Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Hochbau

Dreifeldsporthalle Moltkestraße

Lageplan

Erdgeschoss

Fassadeschnitt


Anlass und Zweck des Wettbe­werbs

Der Bedarf an Sport­hal­len ist so groß in Karlsruhe, dass die be­ste­hen­den beiden Einfeld­sport­hal­len auf dem Areal der Hebel-Realschule und Johann-Peter-Hebel-Grund­schule durch den Neubau einer Dreifeld­sport­halle ersetzt werden sollen.

Die neue Dreifeld­sport­halle wird für Schul- und Vereinss­por­t ­so­wie für Sport- und Schul­ver­an­stal­tun­gen genutzt und erhäl­t eine auszieh­bare Tribüne mit 400 Besucher­plät­zen. Sie ist als Ver­samm­lungs­stätte eingestuft.

Mit dem ausge­lob­ten Wettbewerb wird ein Gesamt­ent­wurf gesucht, der den konstruk­ti­ven, räumlichen, und städte­bau­li­chen An­for­de­run­gen gerecht wird.

Dem Thema der Nachhal­tig­keit wird besondere Bedeu­tung ­bei­ge­mes­sen.

Mit dem Wettbewerb soll ein für diese Aufgabe geeig­ne­tes ­Pla­nungs­team aus Archi­tek­ten und Tragwerks­pla­ner ausge­wähl­t wer­den.


Beurtei­lung des Preis­ge­rich­tes

Der Verfasser formuliert einen ortho­go­na­len solitären Baukörper, der sich an Knielinger Allee und westlichem Fuß- und Radweg ­ori­en­tiert. Die öffent­li­che wie auch die Erschlie­ßung für die Schü­ler erfolgt über die Südseite an der West- bzw. Ostecke des Ge­bäu­des. Sie liegt somit funktional an der richtigen Stelle und sorgt für klare Wegbe­zie­hun­gen und sinnvolle Funktio­na­li­tät im Inneren. Durch das Abdrehen des neuen Baukörpers gegenüber dem süd­li­chen Bestands­bau entsteht ein trapez­för­mi­ger Zwischen­raum, der räumlich Spannung erzeugt.
Das auf UG-Niveau abgesenkte Spielfeld ist im EG von 3 Seiten ­über eine Galerie erfahrbar. Auf der Ostseite sind auf Ga­le­rie­ebene leicht verständ­lich die für Besucher notwen­di­gen ­Ne­ben­räume angeordnet, im UG mit direktem Zugang zu den Spiel­fel­dern, sind die für den Sport erfor­der­li­chen Neben­räu­me auf­ge­reiht. Die Flurzone vor den Umkleiden bietet gute ­Sicht­be­zie­hung zur Halle. Der Hausmeis­ter­raum wäre aller­dings ­bes­ser im EG angeordnet.
Auf der Westseite öffnet sich das Gebäude auf ganzer Länge zum be­nach­bar­ten Englän­der­platz. Hier senkt sich auch die aus­fahr­bare Tribüne von der Galerie zur Spiel­flä­che. Die durch­ge­hende raumhohe Verglasung ist durch einen weit vor­ge­zo­ge­nen Dachüber­stand gegen direkte Sonnen­ein­strah­lung ­ge­schützt.
Die Klarheit in der funktio­na­len Dispo­si­tion des Gebäu­des ­spie­gelt sich auch in der Materi­al­wahl wider: UG und östli­cher ­Ge­bäu­de­trakt mit den Neben­räu­men sind massiv in Recycling­be­ton ­aus­ge­führt, das die Spiel­flä­che überspan­nende und nach Westen aus­kra­gende Dach wird durch parallele Holzträger mit aus­stei­fen­der Massiv­holz­platte gebildet. Die Oberfläche dieses ­Dachs ist extensiv begrünt, während das Dach sowie, in die Senk­rechte abkippend, die OG-Fassade des massiven östli­chen ­Ne­ben­trakts durch eine intensive Dach-und Fassa­den­be­grü­nung ak­zen­tu­iert ist.

Das Tragwerk besteht im EG aus Furnier­schicht­holz/­Bau­bu­che, ist ein­fach und klar struk­tu­riert sowie angemessen dimen­sio­niert. Die Höhe der Haupt­trä­ger wird dank einer senkrech­ten ­Stahl­ab­span­nung verringert. Die darauf liegende, ausstei­fen­de ­De­cke sowie die Stützen auf der Westseite der Halle beste­hen e­ben­falls aus Baubuche. Das komplette Tragwerk erfüll­t ­Brand­schutz­an­for­de­rung F30. Dabei wird der Ausfall der Stahl­ab­span­nung im Brandfall berück­sich­tigt. Insgesamt handelt es sich hier um eine wirtschaft­li­che Lösung, auch wenn der Auf­wand für die Zugver­an­ke­rung erhöht sein dürfte.

Das RLT-Konzept ist plausibel darge­stellt und kann nachvoll­zo­gen wer­den. Die Leitungs­tras­sen sind im weiteren Planungs­pro­zess trans­pa­ren­ter darzu­stel­len. Das Behei­zungs­kon­zept ist plausibel. Die vorge­ge­bene Wärme­er­zeu­gung mit Fernwärme ist nicht um­ge­setzt. Der Ansatz zur Nutzung von solarer Energie kombi­nier­t ­mit der Wärme der Außenluft wird gewürdigt. Die Dachflä­chen ­müs­sen dazu noch umfas­sen­der genutzt werden. Primärener­ge­tisch würde Fernwärme besser als Erdgas die Konzeption stützen Eine freie Nachtaus­küh­lung fehlt.
Insgesamt zeichnet sich der Entwurf durch große Klarheit und Logik in der Zonierung und Materia­li­tät aus.

 

Die Jury tagte am 10.12.2018 und setzte die Arbeit der Ar­beits­ge­mein­schaft auf Rang 1

rüdenauer archi­tek­tur
Goma­rin­ger Straße 6
70597 Stuttgart

info@rue­de­nauer-archi­tek­tur.de
www.ruedenauer-archi­tek­tur.de/

von Scholley Archi­tek­ten
Zecharing 16
70567 Stuttgart

buero@von-scholley-archi­tek­ten.de
www.von-scholley-archi­tek­ten.de


Trag­werks­pla­ner

Trag­wer­ke­plus Hochbau­pla­nung GmbH, Reutlingen
Diesel­straße 12
72770 Reutlin­gen

www.tragwer­ke­plus.de

 
 

Das könnte Sie auch interessieren