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Karlsruhe: Hochbau

Hauptfeuerwache und Leitstelle

Lageplan

Skizze

Detailschnitt


Anlass und Zweck des Wettbe­werbs
Die 1924 errichtete Haupt­feu­er­wa­che kann in ihrer heutigen Form die inzwischen ungleich höheren Anfor­de­run­gen an den Betrie­b ­nicht mehr erfüllen. Zudem soll der Haupt­feu­er­wa­che eine ­zen­trale Leitstelle räumlich zugeordnet werden.

Daher plant die Stadt Karlsruhe im Stadtteil Karls­ru­he Süd­stadt-Ost den Neubau der Haupt­feu­er­wa­che und einer regio­na­len Leit­stelle in zwei Bauab­schnit­ten.

Das Grundstück der zukünf­ti­gen Haupt­feu­er­wa­che und Leitstel­le ­be­fin­det sich in exponier­ter Lage am südöst­li­chen Stadt­ein­gang ­Karls­ru­hes. Zusammen mit den angren­zen­den Grund­stücken ist hier ­mit­tel­fris­tig die Verbindung des Stadtparks der östli­chen Süd­stadt und des Ostaue­parks vorgesehen. Mit der Verortung der Haupt­feu­er­wa­che und Leitstelle an dieser Stelle muss die Um­ge­bung städte­bau­lich neu geordnet werden. Die städte­bau­li­che und grünpla­ne­ri­sche Einbindung sowie die Qualität der ar­chi­tek­to­ni­schen Ausformung sind deshalb von beson­de­rer ­Be­deu­tung.

In der ersten Phase des Wettbe­wer­bes ist ein städte­bau­li­ches ­Ge­samt­kon­zept für das Gesamta­real sowie ein Funkti­ons­schema der Haupt­feu­er­wa­che und Leitstelle zu entwickeln.
In der zweiten Phase wird die Ausar­bei­tung der Funktion der Haupt­feu­er­wa­che und Leitstelle gefordert.

Die Aufgabe erfordert auf Grund der exponier­ten städte­bau­li­chen ­Ge­samt­si­tua­tion und der Einbindung des Gebäudes der Haupt­feu­er­wa­che und Leitstelle in Verbindung mit der sehr s­pe­zi­fi­schen Nutzung ein hohes Maß an Verständ­nis, plane­ri­schem ­Kön­nen und Erfahrung mit Bauten dieser Größen­ord­nung.

Ziel des Wettbe­werbs ist es durch die städte­bau­li­che Neuord­nung ­des Gesamta­re­als eine Grundlage für die Erstellung eines ­Be­bau­ungs­plans zu schaffen, sowie einen funktional und öko­lo­gisch stimmigen Entwurf für die geplante Reali­sie­rung des Neu­baus der Haupt­feu­er­wa­che und Leitstelle zu entwickeln.


Beurtei­lung des Preis­ge­rich­tes
Die Verfasser des Entwurfs entschei­den sich für einen ­gestaf­fel­ten Baukörper entlang der Wolfarts­weie­rer Straße mit davon abgesetz­tem Solitär der Leitstelle.
Zur Stadt­ein­fahrt präsen­tiert sich das Gebäude sechs­ge­schos­sig und bildet dadurch einen markanten Blickpunkt.
Das Prinzip der Gebäu­de­struk­tur: Riegel Flachbau wird konse­quent in der Typologie des anschlie­ßen­den Gewer­be­ge­biets übernommen, was jedoch zu Einschrän­kun­gen in der Nutzung führen kann. Ob die breit angelegte sog. "Präsen­ta­ti­ons­flä­che Gewerbe" zu einer ­Auf­wer­tung der Eingangs­si­tua­tion beiträgt, wird kritisch hin­ter­fragt.
Die kreuzungs­freie Fuß-/Radweg­ver­bin­dung von der Esplanade zum Ostaue­park überzeugt auch durch die Anbindung nach Süden.
Die Anordnung der einzelnen Funkti­ons­be­rei­che ist insgesamt sehr schlüs­sig. Besonders hervor­zu­he­ben ist die einge­schos­si­ge Ho­f­über­bau­ung, die eine optimale Bespielung bei jeder Witte­rung ­zu­lässt.
Mit dem Einfügen des dreige­schos­si­gen Winter­gar­tens wird ei­ner­seits die Gliederung des lang gestreck­ten Baukör­per­s er­reicht, anderer­seits für eine gelungene Belichtung der an­gren­zen­den Aufent­halts­be­rei­che gesorgt. Der Bereich der Ru­heräume orientiert sich zum Winter­gar­ten und dadurch­ ­sinn­vol­ler­weise abgewandt von der lauten Straßen­seite. Dieser Um­stand stellt jedoch erhöhte Anfor­de­run­gen an die Be­lüf­tung.
Die Anordnung des Gebäudes an den Grund­stücks­gren­zen erlaubt auf eine Umzäunung weitest­ge­hend zu verzichten. Auch wird dadurch­ ­der Einblick in die Arbeits­be­rei­che (Betriebs­hof/­Übungs­flä­chen) ­ver­hin­dert.
Die Leitstelle ist sowohl hinsicht­lich ihrer Rea­li­sie­rungs­mög­lich­keit in einem ersten Bauab­schnitt als auch in Bezug auf die innere Organi­sa­tion sehr gut gelöst.
Die Entwurfs­ver­fas­ser schlagen für das Gebäude eine perfo­rier­te ­Me­tall­haut vor, die je nach Licht­ein­fall inter­essante Effek­te er­zeu­gen kann.
Die Fassa­den­glie­de­rung aus verhüllten und freige­las­se­nen Flächen weist eine hohe gestal­te­ri­sche Qualität auf.
Die Wirtschaft­lich­keits­kenn­da­ten liegen im mittleren Bereich. Die wesent­li­chen Kriterien in Bezug auf Nachhal­tig­keit sind ­er­füllt.

 

Die Jury tagte am 22.07.2010 und setzte die Arbeit des Arch­tek­tur­bü­ros Harder Stumpfl Schramm aus Stuttgart einstim­mig auf Rang 1.

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