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Karlsruhe: Leben und Arbeiten

Ausstellungskonzept 2015

Visualisierung des Ausstellungskonzeptes<br>Bild: Complizen Planungsbüro

Visualisierung des Ausstellungskonzeptes
Bild: Complizen Planungsbüro


Die Ausstel­lung zeigte 2015 den "Entwurf" und Arbeits­stand des Räumlichen Leitbildes Karlsruhe und war damit ein wesent­li­cher Meilen­stein des vielschich­ten Betei­li­gungs­pro­zes­ses. Viele Menschen haben im Prozess kooperativ mitgewirkt, erstmalig bestand nun die Gelegen­heit, die vielen Arbeit­schritte, Ideen und Ergebnisse in einer Zusam­men­schau zu erfassen. Die Ausstel­lung richtete sich nicht ausschließ­lich an ein Fachpu­bli­kum, sondern vielmehr an einen möglichst breiten Querschnitt der Karlsruher Bevöl­ke­rung, bis hin zu neugie­ri­gen Besuche­rin­nen und Besuchern. Das machte es notwendig, eine Übersicht­lich­keit zu schaffen, die Inhalte zu bündeln und ihnen eine vermit­tel­bare Struktur zu geben. Auch bei der sprach­li­chen Aufar­bei­tung wurde darauf geachtet, dass die fachlich anspruchs­vol­len Inhalte von allen Zielgrup­pen gut zu verstehen sind.

7 Stoßrich­tun­gen

Somit war auch die inhalt­li­che Zusam­men­fas­sung der Planungs­er­geb­nisse eine Voraus­set­zung für diesen öffent­lich­keits­wirk­sa­men Meilen­stein. Die darge­stell­ten "7 Stoßrich­tun­gen" sind Ergebnis dieser Struk­tu­rie­rung: Es sind Entwick­lungs­vor­schläge, die zwar sehr gründlich über den Verlauf von drei Jahren erarbeitet wurden, die aber gleich­zei­tig noch nicht als abgeschlos­sene finale Planung präsen­tiert werden sollen und können. Vielmehr war es vor allem eine Ausstel­lung, die den Arbeits­stand als Zwischen­er­geb­nis vermit­telt und eine öffent­li­che Diskussion dazu ermög­li­chen soll.

Das räumliche Ausstel­lungs­kon­zept und das Rahmen­pro­gramm hatten den Anspruch die Inhalte übersicht­lich und anspre­chend zu präsen­tie­ren und ebenso einen lebendigen Ort zu schaffen, der die notwen­di­ge Reflektion und Diskussion zulässt. Einen Ort der Gemein­schaft, der Kommu­ni­ka­tion des Mitein­an­ders an dem Interessen verhandelt werden.

Die Agora

Die 400 m² große Fleisch­markt­halle ist dafür sehr gut geeignet. Seit die Halle nicht mehr für ihre ursprüng­li­che Bestimmung genutzt wird, dem Großhandel von Frisch­fleisch, befindet sich das Gebäude wie viele Orte in Karlsruhe selbst in einer Trans­for­ma­tion. Es ist ein Raum, der nicht zuletzt auch aufgrund seines dynami­schen Umfeldes zu inspi­rie­ren vermag.

Die Gestaltung der Ausstel­lung greift dies auf und verwandelt die Fleisch­markt­halle buchstäb­lich in einen Marktplatz. Besucher finden dort frische Ideen für die zukünftige Entwick­lung Karlsruhes. Im Eingangs­be­reich illus­triert ein ausführ­li­cher Prolog die histo­ri­sche Entwick­lung der Planstadt Karlsruhe und den gesamten Planungs- und Betei­li­gungs­pro­zess des aktuellen Leibildes.
350 verbaute Euro-Paletten schaffen eine "Agora", in deren Zentrum sich begehbarer Stadt­grund­riss im Maßstab 1:2000 befindet. Die Konstruk­tion mit Paletten ermöglicht einen kurzfris­ti­gen und unkom­pli­zier­ten Aufbau und eine Ressourcen schonende Rückgabe.

