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Karlsruhe: Hochbau

Schloss-Schule – Erweiterung mit Ganztageseinrichtung


Anlass und Zweck des Wettbe­werbs

Die Schloss-Schule ist eine Grund­schule und liegt in Durlach, dem zweit­größ­ten Stadtteil von Karlsruhe. Sie befindet sich im Orts­zen­trum von Karlsruhe-Durlach unmit­tel­bar angrenzend an die his­to­ri­sche Karlsburg, die ursprüng­li­che Residenz der Mark­gra­fen, vor Gründung der Stadt Karlsruhe. Für die Errich­tung ­der Schul­ge­bäude wurde in den 1960er Jahren ein Flügel der Karls­burg abgerissen.

Die Schloss-Schule ist eine 4,5 zügige Grund­schule in der 300 Schü­le­rin­nen und Schüler den Ganzta­ges­be­reich besuchen.
Das Schulareal besteht aus diversen Baukörpern. Das Haupt­ge­bäu­de wurde 1962 errichtet und im Jahr 1964 um 3 Pavil­lon­ge­bäu­de er­wei­tert. Diese sollen abgerissen und durch einen Neubau er­setzt werden, der das fehlende Raumpro­gramm aufnimmt.
Die Fehlfläche umfasst eine BGF von ca. 1.800 m², die sich ­so­wohl aus Flächen des allge­mei­nen Schul­raum­pro­gram­mes als auch aus einem Ganzta­ges­be­reich und Mensa zusam­men­setzt.

Zusätz­lich soll das Bestands­ge­bäude der Grund­schule mit einer ­Flä­che von ca. 4.000 m² BGF moder­ni­siert und brand­schutz­tech­nisch ertüchtig werden.

Ziel des Wettbe­werbs ist es durch einen funktional und öko­lo­gisch stimmigen Entwurf eine Planungs­grund­lage für die Wei­ter­ent­wick­lung der Ganztages-Grund­schule mit neuer Schul­for­m zu erhalten.



Beurtei­lung des Sieger­ent­wurfs durch die Jury

Die Arbeit zeichnet sich aus durch einen sehr respekt­vol­len Um­gang mit dem histo­ri­schen Bestand der Karlsburg. Die Karls­bur­g wird entlang der Marstall­straße weitgehend freige­stellt.
Der Verfasser entwickelt den relativ kleinen Erwei­te­rungs­bau aus den Fluchten des südlichen Seiten­ri­sa­lits und bewahr­t ­gleich­zei­tig einen angemes­se­nen Abstand zur Karlsburg. Seine west­li­che Fassade folgt der Flucht der Marstall­straße. Der Stra­ßen­raum wird durch diesen relativ kleinen Baukör­per ent­spre­chend der vorhan­de­nen städte­bau­li­chen Klein­tei­lig­keit ­ge­fasst. Die Baugruppe der Karlsburg wird dadurch ergänzt und ein Pendant zum nördlichen Risalit geschaffen.
Es entstehen neue stadt­räum­li­che Qualitäten, die auch die An­for­de­run­gen an die Nutzung des Außenraums als Schulhof mit einer großen zusam­men­hän­gen­den Schul­hof­flä­che erfüllt.
Vorhan­dene Elemente wie die geschwun­gene Treppe vor der Fassa­de ­der Karlsburg sowie ein großer Teil des Baumbe­stan­des können er­hal­ten werden.
Die großzügige Erschlie­ßung des Areals erfolgt von der Mar­stall­straße aus. Von Süden kommend werden Schüler und Lehrer ­durch den vorge­rück­ten Erwei­te­rungs­bau automa­tisch zum Eingang ­ge­lei­tet. Die Blick­be­zie­hung zum Prinzes­sen­bau wird erhalten und die gewünschte Abgeschlos­sen­heit des Schul­ho­fes ­selbst­ver­ständ­lich gelöst.
Die durch­bin­dende Foyer­flä­che verbindet den offenen Mensa­be­reich im Erwei­te­rungs­bau mit dem Erschlie­ßungs­be­reich in den Bestan­d ­mit großzü­gi­ger Treppe und Aufzug zum breiten vorhan­de­nen Flur. Eine flexible Nutzung dieses Bereiches wird gelobt.
Konstruk­tiv berück­sich­tigt der Verfasser in hohem Maße die vor­han­dene Gebäu­de­struk­tur. Die beste­hen­den Räume werden weit­ge­hend erhalten, wobei im Bereich der Treppe die schwie­ri­ge ­Si­tua­tion des Brand­schut­zes nicht gelöst wird.
Aus Gründen einer flexiblen Nutzung im Schul­be­trieb ist eine ­stär­kere Durch­mi­schung der Ganztages- und Schul­räu­me wün­schens­wert. Im Erwei­te­rungs­ge­bäude ist der Flurbe­reich für die Nutzung als offener Lernraum zu eng.

Insgesamt sind die pädago­gi­schen und funktio­na­len Aspekte gut um­ge­setzt.

Die Gestaltung der Fassaden ist unspek­ta­ku­lär und angemessen in die umgebende Bebauung eingefügt. Die runden Fenster­öff­nun­gen wer­den kritisch gesehen.
Die Themen der Nachhal­tig­keit sind solide im Entwur­f in­te­griert.
Der sommer­li­che Wärme­schutz wird über eine natür­li­che ­Ka­min­wir­kung gewürdigt, muss aber hinsicht­lich der Wirksam­keit ­über­prüft werden. Die Abluft kann nicht über die Treppen­au­gen, sondern nur über die vorhan­de­nen Kanäle geführt werden.
Die vorge­rückte Fassade wird ohne weitere konstruk­tive Eingrif­fe in die Gebäu­desub­stanz für die techni­schen Instal­la­tio­nen ­ge­nutzt.
Die erwarteten techni­schen Kriterien wurden erfüllt.
Durch den insgesamt kompakten Entwurf ist die Flächen­bi­lanz trotz der Großzü­gig­keit als wirtschaft­lich zu beurteilen.
Zusam­men­fas­send bietet der Verfasser eine wirtschaft­li­che und städ­te­bau­lich gelungene Lösung an, die auch die Anfor­de­run­gen an die Nutzung weitgehend erfüllt.

 

Die Jury tagte am 13. Januar 2017 und setzte die Arbeit der Archi­tek­ten Heid + Heid aus Fürth einstimmig auf Rang 1.

Heid + Heid Archi­tek­ten BDA
Harden­berg­straße 53
90768 Fürth
0911-99721-10

www.heid-archi­tek­ten.de
info@heid-archi­tek­ten.de

 
 

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