis­kurs mit allen Betei­lig­ten inter­es­siert war: "Schaut man rück­bli­ckend auf den Prozess der vergan­ge­nen vier Jahre, kann man sagen, dass mit diesem Patchwork verschie­dens­ter Forma­te viele unter­schied­li­che Gruppen der Bevöl­ke­rung in die Diskus­sion ein­be­zo­gen wurden."

Auch die in der Runde vertre­te­nen fünf Stadträte waren sich einig, dass der Prozess gelungen ist und das Räumliche Leitbild eine wichtige Grundlage für die politische Arbeit und weite­re ­po­li­ti­sche Entschei­dun­gen sein muss.

Der Karlsruher Architekt Andreas Grube machte in seinem ­State­ment deutlich, dass es für ihn vor allem um die Fortfüh­rung ­des Diskus­si­ons­pro­zes­ses und die damit verbundene Sicherung von Pla­nungs­qua­li­tät und Baukultur geht: "Unser Ziel ist, dass durch das Leitbild eine Verfah­rens­kul­tur entsteht und diese dann auch ­be­wusst gelebt wird."

Mit seinem Schluss­wort verwies auch Bürger­meis­ter Michael Obert noch einmal auf die Wichtig­keit der Fortset­zung dieses Diskur­ses in der Stadt und um die Stadt. Er knüpfte damit an die Er­öff­nungs­rede von Oberbür­ger­meis­ter Dr. Frank Mentrup an: "Ohne nach­hal­tig­keit­s­ori­en­tierte Haltung wird die Zukunft der Stadt­ ­nicht gesichert. Dabei sind die Rolle der Politik sowie die Un­ter­stüt­zung der Bevöl­ke­rung bei der Umsetzung des Räumli­chen Leit­bil­des unabding­bar. Das Räumliche Leitbild gehört bereits jetzt zur Planungs­kul­tur der Stadt."

 

Diskussionsrunde


Ausklang


Ausklang