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Karlsruhe: Hochbau

Modernisierung der Walter-Eucken-Schule


Anlass und Zweck des Wettbe­werbs

Das 5-stöckige Bestands­ge­bäude der Walter-Eucken-Schule (rund 8400 m² BGF)
wurde als Handels­schule III im Jahr 1975 Stahl­be­ton­fer­tig­teil­bau­weise errichtet.

Das weitest­ge­hend original erhaltene Gebäude weist in den letzten Jahren zunehmende Probleme an der Gebäu­de­tech­nik, der Fassade, den umlau­fen­den Balkonen und im Brand­schutz auf.
Dies in Summe macht eine grund­le­gende Moder­ni­sie­rung der Gebäu­dehülle und der Gebäu­de­tech­nik erfor­der­lich, um zukünftig einen zeitge­mä­ßen und wirtschaft­li­chen Betrieb zu ermög­li­chen. Im Zuge dessen bietet sich die Chance, auch die Grundrisse innerhalb der beste­hen­den Kubatur den aktuellen Anfor­de­run­gen der Schul­nut­zung neu anzupassen.
Der Entwurf für die Moder­ni­sie­rung des Bestands­ge­bäu­des soll auf funktio­nale, wirtschaft­li­che und nachhal­tige Aspekte ausge­rich­tet sein, sowie durch seine gestal­te­ri­sche Qualität auch dem 2015 fertig gestellten Erwei­te­rungs­bau gerecht werden.
Durch den Wettbewerb wurde ein für diese Aufgabe geeignetes Planungs­büro ausgewählt.


Beurtei­lung des Preis­ge­richts

Der Verfasser begegnet der Aufgabe unter der Zielset­zung, Qualitäten des Gebäu­de­äu­ße­ren zu stärken und Quali­tä­ten des Gebäu­dein­ne­ren neu zu entwickeln.
Zugrunde liegt die Einsicht, dass das Bestands­ge­bäu­de eine räumlich-organi­sa­to­risch wie auch baulich-konstruk­tiv durchaus klare und brauch­ba­re Struktur mitbringt.
Hierzu gehört unter anderem das Prinzip, mithilfe der Balkone umlaufende Fluchtwege anzubieten, infolge derer der Innenraum eine Entlastung hinsicht­lich der Ansprüche des Brand­schut­zes erfährt. Folge­rich­tig kann hier nun eine Raumstruk­tur entwickelt werden, die zunächst alle wesent­li­chen Unter­richts- bzw. Fach- und Büroräume im Ring entlang der Fassaden anordnet, vor allem aber im Zentrum neben dem beste­hen­den Treppen­haus­kern nunmehr auch eine offene Galerie­land­schaft durch alle Geschosse entwickelt, die diesen Raumbe­reich gegenüber der gegen­wär­ti­gen Situation entschei­dend aufwertet. Offene Lern- und Biblio­theks­be­rei­che ordnen sich um die Lufträume und durch entste­hende Blick­be­züge wie auch mit Hilfe offen einge­häng­ter Treppen­läufe entsteht ein räumlich intensiv verknüpf­tes Herz des Gebäudes.
In der äußeren Erschei­nung wird die Identität des Gebäudes mit einge­zo­ge­nem, verglastem Erdge­schoss und lesbar gesta­pel­ten kompakten Geschossen erhalten und sehr vorsichtig fortent­wi­ckelt. Der Verfasser hat hierbei die Fügung der Balkon­kon­struk­tio­nen mit Fassade, Konsolen und Geschoss­de­cken sehr sorgfäl­tig untersucht und kommt zum Schluss, dass die Bestands­bal­kon­ele­mente in gleicher Position und Form erhalten oder neu gebaut werden können und die fehlende Breite durch ein Versetzen der hüllenden Fassade geschaffen werden kann
Ein derart schonender bzw. rekon­stru­ie­ren­der Umgang mit den Bestands­kon­struk­tio­nen der Balkone wäre aus Sicht der Jury jedoch gar nicht nötig. Durchaus könnte die Erfor­der­nis des Austauschs der Balkon­ele­mente zu einer mit zeitge­mä­ßen Mitteln optimier­ten Konstruk­tion und entspre­chend fortent­wi­ckel­tem Erschei­nungs­bild führen, die vorhanden Strukturen des Gebäudes darstellen. Zumal könnte unter einer freieren Prämisse auch die Frage­stel­lung des Licht­ein­falls wie auch des Sonnen­schut­zes freier und optimaler entwickelt werden. Insofern wird dem Verfasser nahegelegt, das Thema der Balkon­kon­struk­tio­nen im Dialog mit der hüllenden Fassade in der weiteren Entwick­lung offensiver zu bearbeiten und hierbei auch den erkenn­ba­ren Defiziten der vorge­schla­ge­nen Lösung zu begegnen:
Die hüllende Fassade wird künftig im Wesent­li­chen vollver­glast vorge­schla­gen. Der Vorteil der Weitung des Raumes bis an die Balkon­brüs­tung wird erkannt und gewürdigt - inwieweit dieser extrem hohe Vergla­sungs­an­teil mit den einschlä­gi­gen Verord­nun­gen und Leitlinien vereinbar ist, bleibt nachzu­wei­sen. Unklar bleibt auch die Funktion der Nacht­lüf­tung. Der Anteil der zu öffnenden Fenster­flä­chen erscheint zu gering. Der vorge­se­hene Sonnen­schutz als trans­lu­zen­tes Rollo erscheint nicht ausrei­chend flexibel und effizient.
Insgesamt aber wird im Beitrag die Grundlage einer sehr quali­tätvol­len Neuent­wick­lung des Gebäudes erkannt.

 

Die Jury tagte am 21.07.2015 und setzte die Arbeit von Fuchs Maucher Archi­tek­ten aus Waldkirch einstim­mig auf den ersten Rang.

Fuchs.Maucher.Archi­tek­ten
Am Kraftwerk 4
79183 Waldkirch

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