Im Grundriss stehen einzelne exponierte Gebäude und im Verlauf der Ausstel­lung können die zu einem Modell ausgebaut werden. Dies ermöglicht auch das inter­ak­ti­ve Austesten experi­men­tel­ler Planungs­ideen im Maßstab. Die Paletten-Agora bietet 140 Menschen Sitzge­le­gen­hei­ten und Sicht auf eine 10-minütige Animation zum Räumlichen Leitbild, einem Erklär-Video, das auf den zentralen Stadtplan projiziert wird.

Die Außenwände der Agora zeigen die sieben Stoßrich­tun­gen als zentrale Heraus­for­de­rung der Karls­ru­her Stadt­ent­wick­lung. Jede Stoßrich­tung wird zu Beginn näher erläutert und erklärt und in konkre­te­re Entwick­lungs­ziele übersetzt. Anhand von Lupen und lokalen Beispielen können Besuche­rin­nen und Besucher nachvoll­zie­hen, wo und wie die Umsetzung einzelne Stoßrich­tung Auswir­kun­gen auf die Stadt­ge­stalt haben. Diese Lupen zeigen Ideen und Projekte, teilweise sehr konkret und machbar, teilweise visionär oder als gutes Beispiel.

So zeigt die Ausstel­lung, dass die Fragen der Stadt­pla­nung unter­halt­sam und sehr spannend sein können: sie betreffen die Zukunft der Stadt und damit alle Menschen die hier leben! Nur wenn die Menschen in Karlsruhe die Leitbil­di­dee verstehen und mit tragen, kann aus den Plänen Realität werden.

Wer noch mehr über die Entstehung der Stoßrich­tun­gen und deren Konse­quen­zen für die Stadt­pla­nung wissen will, kann noch tiefer eintauchen: In einer inter­ak­ti­ven Präsen­ta­tion sind die Ergebnisse der Entwurfs­teams der Planungs­werk­statt darge­stellt, die wesentlich zu den Inhalten der Ausstel­lung beige­tra­gen haben. So kann man auch nachvoll­zie­hen, wie das Begleit­gre­mium der Planungs­werk­statt zu seinen Empfeh­lun­gen gekommen ist. Ebenso finden sich in der Regis­tra­tur die Planwerke und auch die Bürge­ri­deen, die mit der jeweiligen Stoßrich­tung zusam­men­hän­gen.

Eine Agora ist historisch immer eine bedeu­ten­de gesell­schaft­li­che Insti­tu­tion, nicht nur Verhand­lungs­stätte, sondern auch ein Ort für Kultur und Veran­stal­tun­gen. Die Ausstel­lung "Die Stadt neu denken" verfolgte genau diesen Anspruch: ein Ort der nicht nur die Idee des Räumlichen Leitbildes vermittelt, sondern auch eine gemein­sa­men Identität der Menschen lebendig werden lässt, die das Leitbild in Zukunft umsetzen werden.

 

Fleischmarkthalle außen, Bild: M. Müller-Gmelin

Fleischmarkthalle außen, Bild: M. Müller-Gmelin


Fleischmarkthalle innen

Fleischmarkthalle innen


 

Impres­sio­nen der
Ausstel­lung 2015

Bilder: ©ONUK 2015

Prolog 2_Leitbild in drei Schritten

Prolog 2_Leitbild in drei Schritten


Zeitung und Stoßrichtungen

Zeitung und Stoßrichtungen


Stoßrichtungen 2_STARKE MITTE und MEHR WOHNEN


Stoßrichtungen 4_DYNAMISCHES BAND und Interview-Ecke


 

Agora

Agora


Agora 3 _ Modelle einiger "identitätsstiftender" Gebäude in Karlsruhe


 

Monitor Planungswerkstatt, Bürgerkommentare, Planwerke und Verknüpfungen

Monitor Planungswerkstatt, Bürgerkommentare, Planwerke und Verknüpfungen